Marketing Strategie

Zwischen Hochzeit und Tod – Die Gratwanderung des Webdesign in der Farbpsychologie

Der Einsatz von Farben hat im Marketing und Webdesign eine entscheidende Bedeutung. Wir zeigen euch, welches die richtige Wahl ist.

© Péter Mács - Fotolia.com

Farben können im Marketing eine entscheidende Rolle spielen, da sie in uns unterbewusst Emotionen auslösen. Wir haben uns der Wirkung von verschiedenen Farben angenommen und ihre Tauglichkeit für Werbung und Webdesign untersucht.

Erneut eintauchen in die Farbpsychologie

Generell wissen die meisten, dass helle, warme Farben wie Rot oder Gelb alarmieren und Energie geben, während dunkle, kalte Farben wie Blau oder Grün entspannend wirken und Ruhe ausstrahlen. Daher sind Warnschilder auch in Rot gehalten und Absperrbänder der Polizei gelb, wohingegen in Spa-Bereichen mit blauen Farben gearbeitet wird.

In dem Artikel Buntes Marketing – ein Ausflug in die Farbpsychologie gingen wir bereits auf die Wirkung von Farben für die Werbung ein – jetzt erweitern wir die Palette um zusätzliche Farbtöne. Nach Rot, Gelb, Blau, Orange, Grün und Lila kommen nun Schwarz, Weiß, Grau, Beige und Elfenbein hinzu. Den Anreiz dazu gab uns Jerry Cao, UX Content Strategist bei der Design-Plattform UXPin, der auf The Next Web einen Beitrag mit dem Fokus auf Webdesign verfasste.

Cao weist darauf hin, dass unterschiedliche Farben je nach Kultur verschiedene Assoziationen und Emotionen hervorrufen, sodass seine Auswertungen lediglich auf westliche Länder zu beziehen sind. Beispielweise steht Weiß hierzulande für Unschuld und wird auf Hochzeiten getragen – in Asien ist es mit Tod und Trauer verbunden.

Farben und ihre Wirkung

Schwarz – Macht, Nervosität und Perfektion

  • ruft je nach Umfeld und Wahl der weiteren Farben unterschiedliche Emotionen hervor
  • kann im Übermaß nervös machen oder gar böse wirken
  • wird für zeitlose Designs verwendet
  • steht für Macht, Autorität und Luxus
  • verkörpert Perfektion und Eleganz besonders in Kombination mit Weiß

Markenbeispiele: Bose, Nike, Montblanc

© Bose, Quelle: The Next Web

Website von Bose, Quelle: The Next Web

Weiß – Reinheit, Tugend und Einfachheit

  • stärkt andere Farben, da neutral
  • wird mit Tugendhaftigkeit und Unschuld assoziiert
  • steht für Schlichtheit und Einfachheit
  • aber auch für Sauberkeit und Sterilität
  • oftmals eine Farbe für den Hintergrund, um Akzente zu setzen

Markenbeispiele: VICE, SAP

Grau – Neutralität, Tradition und Melancholie

  • neutral, kann in bestimmten Kombinationen langweilig sein
  • Grad der Helligkeit schafft unterschiedliche Emotionen
  • steht für Seriosität und Traditionsbewusstsein
  • symbolisiert praktisches Vorgehen, technische Unternehmen setzen oft auf Grau
  • vermittelt Intellekt und Wissen
  • Silbertöne wirken modern und schnell

Markenbeispiele: Mercedes-Benz, Apple, Honda

Beige – Bescheidenheit und Verstärker für andere Farben

  • für sich allein genommen blass, kann Bescheidenheit symbolisieren
  • dunklere Nuancen wirken erdverbunden, hellere eher frisch
  • verstärkt die umgebenen Farben in ihrer Wirkung
Die Website von Dishoom, Quelle: The Next Web

Website des Restaurants Dishoom, Quelle: The Next Web

Elfenbein – Komfort, Eleganz und Schlichtheit

  • transportiert ähnliche Werte wie Weiß, aber wärmer und weniger steril
  • als Übergang für schwache und starke Farben oft genutzt

Farbschemata für Webdesign

Jerry Cao stellt in Anlehnung an tuts+ und 1stwebdesigner darüber hinaus die beliebtesten drei Farbschemata vor, die für das Design einer Website und damit auch für Marketingzwecke berücksichtigt werden können und gibt somit ein guten Einblick in die Kombinationsmöglichkeiten.

Psychology of Colors - Triadic

Quelle: tuts+

1. Triadisch

Dies ist das sicherste und verlässlichste Farbsystem, da es zwar Komplementärfarben nutzt, jedoch der Arbeit mit Kontrasten aus dem Weg geht. Dazu suchst du dir drei Farben auf dem 12-Teiligen Farbkreis aus, die jeweils im 120 Grad Winkel im gleichen Abstand zueinander stehen. Eine davon ist deine Hintergrundfarbe, die anderen zwei fungieren für den Content und die Navigation.

 

 

 

Psychology of Colors - Compound

Quelle: tuts+

2. Doppelt komplementär, gesplittet

Hierfür werden vier Farben eingesetzt. Zwei Paare sind Komplementärfarben, während die anderen zwei Farbtöne aus denen direkt daneben bestehen – somit kommt ein Kreuzmuster zustande. Dies erlaubt dir mehr Freiheiten bei der Auswahl der Farben, die trotzdem von der Wirkung der Komplementärfarben profitiert.

 

 

 

 

Psychology of Colors - Analogous

Quelle: tuts+

3. Analog

Das analoge Farbschema bedient sich der drei Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen. Somit können die vorgestellten Eigenschaften der Töne verstärkt werden. Bei dem Beispiel im Bild kreierst du ein extrem lebhaftes und energisches Schema. Ebenso wird mit Blau, Pink und Lila ein sehr beruhigendes Gefühl erzeugt. Eine monochromatische Zusammenstellung hingegen wären die drei Schattierungen eines Grundtons.

 

 

Infografik: The Psychology of Colors in Marketing 

Abschließend möchten wir euch folgende Infografik von homestead ans Herz legen, die ähnlich der von WebpageFX den Effekt einiger Farben sowie deren Nutzen für das Marketing aufgreift und verdeutlicht.

Infographic- Psychology of colors in marketing by homestead

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.