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YouTube-Werbung mit AdWords – Strategien für jeden Geldbeutel

Werben auf YouTube muss nicht immer automatisch mit hohen Kosten verbunden sein. Welche Möglichkeiten gibt es für welchen Geldbeutel?

© Pexels, CC0

YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Höchste Zeit also, sich mit diesem Kanal auseinander zu setzen und auf den Zug aufzuspringen. Wer denkt, YouTube Werbung sei immer mit enormen Kosten verbunden, sollte sich davon nicht länger abschrecken lassen. Hier erfährst du, vor allem als YouTube Neuling, wie man auch mit wenig Budget neue Potentiale aus diesem Netzwerk schöpfen kann.

1. Der YouTube Kanal

Das Aushängeschild für jedes Unternehmen ist der YouTube Kanal, ähnlich wie in Facebook die Fanpage oder das Firmenprofil auf Xing. Achte auf ein seriöses Gesamtbild mit hochwertigem Titelbild, vollständigen und korrekten Beschreibungen sowie ein ansprechendes Begrüßungsvideo für Erstbesucher und Wiederkehrende. Hierzu gab es vor einiger Zeit bereits einen hilfreichen Beitrag von Tina Bauer.

2. Die Verknüpfung von YouTube mit AdWords

Voraussetzung für das Schalten von Werbeanzeigen auf YouTube ist die Verknüpfung mit einem bestehenden AdWords Konto. Über dieses Konto werden die YouTube Kampagnen erstellt, gemessen und optimiert. Zum Verbinden der beiden Konten navigierst du über die AdWords Einstellungen zu „Verknüpfte Konten“ und „YouTube“. Hier kannst du nun einen oder mehrere YouTube Kanäle hinterlegen.

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Konten verknüpfen, Quelle: Screenshot aus AdWords

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Beispiel Verknüpfung anhand des OnlineMarketing.de Kanals

3. YouTube Werbung für den kleinen Geldbeutel

Selbst wenn du nur ein geringes Mediabudget für das Videonetzwerk zur Verfügung hast, kannst du dich zunächst mit den neuen Remarketing-Listen vertraut machen, die ab der YouTube Verknüpfung in AdWords für dich bereitstehen. Das Sammeln deiner YouTube Kanalbesucher oder User, die bereits deine Videos angesehen haben, ist völlig kostenlos. Und trotzdem kannst du darüber neue Aufschlüsse über deine Zielgruppe bekommen und diese Informationen z.B. für eine genauere Ausrichtung deiner Kampagnen im Display Netzwerk nutzen. Ebenso gut kannst du die neu erstellten YouTube Userlisten als weitere Ausrichtung in bestehende Remarketing Kampagnen einfügen. Diese einfachen Tricks bedeuten zum einen keinen großen Mehraufwand und zum anderen können sie in das bestehende AdWords Budget mit einfließen.

Wie erstellt man neue YouTube Remarketing-Listen und wo findet man die darin enthaltene Hauptzielgruppe heraus?

  • Gehe in deinem AdWords Konto auf gemeinsam genutzte Bibliothek >> Zielgruppen. Dort kannst du neben den klassischen Websitebesucher-Listen nun auch YouTube-Nutzer Listen erstellen:

    Remarketing Listen, Quelle: Screenshots aus AdWords

    Remarketing Listen, Quelle: Screenshots aus AdWords

  • Hier stehen dir nun eine Vielzahl an Listentypen zur Verfügung, um individuelle Remarketing Listen zu kreieren:

    Optionen der Remarketing Listen, Quelle: Screenshots aus AdWords

    Optionen der Remarketing Listen, Quelle: Screenshots aus AdWords

  • Je nach YouTube Traffic kannst du dir die Liste nach zwei bis vier Wochen ansehen, um die darin enthaltenen Zielgruppen herauszufinden.

    Demographische Merkmale, Quelle: Screenshots aus AdWords

    Demographische Merkmale, Quelle: Screenshots aus AdWords

4. YouTube Werbung für den mittleren bis großen Geldbeutel

Hast du dich dazu entschieden, einen Teil des Marketing Budgets in YouTube Werbung zu investieren, gibt es dort tolle Möglichkeiten dein neues Produkt-, Werbe- oder Tutorial-Video darüber zu verbreiten. YouTube ist in erster Linie eine Videoplattform – sollest du allerdings kein passendes Video zur Hand haben, gibt es auch Möglichkeiten, dein Produkt mit Banneranzeigen zu bewerben.

Die verschiedenen Werbeanzeigenformate

Video Discovery Anzeige (früher „In-Display“)

Wählst du dieses Anzeigenformat, eröffnen sich vier Möglichkeiten, wo deine Videoanzeige geschaltet wird. Entweder an oberer Stelle in den YouTube Suchergebnissen, neben einem ähnlichen Video, als Overlay in einem Video oder auf Partnerwebsites.

Die Anzeige besteht aus einem kleinen Bild sowie Text mit Überschrift und Beschreibung. Die Besonderheit dieses Formats ist, dass du nur entweder auf deinen YouTube Kanal oder auf die Wiedergabeseite deines Videos verlinken kannst, nicht aber auf deine Website. Bezahlt wird nur, wenn ein User auf die Anzeige klickt.

