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Dreamforce 2018: Wie Salesforce die 4. industrielle Revolution meistern will

171.000 Menschen wandeln aktuell in San Francisco auf einem der wohl größten Tech-Campus der Konferenzgeschichte umher und lernen neben dem Umgang mit der Salesforce Cloud auch soziale Verantwortung zu tragen.

Marc Benioff, CEO Salesforce, © Jakub Mosur Photography

Einmal im Jahr verwandelt sich San Francisco zur Spielwiese von Salesforce. Die Dreamforce ist sogar den Bewohnern ein Begriff, der Zeitpunkt, an dem es in der Innenstadt „crazy“ wird. Der CRM-Spezialist veranstaltet eine viertägige Konferenz, die seinesgleichen sucht. 171.000 User – sogenannte Trailblazer – folgen seinem Ruf und bevölkern die kalifornische Metropole. Das Programm ist dabei so bunt wie die Teilnehmer: Vorstellung von Produktneuheiten, Workshops für den effektiven Einsatz der Salesforce Cloud, Sessions über die Gefahren von Technologie oder den Umweltschutz und Unternehmerpanels – um nur einen winzigen Ausschnitt der über 2.700 Veranstaltungen zu beleuchten. Als Schauplatz dienen neben dem riesigen Moscorne Center, in dessen unteren Etage gleichzeitig eine Messe für Kunden stattfindet, auch etliche Hotels, Museen und Kinosäle.

Drei Produktneuheiten auf der Dreamforce 2018

Die Keynote verortet das eigene Produkt in einem größeren Rahmen. Wir befinden uns demnach mitten in der vierten industriellen Revolution. Nach Dampf, Elektrizität und Computing markiert nun (Künstliche) Intelligenz den nächsten Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Die Customer Success Plattform von Salesforce soll die Antwort darauf sein.

Insgesamt präsentiert Salesforce auf der Dreamforce drei wesentliche Neuheiten für diese Plattform:

Einstein Voice in der Praxis

Einstein Voice bringt Spracherkennung in die Cloud und soll auch in Zukunft das Interface für viele Produkte sein. Die KI Einstein Analytics kann aus den eingesprochenen Texten Verknüpfungen herstellen und Aktionen ableiten. So werden laufende Projekte per Sprachbefehl auf den neuesten Stand gebracht, Briefings erstellt, Dashboards aufgerufen oder Bots aktiviert. Einstein übernimmt unter anderem auch die Prognose für das richtige Einkaufsverhalten von Franchise Playern und macht damit die Auswertung von etlichen Excel-Tabellen obsolet.

Salesforce Customer 360, das schon seit einiger Zeit mit ausgewählten Kunden getestet wird, soll der Fragmentierung im Data Management entgegenwirken und Informationen aus sämtlichen unterschiedlichen Datenpunkten zusammenführen. Dabei unterstützt Mulesoft, dessen Anypoint Platform im Frühjahr akquiriert wurde. Das Ziel ist es, eine einheitliche Kunden-ID in allen Produkten und Apps zu erreichen, dabei werden auch APIs mit einbezogen. In der Praxis können so beispielsweise global agierende Händler alle verfügbaren Kundendaten einsehen und nachvollziehen, was der Kunde on- und vor allem offline gekauft hat. Dies soll zum Beispiel im Relationship Management wertvolle Vorteile bringen. Einige Kunden zeigen, wie sie mit Customer 360 umgehen, darunter Metallica, die „mittlerweile beinahe als Hausband von Salesforce gilt“, wie Drummer Lars Ulrich erklärt. Ab 2019 soll Customer 360 dann für alle Kunden zur Verfügung stehen.

Eine technologische Partnerschaft mit Apple stellt den dritten großen Punkt dar, der auf der Konferenz vermittelt wird. Neben der iOS App-Optimierung sind ein neues SDK und Updates für die hauseigene Learning-Plattform Trailhead geplant. Auch mit Amazon wird zukünftig enger zusammengearbeitet. Die Integration von AWS in die Cloud dürfte für viele Nutzer ein willkommenes Update darstellen.

Bret Taylor, Co-Founder und CTO von Salesforce, präsentiert Produktneuheiten, © Jakub Mosur Photography

Eine brandneue Cloud für das soziale Engagement

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung stecken nicht nur in der DNA von San Francisco, sondern auch von Salesforce. Die Mitarbeiter des Unternehmens verrichten regelmäßig gemeinnützige Arbeit, wenn sie nicht gerade in einem der zwei Wolkenkratzer in Downtown anwesend sind, zu denen sich nun mit dem Salesforce Tower ein dritter mit 61 Stockwerken gesellt hat. Einen Teil des Umsatzes, der 2019 mit über 13 Milliarden US-Dollar prognostiziert wird, spendet Salesforce erfahrungsgemäß. CEO Marc Benioff ruft in seiner Keynote, der zusätzlich über 10 Millionen Zuschauer online folgen, jedes Unternehmen der Welt dazu auf, es ihm gleichzutun und soziale Projekte zu unterstützen. Denn „Business is the greatest platform for change“, meint der Mann, der erst vor kurzem gemeinsam mit seiner Frau das Time Magazine für 190 Millionen US-Dollar gekauft hat.

Besucher auf der Dreamforce 2018, © Jakub Mosur Photography

In diesem Sinne stellt die Führungsriege auf der Dreamforce ein weiteres neues Mitglied in der Produktfamilie vor: die Philantrophy Cloud. Sie soll es leichter machen, mit Nonprofit-Organisationen in Kontakt zu treten, potentielle Spender anzusprechen und die Unternehmenskultur auf ein neues Level zu heben. Die Cloud hilft bei der Kreation von Content und der Verwaltung von sozialen Kampagnen.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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