Social Media Marketing

Erfolg auf ganzer Linie: Wie deine Brand von User Generated Content profitiert

Immer mehr Unternehmen wollen immer mehr Konsumenten auf den verschiedenen Plattformen erreichen. Doch der Aufbau einer Community stellt sich oft als schwieriger heraus als angenommen. Wie dir User Generated Content zu mehr Erfolg verhilft.

© Flickr / Trang Angels, CC BY 2.0

Der Instagram-Hype lässt nicht nach. Viele Unternehmen versuchen inzwischen ihr Glück auf der Plattform, doch scheitert es oft am Engagement, dem Aufbau einer Community oder schlichtweg der Geduld. Der Einsatz von User Generated Content ist für viele Brands jedoch vielversprechend und könnte sich schnell auszahlen.

User Generated Content als Wundermittel für ein schnelles Wachstum?

Zugegeben, eine ansehnliche Followerschaft aufzubauen und Engagement zu erzeugen, ist oftmals leichter gesagt als getan. Brands müssen in der richtigen Frequenz und zur passenden Zeit posten und mit wohlüberlegten Hashtags arbeiten, um überhaupt einen Effekt zu erzielen. Vom neuen Algorithmus ganz zu schweigen, der sich offenbar gerade irgendwo zwischen Testphase und Rollout befindet und den Newsfeed nach einer bisher nur vage definierten Relevanz sortiert (“The ordered feed will take into account a number of signals, including the likelihood you’ll be interested in the content, the timeliness of the posts, and your relationship to the person posting”, Zitat Instagram). Vor diesem Hintergrund hat Brian Peters auf dem Bufferblog hunderte erfolgreiche Instagram Accounts untersucht, herumexperimentiert und sich mit anderen Social Media Experten ausgetauscht. Dabei fiel insbesondere eine Strategie immer wieder auf: Der Einsatz von User Generated Content (UGC).

Nachdem Buffer daraufhin selbst mehr UGC einsetzte, wuchs der Instagram Account der App in weniger als drei Monaten von knapp 6.000 auf 9.400 Follower um mehr als 60 Prozent. Der Buffer Guide erklärt ausführlich, wie es funktioniert und wann UGC Verwendung finden kann. Setzen Brands UGC sinnvoll ein, können sie ihre Accounts tatsächlich zu einem schnellen Wachstum bewegen.

Mit authentischen Inhalten kommt auch das Engagement

Was ist mit User Generated Content gemeint? Wie der Begriff schon impliziert, basiert UGC auf Beiträgen “normaler” User. Brands teilen authentische Fotos von Usern etwa oder rufen Hashtag Contests aus, um so ein hohes Engagement zu erzielen. Follower von Unternehmen freuen sich in der Regel darüber und fühlen sich geehrt, wenn diese ihre Beiträge teilen. Für beide ist es eine Win-Win-Situation: Der User profitiert von der Reichweite und das Unternehmen zeigt eine menschliche Seite, fördert seine Authentizität, das Engagement und somit auch den Social Trust.

GoPro beispielsweise könnte als Action-Camcorder Hersteller seinen Instagram-Feed mit hochprofessionellen, eigens produzierten Werbevideos und -fotos füllen, verzichtet aber darauf und postet stattdessen fast ausschließlich UGC.

© GoPro | Instagram

© GoPro | Instagram

Diese Strategie macht sich für das Unternehmen bezahlt, wie seine derzeit 8,9 Millionen Follower beweisen. Auch dass nahezu jedes gepostete Bild weit mehr als 100.000 Likes kassiert, spricht eine deutliche Sprache. GoPro weiß genau, wie das Unternehmen seine Follower auf den verschiedenen Kanälen an sich binden kann. Auf Instagram ist es eben UGC, wonach das Publikum lechzt.

