Social Media Marketing

Facebook Marketplace: Jetzt stehen eBay & Co. auf der Abschussliste

Mit Marketplace führt das Netzwerk einen Flohmarkt ein, der Verkaufsgruppen langfristig ersetzen und den An- und Verkauf von Gebrauchtartikeln erleichtern soll.

© Jazmin Quaynor | unsplash.com

Facebook takes over: Der Marketplace soll zentrale Anlaufstelle für an- und verkaufsfreudige User auf der Plattform werden. Laut des Sozialen Netzwerks finden sich bereits jetzt monatlich über 450 Millionen Nutzer in Flohmarktgruppen zusammen. Um sie auch weiterhin auf der Plattform zu halten, baut der Netzwerkriese die Verkaufsfunktion nun weiter aus und professionalisiert sie.

Einfache Handhabung und Kontaktaufnahme mit Usern

Der Social Riese kündigte die Einführung des Marketplace an. Das Feature ist in der App über das Marktstand-Item, das in den kommenden Tagen das Messenger-Item ersetzen wird, unten in der Bedienleiste zu erreichen.

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Marketplace ist dabei algorithmusbasiert und zeigt interessante Artikel im Umkreis an. Die Sortierung erfolgt hier zu Anfang noch nach den gelikten Pages eines Users, später basiert sie auf den Artikeln, die angeschaut, gekauft oder verkauft wurden. Per Direkt-Nachricht können Nutzer mit dem Verkäufer in Kontakt treten und alles Weitere privat klären. Um eigene Artikel zu verkaufen, lädt der User einfach ein Foto hoch und fügt die Standardangaben wie Beschreibung, Preis und Artikelstandort hinzu. Die Nutzung ist kostenfrei, Facebook erhebt also im Gegensatz zum Auktionshaus eBay oder Amazon keinerlei Gebühren für den Verkauf.

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Die Nutzung ist vergleichsweise einfach und erinnert stark an eBay Kleinanzeigen oder Amazon: Artikel sind nach Kategorien sortiert und werden in einem bestimmten Radius angezeigt, der vom Nutzer allerdings selbst angepasst werden kann. Ist eine Suche erfolglos, so kann er beispielsweise den Radius erweitern. Das Feature ist auf die mobile Nutzung ausgelegt, eine Desktopversion soll aber folgen.

Beispiel Angebotes und des Umkreises auf dem Marketplace.

Beispiel Angebotes und des Umkreises auf dem Marketplace.

Wichtigster Vorteil: Jeder kann auf Marketplace den Handelspartner selbst überprüfen

Mit der Einführung des Marketplace bedient Facebook die Interessen der User und will sie länger auf der Plattform halten, nicht zuletzt um seine Werbeeinnahmen weiter zu steigern. Wie The Verge berichtet, stammen bereits 84 Prozent des Umsatzes von Facebook von Smartphone-Nutzern. Schon jetzt ist Facebook für viele seiner weltweit 1,7 Milliarden User Dreh- und Angelpunkt ihrer Internetaktivitäten und diese Position will der Netzwerkriese weiter ausbauen.

Das Anbieten von Waffen, Tieren, Alkohol und anderen Dingen ist im Marketplace, genau wie bereits in den Verkaufsgruppen auf Facebook, verboten. Auch übernimmt das Social Network keinerlei Haftung oder Garantie, jeder User trägt die Verantwortung für sich selbst. Geht ein Kauf schief, ist er auf sich allein gestellt. Allerdings könnten die vorhandenen Userprofile der Beteiligten ein wenig Sicherheit geben: Jeder kann das Profil des Verkäufers oder Käufers besuchen und dort abschätzen, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt oder nicht. Niemand wird gezwungen etwas von jemandem zu kaufen, dessen Profil er nicht traut. Zur beliebten eBay Kleinanzeigen App ist dies natürlich ein riesiger Vorteil, denn dort sind keine reichhaltigen Nutzerprofile einsehbar, die eine Einschätzung erleichtern würden.

Da Facebook User ohnehin täglich viel Zeit in der App verbringen, könnte die nur in geringem Maße vorhandene Anonymität sich gegenüber eBay auszahlen und die Nutzer dazu bewegen, Flohmarktkäufe auch direkt auf dem Sozialen Netzwerk zu tätigen.

Marketplace wird in den kommenden Tagen in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland ausgerollt. Weitere Länder sollen in den nächsten Monaten hinzukommen.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

3 Gedanken zu „Facebook Marketplace: Jetzt stehen eBay & Co. auf der Abschussliste

  1. Timo

    Hallo Tina,

    ich bin auf deinen interessanten Artikel gestoßen. Finde ihn sehr hilfreich. Vor allem aber deine Erläuterungen dazu was mit dem Facebook Marketplace auf uns zukommt, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür. Hat mich echt inspiriert.

    Liebe Grüße
    Timo

    Antworten
  2. Frank

    Bitte schreibt doch auch einen entsprechenden Artikel, wenn die deutsche und die Desktop-Version „ausgerollt“ sind… Ich konnte mich mit Ebay oder Amazon Marketplace nie wirklich anfreunden, aber diese Idee wirkt auf mich recht sympathisch.

    Antworten

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