SEO - Suchmaschinenoptimierung

Die unendliche Geschichte des Scrollens: Infinite Scrolling mit positivem SEO-Effekt

Was ist Infinite Scrolling und wie implementiert ihr es auf eurer Website am effektivsten? Eine Pagination ist in jedem Fall unabdingbar.

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Infinite Scroll – auf deutsch heißt dies ganz einfach „unendliches Scrollen“ – ermöglicht dem User, am Seitenende entweder durch einen Klick direkt auf die Startseite zurückzukehren oder weitere Beiträge zu laden. Dies kann auch ohne einen Klick auf einen Button geschehen: dem Anwender werden dann automatisch weitere Ergebnisse angezeigt, sobald er herunterscrollt.

Diese Form von Web Design wird immer häufiger im Netz verwendet. Es gibt allerdings bestimmte Dinge, auf die ihr dringend achten müsst, damit ihr eurem SEO nicht schadet und eure User nicht verschreckt.

Achtet darauf, dass Google alle eure Inhalte auch indexieren kann

Suchmaschinen tun sich schwer mit Infinite Scrolling. Ihr solltet deshalb unbedingt alternativ auch eine paginierte Version eurer Seite für Suchmaschinen anbieten können, oder euch gegebenenfalls eine Sitemap anlegen.

Wichtig ist es zudem auch, dass alle Inhalte auf eurer Seite einzeln verlinkt werden können. Das Thema Deep Linking sollte aus SEO-Sicht nicht vernachlässigt werden.

Des Weiteren ist der Googlebot so programmiert, dass er zunächst lediglich den Content indexiert, der als erstes auf der Webseitenoberfläche erscheint – also ohne Scrolling. Damit auch eure gescrollten Inhalte von Google registriert werden, müsst ihr dem Suchmaschinengiganten helfen, eure gesamte Seite zu indexieren und zwischen den einzelnen internen Seiten zu unterscheiden. Dies kannst du mit einer Interlinking Strategy erreichen. Damit erlaubst du Google, deine komplette Seite crawlen zu dürfen. So kannst du sicherstellen, dass die Bereichsautorität deiner Seite hoch bleiben wird.

Wie fügst du eine Interlinking Strategy ein?

Für eine Interlinking Strategy benötigst du zunächst ein klassisches Pagination-System, das beispielsweise so ausschaut:

Unbenannt

Quelle: Searchenginewatch

Pagination ist allerdings nicht nur dafür da, ein besseres Crawlen zu ermöglichen, es ist absolut notwendig für User, die das JavaScript Display in ihrem Web Browser ausgeschaltet haben.

Als nächsten Schritt solltest du für jede Unterseite dringend eine eigene URL (beispielsweise site.com/page/A, site.com/page/B, et cetera) sowie eine einzigartige Unterschrift (website – Page A, website – Page B, et cetera) einfügen. Dies erleichtet die Arbeit der Suchmaschinen und auch die User haben die Möglichkeit, die einzelnen Unterseiten direkt zu verlinken. Zudem sollte eure Pagination immer einen „Zurück“- und „Nächste“-Button besitzen. Ein weiterer Tipp: Verwende in dem System die REL und CANONICAL Meta Tags, damit entgehst du der Gefahr Duplicate Conten einzufügen.

Zusammengefasst: Ohne klassische Seitenzählung wird der Googlebot nicht im Stande sein, auf eure Inhalte zuzugreifen. Infinite Scrolling bringt ein Scrollen mit sich, das der Roboter in der Theorie nicht verarbeiten kann. Das heißt: Wenn du kein Scrollen ermöglichst, gibt es keinen Content. Wenn du keinen Content hast, dann keine Suchergebnisse. Pagination ist dementsprechend unverzichtbar.

Weitere Elemente, die ihr für die interne Linkstruktur in euer Web Design einfügen müsst, sind:

  • Gut strukturierte Menüs: Habe keine Angst, in deinen Menüs alle inneren Seiten einzuschließen, die deiner Meinung nach geeignet sind (Kategorien, Anhängsel, Artikel, usw.)
  • Vermeide No-Follow-Links: Überraschenderweise nutzen viele Seiten die No-Follow-Funktion für ihre internen Links. Ein großer Fehler, denn dies zeigt Google schlicht und einfach, dass du deinen internen Seiten nicht vertraust. Weglassen!
  • Ein Modell für die interne Verlinkung: Nutze Modelle, in denen du am Ende der Seite auf „Ähnliche Artikel“ oder „Relevante Artikel“ verweist.
  • Sitemap: Mit einer Sitemap hilfst du beim Indexieren deiner Seite. Empfehlenswert!

