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CPC-Absturz: Scammer infiltrieren Google AdSense und fluten Publisher mit Fake-Ads

Hässliche Werbeanzeigen mit ungültigen URLs machten sich in den vergangenen Wochen bei AdSense breit und verärgerten weltweit Publisher. Die Hintergründe.

© thomas vanhaecht - Pexels

Google wurde in den vergangenen Wochen von Scammern heimgesucht, die das AdSense Netzwerk infiltrierten. Die Folgen: deutliche Einbrüche des CPC und damit weniger Umsatz für Publisher sowie haufenweise hässliche Werbeanzeigen. Jetzt will der Konzern dem Betrug einen Riegel vorgeschoben haben.

AdSense-Betrüger prellen Publisher und blockieren deren Inventar mit Fake-Anzeigen

Viele Publisher, die mit AdSense arbeiten, beobachteten inbesondere Anfang August einen unverhältnismäßig starken Einbruch des CPC. Gleichzeitig wurde das Inventar der Seitenbetreiber mit unschönen Ads für Meme- und Fun-Seiten geflutet. Weltweit wandten sich Twitter-User hilfesuchend an Google. Barry Schwartz hat nun auf Search Engine Roundtable zusammengefasst, was dahintersteckt.

Fake-Ad auf OnlineMarketing.de vom 28.07.2017

Die Scammer schafften es, grauenvolle Anzeigen in das Werbenetzwerk hineinzuschmuggeln, für die sie ungültige URLs hinterlegten. Im Anschluss boten sie für das Inventar der Publisher horrende Preise. Damit stachen sie die Gebote der anderen Werbetreibenden auf die Flächen aus und sorgten für eine hohe Präsenz auf einer Vielzahl unterschiedlicher Seiten. Klickte ein User auf einen solchen Banner, bekam er lediglich eine Fehlerseite von Google zu sehen. Teilweise waren sie gar nicht erst klickbar. Die Advertiser bezahlten somit nicht für den Klick, Google und Publisher verdienten kein Geld und der CPC sank, wobei das wertvolle Inventar unnötigerweise blockiert wurde. Im Webmaster World Forum sprechen Betroffene von einem CPC-Einbruch von 60 Prozent.

Sammlung der Fake-Anzeigen, die ein Publisher blockiert hat, Quelle: Search Engine Roundtable

Google lässt sich für die Problemlösung Zeit

Nachdem sich Publisher öffentlich über die sinkenden Klickpreise und die Fake-Ads beschwerten, reagierte Google nur allmählich und gab erst am 10. August ein Statement dazu ab:

Over the past 48 hours, a number of AdSense publishers alerted us to an issue with declining cost-per-click for ads on their sites. We were able to identify the cause of the issue quickly and resolve it quickly: Several ad buyers were using irresponsible campaign parameters, lowering query coverage for specific creative types in some countries. The ad buyers responsible have been blacklisted and impacted publishers should see that their coverage is back to normal in their AdSense account.

Dabei liegt die angegebene Zeitspanne mit zwei Tagen laut Barry Schwartz deutlich daneben. So machte Craig Silverman von Buzzfeed bereits Ende Juli auf die Anzeigen aufmerksam:

Ad der Scammer auf The Atlantic, Quelle: Craig Silverman / Twitter

Vorerst scheinen die Scammer besiegt. Die Einnahmen, auf die betroffene Publisher verzichten mussten, sind jedoch endgültig verloren. Der GoogleWatchBlog verweist angesichts dessen darauf, dass einer der Beteiligten durchaus auf den Gedanken kommen könne, Google zu verklagen. Es bleibt also abzuwarten, welche Konsequenzen die Aktion nach sich zieht.

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