Technologie

Facebook wird Gesichter der Nutzer nicht mehr voreingestellt scannen

Ein Update zur Face Recognition bei Facebook bedeutet, dass das Scannen von Gesichtern auf der Plattform zu einer Opt-In-Variante wird.

© Facebook

Das Erstaunen war groß, als klar wurde, dass Facebook die Gesichter von Nutzern per default gescannt hatte. Zwar gab es stets eine Kontrolle, doch als problematisch wurde die Face Recognition trotzdem erkannt. Nun wird das Feature Tag Suggestions abgelöst und User werden nicht mehr automatisch gescannt, es gibt klare Hinweise von Facebook und einen Opt-In für die Face Recognition.

Die problematische Gesichtserkennung

In einem Blogpost stellt Facebook klar, dass die Tag Suggestions künftig keinen Bestand mehr haben werden. Dieses Feature wurde genutzt, um die Gesichter von Nutzern zu scannen, um bei einer Entdeckung in einem Foto einen Vorschlag für einen Tag machen zu können. Während die Funktion für soziale Interaktionen sorgen sollte, wurde sie von Datenschützern kritisch beäugt. The Verge berichtete kürzlich von einem Verfahren, das gegen Facebook läuft. Dabei wird dem Sozialen Netzwerk vorgeworfen, dass die Ziele insbesondere in Bezug auf das Speichern biometrischer Daten nicht transparent genug gemacht wurden. Facebook selbst betont:

We have always disclosed our use of face recognition technology and that people can turn it on or off at any time.

Verliert das Unternehmen in diesem Prozess, drohen Milliardenzahlungen. Nun hat Facebook zumindest die Grundregeln in Bezug auf die Face Recognition bei der Plattform geändert. Das Feature Face Recognition selbst wurde 2017 eingeführt und erlaubte den Nutzern bereits ein Management des Scannens ihrer Gesichter.

People gave us feedback that they would find it easier to manage face recognition through a simple setting, so we’re pairing these tools with a single ‘on/off’ control. If your tag suggestions setting is currently set to ‘none,’ then your default face recognition setting will be set to ‘off’ and will remain that way until you decide to change it.

Wer neu bei Facebook ist oder zuvor das Tag Suggestions Feature nutzte, wird nun nur noch auf die Face Recognition-Funktion zurückgreifen können. Wie diese funktioniert, erklärt Facebook zudem in einer Benachrichtigung. In der Benachrichtigung ist bereits ein Button integriert, in dem das ein- oder ausschalten der Option ermöglicht ist. Wer keine der Funktionen für sich eingeschaltet hat, soll von Facebook auch nicht gescannt werden, heißt es. Und Features wie Photo Review, bei denen angeben wird, wenn ein User in Fotos auftaucht, sofern er die Berechtigung hat, diese zu sehen, werden ebenfalls nicht aktiviert. Wer das Face Recognition Setting aber aktiv für sich nutzt, erhält keine gesonderte Benachrichtigung.

Der wichtigste Punkt aber ist, dass bei Facebook-Nutzern, die aktiv nichts tun, die Face Recognition ausgeschaltet bleibt. Dazu versichert Facebook erneut, dass die Daten, die sich aus dem Feature ergeben, nicht mit Dritten geteilt oder gar verkauft werden. Auch die Technologie wird nicht weitergegeben. Diesen Beteuerungen muss man gutmütig glauben schenken. Der Umstand, dass Facebook jahrelang mit dem Scannen biometrische Daten gesammelt und gespeichert hat, bleibt aber bestehen.

Das Update zur Face Recognition wird in den kommenden Wochen weltweit ausgerollt.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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