Technologie

Google integriert Assistant in Messages und bietet Voice Typing für KaiOS

Der Google Assistant erhält einige Updates, wird in Chats integriert und liefert nun in noch mehr Sprachen Hilfestellung – was seine Marktmacht festigen wird.

© Google

Die Entwicklungen für die Einbeziehung von KI und Sprachassistenz sind in vollem Gange. Google setzt inzwischen in immer mehr Kontexten auf seinen Assistant, der ohnehin von sehr vielen Usern genutzt wird. Jetzt soll die KI in Chats bei Messages direkt Zusatzinformationen liefern, umfassend in Maps integriert werden und zusätzlichen multilingualen Support erhalten.

Mehrere Updates für Googles Assistant

Beim Mobile World Congress in Barcelona hat Google einige Neuerungen und geplante Features für seine längst vielfach genutzte Sprachassistenz bekanntgegeben. Im Blogpost fasst Manuel Bronstein, VP of Product für den Google Assistant, diese zusammen. Während diese Neuerungen die KI für Nutzer weltweit noch attraktiver machen sollen, wird der Assistant nach Angaben Googles in diesem Jahr bereits auf über einer Milliarde Geräten verfügbar sein. Dazu kommen 2019 mehr als 100 Millionen Geräte auf den Markt, die einen spezifischen Button für den Zugriff auf die Sprachassistenz bieten.

Nun erklärt Bronstein, dass der Assistant gerade bei vielen Apps von Google für eine Integration prädestiniert ist. Beispielsweise haben sich Anfragen, bei denen die Assistenz Nachrichten verschicken oder eingehende Texte laut vorlesen soll, um das 15-fache erhöht. Daher ist der Einsatz der KI in einzelnen Apps durchaus erwünscht. In den kommenden Wochen wird der Assistant umfassend in Maps integriert – in allen unterstützten Sprachen. Doch insbesondere der Einsatz in der Nachrichten-App Messages ist vielversprechend. In den kommenden Monaten werden englischsprachige Nutzer weltweit Vorschläge des Assistant in Messages erhalten, die Zusatzinformationen zu Filmen, Büchern, Restaurants, dem Wetter oder anderen Themen anbieten, welche in der Konversation genannt werden. Die Nutzer können den Vorschlag einfach antippen und erhalten die Information direkt in der App, mitten im Chat.

Der Assistant liefert die Information direkt in Messages, © Google

Ein langer Druck auf den Home Button zieht in der Konversation über Messages den Assistant zurate. Mit diesem Feature könnte Messages für Nutzer an Relevanz gewinnen, denn diese ist im Messaging-Bereich bisher überschaubar.

Sprachbarrieren überwinden: Auch hier hilft der Assistant

Mit den preisgünstigeren Smartphones, die die reduzierten Betriebssystemversionen Android Go oder KaiOS nutzen, können in zahlreichen Ländern mehr Menschen als je zuvor die Optionen des Google Assistant verwenden; etwa in Indien, Indonesien oder Brasilien. Zig Millionen Nutzer greifen auf diese Versionen auf ihren Geräten zurück. Deshalb werden in den nächsten Monaten auch die Google Actions für Go und KaiOS verfügbar gemacht. Im Zuge dessen wird Google einen Simulator bereitstellen, der Entwicklern anzeigt, wie ihre Actions auf diesen simpleren Smartphone-Modellen aussehen werden.

Damit weltweit umfassend auf den Assistant gesetzt wird, bringt Google jedoch noch weitere Optimierungen der Assistenz. Dazu zählt, dass auf Geräten mit KaiOS das Voice Typing eingeführt wird. Damit lässt sich Sprache unmittelbar in Text umwandeln; und zwar überall, wo es Textfelder gibt. Auf diese Weise können Nutzer auch ihre Einstellungen auf Englisch beibehalten, aber in ihrer präferierten Sprache texten und sprechen.

Eine dieser Sprachen könnte Bengali sein. Diese und sieben weitere indische Sprachen werden von der KI jetzt unterstützt. Dabei handelt es sich neben Bengali um Marathi, Tamil, Telugu, Gujarati, Kannada, Malayalam und Urdu. Google hält Sprecher dieser Sprachen an, den Assistant zu nutzen, damit die Experience für diese verbessert werden kann. Schließlich liefert Google für die KI nun weitere Sprachkombinationen im Kontext des bilingualen Assistant. Dabei kann simultan in zwei Sprachen mit der KI interagiert werden. Neben Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Japanisch und Italienisch werden hierbei jetzt ebenfalls Koreanisch, Hindi, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Niederländisch unterstützt.

Googles KI auf dem Weg zur großen Vormacht?

All diese Neuerungen machen den Google Assistant zu einer global äußerst attraktiven Sprachassistenz und dürften der KI noch mehr Traktion im Wettbewerb mit Alexa, Siri und Co. ermöglichen. Aufgrund der eigenen Marktmacht hat Google seine Assistenz früh umfassend etablieren können. Diesen Vorteil hat man dank stetiger Verbesserungen und Erweiterungen soweit genutzt, dass auch der Assistant im Begriff ist eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen. Google hatte jüngst bei den Oscars mit einer großen Werbekampagne für die Sprachassistenz überzeugt.

Allerdings liefert er den Usern einen so vielfältigen Support, dass dies nur folgerichtig erscheint. Nichtsdestotrotz sollten die Nutzer allerorten nicht vergessen – wie hilfreich der Assitant mit seinen zahlreichen unterstützenden Features auch sein mag –, dass Google durch die ausgedehnte Nutzung seiner KI auch einen massiven Datenzustrom erhält, der Vieles über die Nutzer preisgibt. Wie gewöhnlich sind die starken Optionen der Internetriesen im Austausch für relevante Daten erhältlich.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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