Video Discovery Optionen

Video Discovery Optionen

In-Stream Videoanzeige

Dieses Anzeigenformat sorgt dafür, dass dein Video immer vor dem eigentlich angeklickten Video abgespielt wird. Der Zuschauer hat dabei die Möglichkeit, die Anzeige nach ein paar Sekunden zu überspringen. Gezahlt wird erst, wenn er sich das Video bis zum Ende oder mindestens 30 Sekunden lang ansieht. Überspringt er die Anzeige nach 28 Sekunden, zahlst du nichts, ein Werbeeffekt kann in dieser Zeit aber trotzdem entstehen. In-Stream Anzeigen können ebenfalls auch auf Partnerwebsites erscheinen.

In-Stream Anzeige, Quelle: AdWords YouTube Vorschau

In-Stream Anzeige, Quelle: AdWords YouTube Vorschau

YouTube GDN Kampagne

Hierbei handelt es sich nicht um ein extra YouTube Anzeigenformat. Allerdings kannst du mit einer auf das Google Display Netzwerk ausgerichteten Kampagne gezielt Werbebanner auf YouTube schalten. Entweder um die User direkt auf deine Website zu leiten, oder um dein Video zusätzlich zu promoten. Im Beispiel von Happydog wurden User, die bereits das erste Hundevideo gesehen haben, über Banner informiert, dass es nun eine Fortsetzung gibt.

GDN Banner in den YouTube Suchergebnissen, Quelle: YouTube Screenshot

GDN Banner in den YouTube Suchergebnissen, Quelle: YouTube Screenshot

Wenn du solche Anzeigen auf YouTube schalten möchtest, dann beachte, dass die Banner im Format 300×250 sein müssen und du die Placement-Ausrichtung „youtube.com“ wählst.

Zusätzliche Features für dein YouTube Video

  1. Füge dein Logo als Wasserzeichen in dein Video ein. So schaffst du zusätzliche Branding-Effekte.
  2. Arbeite mit Infokarten. Mit diesem Feature kannst du super zusätzliche Infos transportieren, z.B. zu bestimmten Produkten die im Film genannt werden.
HappyCat Video, Quelle: YouTube

HappyCat Video, Quelle: YouTube

Die drei Werbeformate im Vergleich

Natürlich können Performancezahlen und Kosten von Produkt zu Produkt stark abweichen. Deshalb nenne ich hier die Durchschnittswerte meiner bisher geschalteten Kampagnen an, welche dir zumindest einen groben Richtwert geben sollen.

GDN Banner auf YouTube ausgerichtet, weisen sehr ähnliche Performancewerte auf wie andere GDN Kampagnen. Im Schnitt habe ich dafür einen CPC von 0,30 € bis 0,60 € gezahlt.
Video-Discovery Anzeigen sind mit einem Ø CPV (Cost-per-View) von 0,06 – 0,13 € günstig. Erstaunlich bei diesem Anzeigenformat ist, dass bis zu 40 Prozent der User das Video bis zum Ende ansehen. Ein Hauptgrund für diese gute Zahl ist sicher, dass der User hier aktiv entscheidet, das Video sehen zu wollen, indem er auf die Anzeige klickt.

Mit In-Stream Anzeigen wird der Zuschauer zunächst gezwungen, sich das Video anzusehen. Deshalb ist die Reichweite dieses Formats sehr hoch und für Branding-Ziele zu empfehlen. Folglich liegt die Videowiedergaberate mit 10 – 15 Prozent jedoch deutlich unter der der Video-Discovery Anzeigen. Der CPV ist auch bei diesem Format mit 0,05 € – 0,15 € günstig.

5. YouTube Werbung für den sehr großen Geldbeutel

Das nächste Anzeigenmodell dürfte nur für sehr große Unternehmen in Frage kommen. Die sogenannten Masthead-Anzeigen erscheinen auf der YouTube Startseite. Die Startseite ist dann einen kompletten Tag für eine Brand reserviert. Da für diese Anzeigenart individuelle, sehr teure Mindestausgaben gelten, eignet sich eine Reservierungskampagne nur für Unternehmen mit einem großen Werbebudgettopf. Wenn dieses Format für dich trotzdem in Frage kommt, dann solltest du dich direkt mit dem YouTube Advertising Team in Verbindung setzen.

Apple Masthead-Anzeige auf der YouTube Startseite, Quelle: YouTube am 19.09.16

Apple Masthead-Anzeige auf der YouTube Startseite, Quelle: YouTube am 19.09.16

6. Für jeden Geldbeutel die passende Werbemöglichkeit

Budgetgrafik, Quelle: xpose360

Budgetgrafik, Quelle: xpose360

Wie du siehst, gibt es für jeden Geldbeutel die richtige Strategie, um Produkte oder Unternehmen auf YouTube zu vermarkten. Als ersten und einfachsten Schritt empfiehlt es sich immer, das AdWords Konto mit dem YouTube Kanal zu verknüpfen und so erste Erfahrungen über Nutzer zu sammeln und deine Remarketing Listen auszubauen.

Über Nanina Windschiegl

xpose360.de/

Nanina Windschiegl gehört seit April 2015 zum Team der xpose360 GmbH, einer internationalen Digital Marketing Agentur mit Sitz in Augsburg. Dort ist sie im PPC-Bereich tätig und schreibt außerdem Artikel für den PPCBlog.de. Ihr Werdegang im Online Marketing begann bereits 2009 bei explido>>iprospect. Immer auf der Suche nach neuen Trends begeistern sie vor allem Social-Media Kanäle sowie die Werbeformen auf Amazon.

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