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Nie mehr Pakete beim Nachbarn: Amazon Key lässt den Boten in deine Wohnung – jederzeit

Amazon hat mit Amazon Key ein neues Produkt, mit dem du deine Wohnung von überall für Boten öffnen kannst, wenn eine Sendung bei dir eintrifft. Doch ist das sicher?

Screenshot YouTube, © Amazon

Die Lieferung über Amazon Prime nimmt durchaus nicht viel Zeit in Anspruch. Dennoch sucht der Online-Riese, die Zustellung weiter zu optimieren und geht noch einen Schritt weiter. Ein Schritt in die Zukunft? Mit Amazon Key können Zusteller Pakete direkt in deiner Wohnung hinterlegen, auch wenn du nicht zuhause bist.

Amazon Key: Praktisch und befremdlich

Nicht nur Paketzusteller können die Wohnung betreten, sondern auch Servicedienstleister, wie Putzkräfte oder Handwerker. Diese rasche Versorgung der Wohnung mit einem Produkt oder Dienst in Abwesenheit der Bewohner soll besonders in dringlichen Situationen oder bei Überraschungen helfen. Das suggeriert zumindest Amazons Werbevideo dazu.

Doch wie funktioniert das Ganze? Amazon Key ist ein Verschluss- und Kamerasystem, das an die Amazon Cloud Cam gebunden ist.

Die Amazon Cloud Cam, Screenshot YouTube, © Amazon

Als Prime Kunde kannst du dieses System für knapp 250 US-Dollar erwerben. Im Prinzip kann der Kunde dank des Systems benachrichtigt werden, wenn ein Zusteller an der Tür ist und dann etwa vom Büro aus einer Entriegelung des Verschlusssystems zusehen. Denn diese erfolgt über eine Amazon Cloud, an die nach dem Scannen eines Barcodes vonseiten des Zustellers ein Signal gesendet wird. Ist alles in Ordnung, wird die Tür mit Hilfe einer App der Kuriere entriegelt. Über die Cloud Cam kann die regelgerechte Abgabe des Produkts oder Verrichtung des Dienstes überprüft werden, da ein Video an den Kunden geschickt wird. Ein Videobeitrag von The Verge erläutert das System nochmals bebildert.

Wann ist der Service erhältlich und was für Risiken birgt er?

Ab dem achten November soll das System zumindest in den USA erhältlich sein, ebenso die App. Schon ab heute kann man es jedoch vorbestellen.

Doch was für Probleme hat diese doch etwas befremdliche Lieferpraxis? Zwar gibt Amazon an, dass keinerlei Drittanbieter an dem System teilhaben können. Aber wie sehr kann man auf all das vertrauen, was über die App mitgeteilt wird? Hat man als Kunde letztlich nicht doch Skrupel, seine Wohnung einem Fremden zu öffnen, wenn man nicht da ist? Natürlich gibt es Belege und Rückverfolgungsmöglichkeiten. Doch wie sieht es bei potentiellen Hacks aus?

Mit Sicherheit bietet Amazon Key für vielbeschäftigte Menschen, die selten Zeit haben, zuhause Pakete anzunehmen, einige Vorteile. Sie können ihre Bestellungen unabhängig von ihrem Tagesrhythmus gestalten. Und „müssen“ Amazon treu bleiben. Das Unternehmen wiederum verspricht sich vom System sicherlich auch nähere Auskünfte über die Vorlieben und Tagesabläufe seiner Prime Kunden.

Letztlich ist Amazon Key wohl vorerst ein Experiment, das das Vertrauen der User ausloten soll. In Zeiten von Alexa und Co. scheint es weniger frappierend als es vielleicht klingen müsste. Setzt sich dieses futuristisch anmutende System durch, dürfte Amazon noch mehr Umsatz dank noch mehr spontaner Bestellungen machen. Eine weitere Frage drängt sich jedoch auf: wenn schon ein Teil der menschlichen Interaktion bei der Zustellung ausbleibt, wie lange mag es dauern, bis auch die Zusteller selbst ihren Job an die Technologie verloren haben?

Ben Popper gibt im Artikel The Verges zum Thema noch tiefere Einblicke.

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