Infinite Scroll soll dem User helfen, nicht schaden

Ein großer Nachteil beim Infinite Scrolling ist, dass der Scroll-Balken seine Wirkung verliert. Damit wird dem Nutzer automatisch die Übersicht genommen, wie lang der Artikel noch ist. Deshalb müsst ihr dem User eine andere Möglichkeit der Navigation geben. Viele Webseitenbetreiber machen dies zum Beispiel, indem sie den Scroll-Balken weiterhin nutzen und ihm eine Prozent-Angabe verpassen.

Auf jeden Fall solltet ihr eure User in Kenntniss darüber setzen, dass dynamisch neue Inhalte geladen werden. Ansonsten kann das schnell zu Verwirrung führen. Statische Header und Footer sind zudem notwendig, sofern man Inhalte automatisch lädt und keine weiteren Buttons einsetzt. Außerdem sollten Seitenbetreiber eine Funktion einfügen, die sich die letzte Position des Users merkt, bevor das Infinite Scrolling beginnt. History.pushState hilft dabei: history.pushState(stateObject, title, URL); window.onpopstate = function(event) {window.location = window.location; }.

Achtet beim Implementieren zusätzlich darauf, dass ihr es stufenweise einfügt. Für eine „progressively improving“ muss das Infinite Scroll die notwendigen JavaScript-Elemente laden. So funktionierts:

Implementierung vom Infinite Scrolling

Implementierung vom Infinite Scrolling

1. Der Nutzer ruft eine Seite auf und erreicht den Content der Seite.

2. Wenn das Limit beim Scrollen des Contents erreicht ist, fängt eine JavaScript-Funktion an zu laufen und fordert neuen Content vom Server an.

3. Wenn der Server mit neuem Inhalt antwortet, dann formt eine andere JavaScript-Funktion die Daten in eine HTML-Page zusammen.

4. Wenn dann noch mehr Inhalt zum Download bereit steht, antwortet der Server mit einem 404 error, der jedoch dem User nicht angezeigt wird. Vielmehr wird ihm eine Nachricht zugespielt, dass der Inhalt ausgelastet ist. Dieses Feature gilt für das Auf- und Abscrollen.

Was haltet ihr von dem Infinite Scrolling? Ist es sinnvoll, um die User länger auf eurer Seite zu behalten, oder verwirrt es nur?

Quelle: Searchenginewatch

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

2 Gedanken zu „Die unendliche Geschichte des Scrollens: Infinite Scrolling mit positivem SEO-Effekt

  1. nils

    wenn ich merke, dass eine seite so ist, suche ich aus prinzip das weite… ich habe kein bock auf endlose und unübersichtliche inhalte, wo dann teil- und dummerweise noch das impressum und co erst am ende zu finden ist, sodass man dort garnicht ohne weiteres hingelangt…. oder das wiederfinden alter inhalte… eine katastrophe… endless scroll ist imho ein zeichen dafür, dass man es sich bei der entwicklung nur einfach machen wollte… also sowas wie eine budget-website, sowas was man eben als 10 jähriger ncoh auf die reihe kriegt. dreht es wie ihr wollt… mir und nicht nur mir, macht das internet wegen solchen sachen immer weniger spass… aber es ist ja so innovativ und muss desshalb übrall einzug halten, auch wenn sich ein grossteil der nutzer negativ dazu äussert… nein es wird mit biegen und brechen mehr und mehr so umgesetzt… noch schlimmer sind seiten, bei denen man als hintergrund irgendwelche annimierten grafiken in kombination mit „kaum inhalt“ hat die einem die ressourcen (rechner,traffic) auffressen. „hautsache es sieht gut aus“ scheint die am weitesten verbreitete internetseuche zu sein *rolleyes*

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    1. Torsten

      „endless scroll ist imho ein zeichen dafür, dass man es sich bei der entwicklung nur einfach machen wollte“

      Nö, weil man gezielt User auf anderen Devices mit einem völlig anderem Userverhalten ansprechen wollte – die jenes auch in die „Desktopwelt“ mitnahmen. Auf einem Tab ist’s nämlich meist genau umgedreht: Da nerven die meisten User kleinteilige breadcrumbs und „infinity“ Menüs, die easy mit der Maus, aber nicht mit den Wurstfingern und langsamen Touchdisplays zu bedienen sind.

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