UGC macht es Brands auf Instagram leichter

Brands, die auf UGC setzen, können oft eine lebendige und engagierte Community bilden und genau die Art von Bildern liefern, die die Zielgruppe sehen will. Es müssen nicht erst hochwertige Fotos oder Videos professionell in Auftrag gegeben werden, die den Followern am Ende im Zweifel nicht zusagen. Die Follower liefern selber, was ihnen gefällt und werden Teil einer aktiven Community. Sie fühlen sich ernst genommen und beachtet, wenn Unternehmen sich auf Augenhöhe begeben und danken es mit Engagement und einer starken und treuen Gemeinschaft. Das Einbinden der eigenen Follower ist daher nicht nur extrem nützlich und gesund für das Wachstum, es ist darüber hinaus auch kosteneffektiv. Ein weiterer nicht zu verachtender Vorteil ist – wir können es nur immer wiederholen – der enorme Zugewinn an Authentizität: Wenn echte User echte Stories kreieren, sogar Teil von ihnen werden, macht dieser Umstand eine Brand sehr viel stärker, denn die Produkte können sich auch im Alltag beweisen. Und was passiert, wenn echte Nutzer für deine Produkte werben? Richtig, das kurbelt nicht zuletzt die Umsätze an. Nichtssagende Werbung ist out, authentischer Content ist King.

Guide: So kreierst du deine eigene User Generated Content-Kampagne

UGC schlägt also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Du kannst deiner Community beim Wachsen zusehen, das Engagement ist in der Regel enorm hoch und deine Umsätze können sich vervielfachen. Aber wie fängst du an?

#1 Die Aussage definieren

Zuerst solltest du dir darüber klar werden, welche Botschaften die Bilder auf deinem Account transportieren oder welche Aussagen sie reflektieren sollen. Das muss nicht immer gleich bleiben, wird mit der Zeit aber einfacher. Du bist der Navigator deines Kanals und bestimmst darüber, was von dir geteilt wird. Bleiben wir bei GoPro: Würden die Verantwortlichen Tortenbilder posten, was wäre die Message der Brand? Am ehesten, dass die Kameras tolle Weitwinkelaufnahmen von Torten machen können. GoPro ist eine Outdoor Brand, richtet sich an aktive Sportler oder Globetrotter und transportiert auch genau das mit seinen actiongeladenen Fotos und Videos. Kein einziger Beitrag fällt aus der Rolle, die Message zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Account: Outdoor, Action, Emotionen.

© GoPro | Instagram

© GoPro | Instagram

Buffer hat einen kleinen Fragenkatalog entworfen, der dir hilft zu entscheiden, welche Art von Content du featuren möchtest:

  • Was macht meine Marke oder mein Produkt einzigartig?
  • Was macht meine Unternehmenskultur einzigartig?
  • Wie würde ich wollen, dass andere meine Marke oder Produkte sehen?
  • Gibt es etwas, das die Leute noch nicht über meine Marke oder Produkte wissen?
  • Was für anregende Stories haben unsere User zu erzählen?
  • Auf welchem Weg, kann ich meine Marke oder Produkte am besten darstellen?

#2 Den besten Content finden

Geeigneten und ansprechenden Content zu finden, ist gar nicht so schwer und unabhängig von der Größe eines Unternehmens. Soll heißen: Du kannst auch UGC nutzen, wenn du nicht gerade GoPro bist. Es gibt dabei mehrere Möglichkeiten User Content zu finden oder die Nutzer zu aktivieren, welchen für dich zu erstellen.

  1. Brand Generated Hashtags
    Das höchste Lob und Ziel für Instagrammer ist es, wenn Brands ihre Beiträge featuren. Denn auf diese Weise erzielen die Bilder hohe Reichweiten und Aufmerksamkeit. Nicht selten gibt es nach einem Feature einen massiven Zuwachs an Followern, was eine weitere Motivation ist, an den Contests teilzunehmen. Da sich bei Instagram alles um Hashtags dreht, solltest du erst einmal einen Brand Hashtag festlegen. Buffer etwa nutzt #BufferStories und #BufferCommunity. Wenn die Nutzer gefeatured werden wollen, nutzen sie einen der Tags oder gleich beide und auch Buffer setzt sie bei den Regrams ein. Auch lohnt es sich einen CTA (beispielsweise “Um auch gefeatured zu werden, nutze #xxx”) einzubauen, um die Kampagne am Leben zu halten. Viele Unternehmen bauen den CTA direkt in ihre Profilbeschreibung, so dass User immer direkt sehen, auf welche Hashtags sie zurückgreifen müssen.
    Mercedes-Benz-mbfanphoto
  2. Gewinnspiele
    Du kannst auch Gewinnspiele auf Instagram starten, um Aufmerksamkeit zu erhalten und neue Follower zu generieren. Birchbox etwa macht es vor:
    Birchbox-GewinnspielUm teilnehmen zu können, werden die User aufgefordert @Birchbox und @Riflepaperco zu folgen und zwei Freunde unter dem Post zu taggen. Mit diesem Gewinnspiel-Post hat Birchbox mehr als 4.600 Likes und fast 2.000 Kommentare erzielt. Manche Unternehmen fordern die User auch auf, ihre Beiträge auf den eigenen Accounts zu teilen und das Unternehmen zu verlinken, was bei Instagram derzeit nur mithilfe von teilweise kostenpflichtigen Apps oder via Screenshot möglich ist. Ob das eine gute Idee ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, zumindest im letzteren Fall kann das im Zweifel zu erheblichen Qualitätsverlusten führen. Laut den Erfahrungen von Buffer führen Gewinnspiele mit der Aufforderung Freunde zu taggen zum größten Erfolg, was den Aufbau einer Followerschaft anbelangt.

