SEO - Suchmaschinenoptimierung

Event Ranking ohne Links: Google versucht Veranstaltungen neu zu bewerten

Ein Patent von Google zeigt ein neues Ranking-System für Events auf Grundlage eines Beliebtheits-Scores. Links spielen eine untergeordnete Rolle.

© Flickr - Håkan Dahlström, CC BY 2.0

Ein neues Patent von Google, das die Bewertung von Events in den Suchergebnissen neu definiert, ist im Sommer zugelassen worden. Damit würde das Ranking von Veranstaltungen auf Google von einer Vielzahl neu mitgedachter Faktoren abhängig und weniger auf den verweisenden Links basieren. Im Folgenden fassen wir für euch zusammen, wie das neue Ranking funktionieren würde.

Event-Rankings auf Google

Das Google-Patent bezieht sich auf Events, die tatsächlich in physischen Lokalitäten stattfinden. Geboren ist es aus dem Gedanken, dass es für potentielle Teilnehmer oft schwierig ist, bei zeitgleich an einem Ort stattfindenden Events das für sie geeignetste herauszufiltern. Dabei nutzen sie meist Suchmaschinen im Netz, um Eindrücke zu anstehenden Veranstaltungen zu gewinnen. Wenn sich für Personen also die Frage stellt, ob sie eher ins Stadion, in die Galerie oder zum Konzert gehen sollen, orientieren sie sich oftmals am Ranking in den Suchergebnissen.

Für eine klarere Strukturierung des Event-Rankings – auch in Bezug auf entsprechende Kategorien und Beliebtheit – setzt das Patent von Google ein vielschichtiges Bewertungssystem an.

Das Patent im Überblick

Das Patent beschreibt zunächst einen Prozess. Bei der Methode werden real existente Örtlichkeiten ausgemacht und Daten dazu gesammelt. Daraufhin zieht Google Daten zu der Zahl der Events heran, die dort in einem festgelegten Zeitraum stattfinden. Für jedes dieser Events wird eine Vielzahl von Bewertungskriterien errechnet, darunter:

  • Suchergebnisse, die a) eine Suche nach der Lokalität zum Inhalt haben und b) einen Indikator für Interesse am Event an diesem Ort aufweisen
  • Die Festlegung einer Position im Ranking unter Suchergebnissen, die das Event erwähnen
  • Die Festlegung einer Frequenz der Erwähnung des Events in Beiträgen, die die Suchergebnisse vorschlagen

Sie werden zu einem ersten sogenannten Signal Score zusammengefasst. Zudem erstellt Google mit Hilfe der verschiedenen Signal Scores auch sogenannte Popularity Scores, also Beliebtheits-Bewertungen.

Für die Beliebtheits-Bewertung ist ein Dreischritt vorgesehen. Zunächst wird ein vorläufiges Ranking von Veranstaltungen auf Basis von Popularity Scores angenommen. Dann wird auf Grundlage dieses Rankings ein modifizierter Popularity Score entwickelt, mit dessen Hilfe ein neues (Beliebtheits-)Ranking aufgerufen werden kann.

Verschiedene Faktoren für Signal Scores werden zu einem wertenden Popularity Score verbunden, © Google, Quelle: seobythesea.com

Verschiedene Faktoren für Signal Scores werden zu einem wertenden Popularity Score verbunden, © Google, Quelle: seobythesea.com

Die Faktoren für die Beliebtheits-Bewertung

Da die Beliebtheits-Bewertungen von den sogenannten Signal Scores abhängen, lohnt sich ein Blick auf die Faktoren, die bei diesen ,Scores‘ berücksichtigt werden. Dabei können Kategorien für die Events ermittelt und einzelne Veranstaltungen in ihren jeweiligen Kategorien auf Grundlage der Kriterien höher rangierender Events abgewertet werden.

Ein weiteres Element für die Erstellung eines ersten Signal Scores kann die Ermittlung der Zahl der Ticket-Verkaufsstellen unter den Websites sein, die mindestens eine Erwähnung der Veranstaltung aufzeigen. In ähnlicher Manier wird in einem anderen Schritt auch festgestellt, ob eine Veranstaltung eine eigene Website hat. Dabei wird auch die höchste Zahl der Zugriffe auf die Seite in einem festgelegten Zeitraum sowie die Relevanz der Website für das Event geprüft.

In der Kombination der einzelnen Faktoren für Signal Scores werden diese von einem ersten stets mit fortlaufenden Zahlen weiterentwickelt, sodass die gerade erwähnten Faktorengruppen zur Entwicklung eines zweiten Signal Scores beitragen usw.

Ergänzende Faktoren in einer fortlaufenden Optimierung der Signal Scores sind auch die Datenanalyse zu betroffenen Lokalitäten und die Ermittlung ihrer globalen Popularität. Auch in Bezug auf die Kategorien werden Daten erhoben; und es wird klargestellt, ob die Kategorien einen Status als ,promoted‘ oder ,degradiert‘ innehaben (als ,promoted‘ können Festivals gelten, als ,degradiert‘ eine Fachmesse). Letztlich werden dann noch Daten zu den spezifischen Veranstaltungslokalitäten (Sporthallen etc.) gesammelt, wobei beispielsweise die Zahl der Sitzplätze in eine Bewertung mit einfließt. Die Erhebung von Daten kann zum Teil auch aus Suchanfragen und deren Prominenz beziehungsweise der Prominenz der Ergebnisse bei Suchmaschinen abgeleitet werden.

Die erhofften Effekte

Die im Patent beschriebenen Vorteile einer solchen Methode zielen vor allem auf eines ab: als User ein passendes und beliebtes Event schnell zu finden. Solche wären nach Angaben im Patent all die, die möglichst viele der Kriterien erfüllen. Es soll auch gewährleistet sein, dass die höher rangierenden Events sich inhaltlich unterscheiden.

© Flickr / Duncan Price, CC BY 2.0

Lokale und beliebte Events, hier das Jack in the Green-Festival in Hastings, sollen über optimierte Metriken für User leichter zu identifizieren sein,  © Flickr / Duncan Price , CC BY 2.0

Ein so erstelltes Ranking kann auch für verschiedene Systeme nutzbar gemacht werden. Empfehlungswebsites könnten das Ranking nutzen, um Event-Empfehlungen an User-Interessen anzupassen.

Diese Methode distanziert sich von dem Ranking der Events auf Basis von Links und geht einen sehr ausdifferenzierten Weg. Möglicherweise sind diese Faktoren allgemeingültiger und weniger der Manipulation ausgesetzt. Wie genau Google Events bewerten wird, weiß im Endeffekt nur die Suchmaschine selbst. Dieses Patent zeigt jedoch wieder einmal, dass Google bei der Erstellung seines Rankings auch mit Blick auf Veranstaltungen weniger auf Links vertrauen möchte.

Noch ist das Patent zwar zugelassen, aber nicht in Aktion getreten. Es ist abzuwarten, inwiefern eine etwaige Verwendung der Methode die Suchergebnisse für Events verändern wird. Marketer sollten jedoch die Logik der Kriterienbestimmung im Hinterkopf behalten. Denn es könnte in Bezug auf SEO weitere Anpassungen geben. Diese Dynamiken spielen natürlich auch für potentielle Werbeoptionen eine Rolle.

Quelle: SEO by the Sea

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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