Technologie

Facebook lässt sich auf manchen Samsung Smartphones nicht löschen

Einige Geräte von Samsung ermöglichen zwar die Deaktivierung, nicht aber das Entfernen von Facebook. Das stimmt die Nutzer unzufrieden.

Samsung macht Negativschlagzeilen mit permanter Facebook App, Screenshot YouTube, © Samsung

Es war schon lange ein Thema bei Samsung-Nutzern, nun wird die Hartnäckigkeit der Facebook App zum Zentrum des Diskurses. Denn auf manchen Smartphones lässt sie sich nicht entfernen, wenn der User das wünscht. Die Frage, warum Samsung eine permanente Version des sozialen Mediums vorinstalliert hat, treibt die Nutzer nun um. Viele zeigen sich enttäuscht von der Marke.

Samsung spielt mit dem Wohlwollen der Nutzer

Nick Winke ist Fotograf und hat selbst erfahren, dass er Facebook auf seinem Samsung Galaxy S8 wohl deaktivieren kann, nicht aber deinstallieren. Wie Bloombergs Sarah Frier berichtet, ist es bei manchen Geräten tatsächlich nicht möglich, die Version von Facebook zu entfernen. Das basiert auf einem Deal zwischen den Unternehmen, der die permanente Version des Sozialen Netzwerks vorsieht. Im Interview gab Winke dazu an:

It just absolutely baffles me that if I wanted to completely get rid of Facebook that it essentially would still be on my phone, which brings up more questions. Can they still track your information, your location, or whatever else they do? We the consumer should have say in what we want and don’t want on our products.

Nach den zahlreichen Skandalen und Problemen bei Facebook, die zumeist im Kontext der Datensicherheit stehen, verzichten User vermehrt auf die Plattform. Dass bei manchen Geräten nun eine Entfernung der App nicht möglich ist, beunruhigt diese. Facebook gibt an, dass die deaktivierte Version sich genauso verhält wie eine deinstallierte. Demnach werden keine Daten mehr gesammelt oder an Facebook gesendet. Allerdings sind die Angaben gegenüber Nutzern wenig transparent. Und diese wollen nach den Erfahrungen der vergangenen Monate und Jahre nicht unbedingt ihr Vertrauen in Facebook setzen. Bei Twitter zeigen sich User bereits wenig begeistert.

Eine ganze Reihe erwägt deshalb den Hersteller zu wechseln.

Hersteller sind in der Zwickmühle

Für Hersteller wie Samsung ist das Problem vorinstallierter Apps, die sich nicht entfernen lassen, ein zweischneidiges Schwert. Deals mit Facebook bringen ihnen viel Geld ein – das sie durch sinkenden Absatz aber zu verlieren drohen, wenn sie die Nutzer durch fehlende Selbstbestimmung bei ihrem Gerät verprellen. Facebook wollte keine Liste angeben, die zeigt, welche anderen Hersteller die permanenten App-Versionen vorinstalliert haben. Diese Vereinbarungen seien nach Region und Gerätetyp unterschiedlich, berichtet Bloomberg weiter.

Verbrauchergruppen sind schon länger skeptisch, was derlei Vereinbarungen angeht.

It’s only recently that people have become to understand that these apps really power the spy in your pocket. Companies should be filing public documents on these deals, and Facebook should turn over public documents that show there is no data collection when the app is disabled,

sagt Jeff Chester vom Center for Digital Democracy. Zahlreiche andere Apps sind bei Smartphones oder Tablets vorinstalliert. Zudem haben auch Hersteller wie LG oder Provider wie Verizon und AT&T Deals mit App-Entwicklern abgeschlossen. Diese Entwicklung läuft der geforderten Eigenständigkeit der Nutzer, die zu mehr Datenschutz durch sie selbst führen soll, zuwider.

Samsung läuft als Hersteller nun Gefahr, einen Imageschaden zu erleiden, der gewissermaßen auf Facebook zurückgeht. Dem Nutzer jedoch eine App permanent aufzuzwingen, selbst wenn sie deaktiviert ist, bedeutet eine digital-technologische Entmündigung, die so mancher sicher nicht hinnehmen will. Während Apple keine Third-Party Apps wie Facebook vorinstalliert, lassen sich solche auf anderen Geräten meist komplett löschen. Zumindest diese Option sollte Nutzern immer gewährleistet werden, wenn sie sich für ein Gerät entscheiden. Ob Facebook im deaktivierten Zustand nicht doch einige Daten sammeln kann, bleibt trotz Dementi fraglich.

Solche Deals schaden langfristig der eigenen Reputation. So sinnvoll vorinstallierte Apps sind, sie sollten sich nicht anmaßen dürfen, die Eigenständigkeit der Nutzer zu beschneiden.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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