Social Media Marketing

Influencer Casey Neistat fällt auf genialen Social Media-Trick von Burger King rein

Jetzt fordert der Star Vergeltung – und eine Gehaltserhöhung für das Social Media-Team von Burger King.

© CaseyNeistat - YouTube

Burger King verleitete Social Media-Star Casey Neistat geschickt dazu kostenlose Werbung für die Fastfoodkette zu machen. Dieser sieht ein, wie genial die Kampagne war, fordert aber im Nachhinein eine Wiedergutmachung. Steckt hinter allem nur eine große PR-Aktion oder verdient das Social Media-Team der Franchise tatsächlich eine Gehaltserhöhung?

Burger King legt einen Köder aus und Social Media-Größen beißen an

„Ich mag es nicht ausgenutzt zu werden. Ich mag es nicht manipuliert zu werden“, leitet Casey Neistat sein Video EXPLOITED BY BURGER KING ein. Dies sei das Gegenteil einer Markenkampagne für Burger King.

Der Influencer macht seinem Ärger über die neueste Social Media-Kampagne der Fastfoodkette Luft, die ihren Ursprung vor genau einer Woche auf Twitter hatte. Am 23. Januar vergab der Account von Burger King scheinbar wahllos Likes an alte Tweets aus dem Jahr 2010. Darunter befanden sich auch drei des Influencers. Casey hat dies in einem weiteren Tweet öffentlich hinterfragt.

Die Falle schnappt zu, Quelle: Twitter

Einige andere große Accounts zeigten sich ebenfalls irritiert, unter anderem Schauspieler Brant Daugherty. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bereits am nächsten Tag verriet Burger King, was hinter der Aktion steckte: ein kurzes Revival der Funnel Cake Fries, die vor exakt neun Jahren das erste Mal in den Filialen zu haben waren.

Die Antwort von Burger King, Quelle: Twitter

Eine Spende im Gegenzug?

Neistat gesteht die Genialität des Tricks ein:

Das, was mich am meisten daran stört, ist einfach wie genial es war! […] Egal, wen ihr dafür bezahlt habt, der sich dies ausgedacht hat, sollte eine Gehaltserhöhung bekommen!

Dennoch fühlt er sich hintergangen: „Ihr habt uns ausgetrickst!“ Er fühle sich wie die Maus, die mit Käse in die Falle gelockt wurde. Deswegen besteht er auf eine Kompensation. Schließlich seien die Millionen Social Media Impressions, die unter anderem auch er generiert habe, extrem viel wert. Der Influencer schlägt eine Spende für Kinder in Not vor. Burger King reagierte darauf bereits via Twitter und zeigt sich offen für Vorschläge.

Hut ab, Burger King

Der Coup hat in Anbetracht von Neistats gewaltiger Followerschaft verständlicherweise hohe Wellen geschlagen. Neben den tausenden Likes für den ursprünglichen Tweet haben schon über eine Million Menschen sein Video auf YouTube gesehen. Casey ruderte im Endeffekt zurück: „Niemand manipuliert hier irgendjemanden. Es war nur ein Spaß“, verkündet er in einem weiteren Tweet.

War es das? Einige Fragen bleiben offen. Bespielsweise warum er überhaupt auf die Idee kommt, für einen selbstverfassten Tweet eine Gegenleistung zu fordern. Ist alles, was er tut, Geld wert? Niemand hat ihn gezwungen zu twittern. Es gab keinen Vertrag. Eigentlich sollte der Influencer erfahren genug sein, dass er sich nicht dazu verleiten lässt, öffentlich über Marken zu sprechen.

Außerdem bleibt fragwürdig, wie er einsehen konnte, dass Burger King seine alten Posts favorisiert hat. Wobei dies recht plausibel mit einem Social Media-Tool zu erklären ist, das ihn über Likes von großen Brands informiert. So oder so hat es sich für Burger King mehr als gelohnt. Ob es nun ein genialer Schachzug von Neistat in Kooperation mit der Fastfoodkette war? Wir werden es wohl nie erfahren.

Update: Burger King spendet 50.000 US-Dollar für den guten Zweck – und Burger für Casey Neistats Fans

Nach der ausufernden Berichterstattung veröffentlichte Casey Neistat ein weiteres Video, in dem er einige Dinge klarstellt und die Geschichte zuende erzählt. Nicht jeder habe den Witz im ersten Clip verstanden. Er habe nur so getan, als sei er verärgert. Burger King aber habe das sehr wohl verstanden.

Das Team rund um den Burgerbrater hat tatsächlich Kontakt mit ihm aufgenommen und kurze Zeit später rief der CMO Fernando Machado bei Casey persönlich an (auch wenn Neistat ihn nicht namentlich nennt, spricht er vom „global CMO“). Machado zeigte sich nicht verärgert, sondern amüsiert angesichts der Ausmaße, die Caseys „Kampagne“ angenommen hatte – verständlichweise, denn obwohl Neistat Burger King den Mittelfinger zeigt, macht er doch gigantische Werbung für das Unternehmen.

Der CMO teilte dem Influencer mit, dass Burger King als „Wiedergutmachung“ für die Aktion zwei Spenden tätigen wird. Jeweils 25.000 US-Dollar gehen an die Make A Wish Foundation und den Boys and Girls Club of America, denen Neistat nahesteht. Außerdem sollen seine Fans in den Genuss von 5.000 kostenlosen Whopper-Menüs kommen. Dafür wurde eigens die Seite Burger King Makes It Right eingerichtet (die Burger waren wenig überraschend nach der Veröffentlichung des Videos schnell vergriffen).

Die Spenden sollten nicht öffentlich gemacht werden, doch Casey sei nunmal kein Zyniker und glaube an das Gute in den Menschen. Daher tat er es im Endeffekt doch. Der Influencer erwähnt wiederholt, dass er nicht für Burger King arbeitet :“Ich habe niemals Geld von Burger King genommen!“ Auch im Titel bei YouTube hebt er dies hervor: „BURGER KiNG Fights back (this is not an ad)“.

Wie auch immer man den Vorfall sehen möchte – schlussendlich sind alle glücklich. Casey steht im guten Licht da und lieferte exzellente Unterhaltung, Burger King erlangte Aufmerksamkeit für die Funnel Cake Fries sowie die eigene Marke, zwei Wohltätigkeitsorganisationen bekommen Spenden und YouTube-Fans freuen sich über Gratis-Burger. Ende gut, alles gut?

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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