E-Commerce

Google Shopping mit neuen Regeln – was ändert sich wirklich?

Nach einer von der EU verhängten Strafzahlung von 2,42 Milliarden Euro baut Google seine Produktsuche um. Google Shopping konkurriert nun selbst mit Retailern.

Google Entrance, © Google Inc.

Verkauft Google bald Anzeigen an seine Abteilung Google Shopping? Ab dem 28. September muss Google Forderungen der EU umsetzen, die mit einer Verurteilung von vor drei Monaten in Zusammenhang stehen. Die Produktsuche sich wandeln. Doch wie soll das aussehen und welche Auswirkungen haben diese Änderungen?

Google Shopping wird zum Mitbewerber bei Google

Ende Juni hatte die EU Google aufgrund von Missbrauch der Marktmacht zu einer Strafzahlung in Höhe von 2,42 Milliarden Euro verdonnert. Man war bei der Kommission der Ansicht, dass Google User dank der eigenen Relevanz zur Kategorie Google Shopping lenke. Zudem habe man eigene Anzeigen angeblich besser – das heißt auf den ersten Seiten in den Google Suchergebnissen – dargestellt als jene von anderen Bewerbern.

Die Konsequenz aus dem Urteil war auch, dass Google Änderungen für die Produktsuche über die Google Web-Suche vorzunehmen hatte. Ab heute müssen diese dann in Kraft treten.

Google has to apply the same processes and methods to position and display rival comparison shopping services in Google’s search results pages as it gives to its own comparison shopping service,

hieß es im Statement der Europäischen Kommission. Andernfalls droht laut Bloomberg eine Geldstrafe, die fünf Prozent der täglichen Einkünfte umfasst.

So sieht sie derzeit noch aus, die Produktsuche bei Google, Beispiel: „Trinkflasche“, Screenshot Google

Um die Auflistung von Anzeigen, die die EU als wettbewerbswidrig auffasst, zu ändern, plant Google Schrittte, die von Aoife White bei Bloomberg erläutert werden.

As part of the EU remedies, the company will tweak an advertising panel at the top of the search screen that shows several pictures of products with links to retailers’ websites, one person said. Each of 10 slots will be auctioned off to give rival sites, such as Kelkoo.com or Shopzilla Inc., a chance to buy space to show links to retailers. Any changes only affect Google’s sites in Europe.

While Google Shopping can bid for those slots, it will be run separately to ensure that its bids reflect its own operating costs and aren’t subsidized by Google. Regulators have accepted that the panel is for advertising and slots cannot be given away, the person said. Each slot will be labeled with the name of the service providing the link, such as “By Google,” similar to pages that showed up on French and Dutch versions of Google last week.

Google Shopping bietet bei Google: Funktioniert das?

Google Shopping muss nun als Untereinheit von Google für Plätze bieten, die Produkte in der Web-Suche darstellen. Doch mit den Änderungen können auch andere Händler wie etwa Amazon diese Slots kaufen.

Werden aber überhaupt viele der Slots letzten Endes nicht von Google besetzt sein? Immerhin würde bei einem erfolgreichen Angebot vonseiten Google Shoppings nur Geld innerhalb des Unternehmens verschoben. Im GoogleWatchBlog wird davon ausgegangen, dass nur dann Angebote von Google Shopping legitim sind, wenn eine Profitabilität nachgewiesen werden kann. Wie genau das bei den Verhandlungen zwischen Google und Google Shopping nachvollzogen wird, bleibt abzuwarten.

Selbst bei der Suche nach E-Book-Readern sind bislang noch alle Anzeigen „Von Google“, obwohl Amazon selbst einen solchen Reader anbietet. Das könnte sich aber bald ändern, © Screenshot Google

Allerdings werden womöglich besonders die finanzstarken Retailer Anzeigen bei der Web-Suche Googles kaufen. Sodass nicht unbedingt von einem großen Zugewinn an Vielfalt der Angebote oder Angebotsanzeiger auszugehen ist.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Änderungen auf die Wahrnehmung der User auswirken. Große Händler wie Zalando oder Amazon werden ohnehin meist direkt angesteuert. Ob kleinere Händler von den erzwungenen Neuerungen bei Google profitieren können, muss fraglich bleiben. Von Interesse ist zudem, ob die EU mit dem Ergebnis zufrieden sein wird.

Unabhängig davon dürfte Google Shopping aber bei der Produktsuche über Suchmaschinen der große Player bleiben. Vielleicht kann jedoch der Monopolstatus der Suchmaschine ein wenig destabilisiert werden; wie es das EU-Urteil vor drei Monaten getan hatte.

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