#3 Wenn die Entscheidung fällt: Die User über das Feature informieren

Wenn du dich dazu entschieden hast, UGC auf deinem Kanal zu featuren, gehört es zum guten Ton, den Auserwählten über die Nutzung zu informieren. Auf welchem Kanal du ihn kontaktierst, bleibt dir überlassen. Eine private Nachricht auf Instagram jedoch bietet sich natürlich an. Buffer hat die Anfrage auf diese Weise gelöst:

Hey there, _____! We absolutely love your Instagram account and think you are doing amazing things with photography and design. If you’re up for it, we would love to feature one of your photos on our Instagram and share a bit of your story (similar to the photo below). Of course, we will give you full photo credit and tag your account in our post! Thank you so much for your time and we look forward to hearing from you!

Wenn dafür keine Zeit oder Muße vorhanden ist, kannst du auch Repost nutzen. Die App ist kostenfrei und ermöglicht es dir, Bilder anderer Accounts zu sharen und den Urheber zu nennen, ohne dass du viel Arbeit hineinstecken musst. Der elegantere Weg ist unserer Meinung nach aber der direkte. Repost kannst du dennoch zusätzlich nutzen.

Und zum Abschluss: Schöne, inspirierende UGC Kampagnen

Oru Kayak

@Orukayak ist der Hersteller eines faltbaren Kajaks, der ebenfalls fast ausschließlich auf UGC setzt. Der Feed ist durchgehend konsistent und die Fotos, weil userbasiert, authentisch und dabei hochgradig ansprechend. Oru Kayak nutzt mehrere gebrandete Hashtags, #redefinetheoutdoors ist nur eines davon.

Orukayak-redefindetheoutdoors

Mercedes-Benz

Dem großen Erfolg von @MercedesBenz auf Instagram haben wir mit “Die 5 Erfolgsfaktoren von Mercedes-Benz auf Instagram” sogar bereits einen eigenen Artikel gewidmet. Der Automobilhersteller spart sich hochprofessionelle Kampagnen auf der Plattform und setzt mit seinen Bildern häufig auf UGC. Bei 5,2 Millionen Followern, die Mercedes allein auf einem seiner vielen Instagram-Accounts verzeichnet, freut sich sicher jeder über ein mögliches Feature.

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Sta Travel

Mit #starttheadventure hat das Online-Reisebüro ein Kampagnen-Hashtag ins Leben gerufen, das ebenfalls viel Aufmerksamkeit erzeugt und kommt derzeit auf knapp 30.000 Follower.

Sta-Travel-starttheadventure

Einen Versuch ist es allemal wert

Buffer hat hier sehr gut veranschaulicht, wie du mithilfe von UGC zu einer ansehnlichen Followerschaft gelangen kannst. Damit User deine Hashtags weiterhin einsetzen, solltest du immer halten, was du versprichst und deiner Community gegenüber loyal sein. Allzu viele Unternehmen nutzen einfach den Content anderer User ohne Nennung eines Urhebers oder kümmern sich nicht um das, was unter den Hashtags so passiert. Du solltest allerdings regelmäßig mit deinen Usern interagieren und vor allem auch einen konsistenten, aussagekräftigen Feed aufbauen.

Quelle: Buffer Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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