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Bezahlen um raufzukommen: Jetzt schon über 300 Firmen auf der Whitelist von AdBlock Plus

Giganten wie Microsoft, Amazon oder Google bestätigen jetzt, dass sie bereits bezahlen, um auf der Whitelist vom größten Adblocker zu stehen.

© slasnyi - Fotolia.com

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Am Sonntag haben die Firmen Google, Microsoft, Amazon und Taboola der Financial Times bestätigt, dass es bezahlte Deals mit dem AdBlock Plus Anbieter Eyeo gibt, um auf der Whitelist des Adblockers zu stehen.

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10 Prozent aller Whitelist Einträge sind bezahlt

Die meisten (insbesondere kleine) Seiten kommen auf die Whitelist, wenn sie ihre Werbung im Rahmen der “Acceptable Ads” Initiative ausspielen. Die Eyeo GmbH bestätigte gegenüber OnlineMarketing.de: “In allen Fällen müssen die Kriterien stimmen, sonst ist eine Zertifizierung nicht möglich.” Die Frage, ob Geldzahlungen den Prozess des Whitelisting beschleunigen können, wurde verneint. Jedoch wurde noch einmal bestätigt, dass ein Geschäftsmodell besteht, welches den Whitelisting Vorgang “in Rechnung stellt”.  Die Internetseite Ars ist sich dabei sicher, dass ab einer bestimmten Firmengröße proaktiv von der Eyeo GmbH nach einer Gebühr gefragt wird, um gewhitelisted zu werden.

Firmenpolitik verändert sich im Verlauf der Zeit

Noch 2012 sagte Till Faida, Managing Director bei Eyeo, gegenüber der New York Times: “Wir haben in keiner Weise etwas verkauft”. 2013 wurde dann verkündet, dass rund 10 Prozent der Einträge auf der Whitelist bezahlt sind. Bis Oktober 2013 gab es 777 unentgeltliche Bewerbungen für die Whitelist, von denen 78 bestätigt wurden. Gegenüber Ars kommunizierte Ben Williams, AdBlock Plus Communications Manager, nun aktuell “über 1.500 Bewerbungen” bei “mehr als 300 Bestätigungen”.

Anzeigen auf der Whitelist in den Standardeinstellungen

Die Nutzer von AdBlock Plus können in den Einstellungen auch die Firmen blocken, die sich auf der Whitelist befinden. Der Löwenanteil der Nutzer verändert jedoch logischerweise nichts an den Einstellungen.

Eyeo setzt auf die eigene Kampagne “Acceptable Ads”

Das Unternehmen hinter AdBlock Plus stellt sich gern als Aufseher und oberstes Gericht dar und verschleiert das Vorgehen mit eigenem Interesse an besserer und nicht störender Werbung. Wie Williams sagt, seien sie selbst überrascht, dass Personen sich nicht im Klaren sind, dass es eine Whitelist gibt. Zudem möchten sie Aufklären und mit ihrer “Acceptable Ads” Initiative missionieren sowie Nutzern ihre Ansichten bewusst machen.

Wie steht ihr der Story gegenüber? Seid ihr grundsätzlich Pro oder Contra Ad Blocker?

Quellen: Financial Times & ars technica

Über Marc Stahlmann

Marc Stahlmann

Marc Stahlmann verantwortet als Geschäftsführer von OnlineMarketing.de inhaltliche sowie geschäftliche Aspekte und Weiterentwicklungen. Als studierter Betriebswirt, Startup-Fan und Online Marketer ist er vertraut mit dem aktuellen Marktgeschehen. Zudem ist er Mitgründer und Organisator vom Online-Karrieretag, der größten Karriereveranstaltung für die Digitalbranche.

2 Gedanken zu „Bezahlen um raufzukommen: Jetzt schon über 300 Firmen auf der Whitelist von AdBlock Plus

  1. Martin Bahls

    Mich stört an dieser Debatte immer, dass die “Geschädigten” anscheinend nie an den User denken. Hier wird alles auf AdBlock geschoben, anstatt sich zu fragen, warum den überhaupt so viele nutzen. Letztendlich sollte es doch mir als User überlassen bleiben, was ich sehen will und was nicht.

    Wieso Werbung als einziger “Content” im Netz das Vorrecht genießen sollte, OHNE mein aktives Zutun auf meinem Bildschirm (und damit auf meiner Festplatte) zu landen, wenn auch nur temporär, hat bis heute keiner erklären können. Und daher hat man auch noch keine Klagen angestrebt – als ob Google, Microsoft und Co. nicht genügend gute Anwälte hätten. Die haben denen aber wahrscheinlich auch gesagt, dass man auch als Werbetreibender kein Anrecht darauf hat, dass die Werbung auch beim Kunden ankommt. Bei einer Internetseite handelt es sich nämlich nicht um ein Plakat im öffentlichen Raum, dessen Entfernung die tatsächliche Werbebotschaft behindert und daher auch strafbar ist – es handelt sich, wenn auch nur temporär, um Daten auf MEINER Festplatte. Das bedeutet, dass Werbetreibende hier das Recht einfordern, bestimmen zu wollen, welche Daten auf meiner Festplatte zu landen haben, während die Entwickler des ursprünglichen Adblock dieses Recht eindeutig NICHT bei den Werbetreibenden sehen, sondern beim User. Kann man mal drüber nachdenken.

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  2. mercalli12

    Vollkommen absurd. Habe ABP wieder runtergehauen. Das kann man echt nicht unterstützen.

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