E-Commerce

Amazon erschwert es Händlern kritische Bewertungen zu verdrängen

Ein kleines Update auf der Plattform soll die Manipulation von Rezensionen regulieren.

© Christian Wiediger - Unsplash

Bewertungen gelten als einer der größten Treiber bei der Kaufentscheidung online. Da in der Vergangenheit auch von Händlerseite viel getrickst wurde, schafft Amazon jetzt den Button „Nicht nützlich“ ab. Dies soll Manipulationsversuchen vorbeugen.

Das Verschwinden eines Buttons vereiltelt Manipulationen

Amazon zeigt seit jeher einige ausgewählte Rezensionen direkt auf den Produktseiten. Erst in einem zweiten Schritt können alle Bewertungen angesehen und in einem dritten nach eigenen Filterregeln sortiert werden. Wie genau das System die Auswahl trifft, welche Reviews prominent dargestellt werden, ist weitgehend unklar. Eine Rolle spielen beispielsweise „verifizierte Käufe“, also jene, die ohne Rabatt auf der Plattform erworben wurden. Anscheinend wird auch regelmäßigen Rezensenten Vertrauen geschenkt. So erscheint des Öfteren der Zusatz „Top 500 Rezensent“ über den Bewertungen. Amazon lässt sich hier aber nicht in die Karten schauen, um potentielle Betrüger anzuleiten.

Ein weiterer eindeutiger Faktor ist darüber hinaus, dass hilfreiche Kommentare – ob für oder gegen das Produkt – einen Zuschlag bekommen. Bisher war es bei Produktbewertungen auf der Plattform möglich, nicht hilfreiche Rezensionen auf die hinteren Plätze zu verbannen. Während Amazon anfangs eine direkte Ja-/Nein-Frage an die Nutzer stellte, wurde diese im Laufe der Zeit durch einen simplen Button ersetzt. 

Amazon fragt nach Nutzerfeedback im Februar 2018

Auch im Juli 2018 existierte noch die Downvoting-Option

Diese Option nutzten einige Anbieter auf der Plattform dazu, unbeliebte (also meist schlechte) Bewertungen ihrer eigenen Angebote zu verdrängen, indem sie möglichst oft als nicht nützlich gekennzeichnet wurden. Amazon schiebt dieser Praktik nun einen Riegel vor. In Zukunft finden User nur noch die Auswahlmöglichkeit „Nützlich“ vor, wie die Welt berichtet.

Aktuell erscheint unter den Rezensionen einzig der Button „Nützlich“

Unseriöse Händler müssten also ab jetzt sehr viel mehr Zeit (oder Geld) in die Beseitigung von kritischen Bewertungen auf der Produktseite stecken – indem etwa andere Rezensionen als nützlich markiert werden.


 

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Kleine Maßnahme, große Wirkung?

Auch wenn diese Maßnahme des Shoppingriesen nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt, verdeutlicht sie doch die Relevanz von Bewertungen im E-Commerce. Kleinste Veränderungen können große Folgen haben. Um Rezensionen hat sich mittlerweile ein eigenes Ökosystem entwickelt. Plattformen, die Bewertungen und Kommentare managen sowie Usern Anreize zur Kreation derselben geben, sind längst Standard. Auch Fake-Reviews waren schon immer ein prominentes Thema. Amazon selbst hat mit diversen Aktionen deutliche Zeichen gesetzt, wie beispielsweise mit der Klage Ende 2015 gegen mehr als 1.000 User, die gefälschte Produktbewertungen verfasst hatten. Inwiefern die jetzige, auf den ersten Blick kosmetische Neuerung Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Im Endeffekt merken es eh nur die schwarzen Schafe.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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