Marketing Strategie

Nur 6 Tage nach Twitch: Ninja generiert auf Mixer eine Million Abonnenten

Ninja, der wohl populärste Fortnite-Spieler, hat bei Microsofts Plattform Mixer in weniger als einer Woche über eine Million Abonnenten gewonnen – auch dank kostenfreier Promo.

© Ninja

Mit Mixer hat Microsoft eine Konkurrenzplattform für Twitch geschaffen, die an die Popularität und Nutzung des Vorbilds jedoch längst nicht herangekommen ist. Doch nun wurde Ninja, der weltberühmte Gamer, abgeworben und und hat innerhalb kürzester Zeit extrem viele User zu Mixer gebracht. Dort gibt es zwei Frei-Monate, ehe ein Abo-Preis fällig wird. Kann man auch dann die Viewer halten?

Ninja als Nutzermagnet

Ninja alias Tyler Blevins ist ein Top Gamer, vor allem aber eine moderne digitale Marke. EA zahlte ihm dem Vernehmen nach eine Million US-Dollar nur für das Streaming von Apex Legends, einem neuen Spiel, das seinerzeit promotet werden sollte. Das Event wurde zum Erfolg, das Game zum Hit. Unabhängig vom Streaming ist Ninja ein Werbegesicht sondergleichen, nicht zuletzt für Red Bull. Bereits bei der Grenze von 500.000 Abonnenten auf Microsofts Plattform Mixer gab es einen Kuchen, inklusive Red Bull-Dose.

Nun gab Ninja auf seinem Twitter Account – mit übrigens 4,6 Millionen Followern – bekannt, dass die Marke von einer Million Abonnenten bei Mixer geknackt wurde.

Und das nur sechs Tage, nachdem der einflussreiche Gamer von Twitch abgewandert war. Mit diesem Zuwachs hat sich Mixers Investition gelohnt. Laut Der Standard standen Summen von 20 bis 25 Millionen Euro im Raum, die an Blevins geflossen sein sollen. Das bleibt jedoch Spekulation. In Sachen Relevanz hatte sich Mixer bisher noch nicht hervorgetan, daher war eine Marketingstrategie so wichtig. Nach Angaben von Stream Elements lag der Marktanteil der Plattform in Q2 2019 bei den pro Plattform rezipierten Stunden an Gaming Content nur bei drei Prozent.

Twitch ist Mixer in Sachen Marktanteil weit überlegen, © Stream Elements

Neues Konzept für Ninja

Bei Mixer können die Nutzer zwei Monate kostenfrei als Abonnenten von Blevins’ Kanal fungieren, danach müssten sie gut sechs US-Dollar monatlich zahlen. Ob die Zahl der Abonnenten dann vergleichbar ist, wird sich zeigen.

Ninja kann seinen eigenen Content zusätzlich monetarisieren, dafür die Sparks-Währung der Plattform nutzen. Das wird sich langfristig wohl aber nur dann so richtig auszahlen, wenn Mixer mehr an Popularität und Aufmerksamkeit gewinnt. Dazu trägt Tyler Blevins selbst bei; doch mehr bekannte Namen der Gaming-Szene täten der Seite sicher gut, um gegen die Zuschauer-Basis von YouTube und Facebook Gaming und natürlich Twitch anzukommen. Gerade, wenn das Abo Geld kostet.

Nichtsdestotrotz ist Ninja gerade im Aufwind und könnte noch viel, viel mehr Abonnenten gewinnen. Bei Twitch hatte er zuletzt zwar 14,7 Millionen Follower, doch nur noch 26.000 Abonnenten, wie Gamestar berichtet. Auch der Debüt-Stream von Ninja auf Mixer war ein Erfolg: im Schnitt waren 65.000 Viewer live dabei. So könnte sich Mixer als Gaming-Plattform weiter in den Fokus der Nutzer schieben und als Monetarisierungsoption für Microsoft Relevanz gewinnen. Wie viele der interessierten User letztlich aber bereit sind, Abo-Gebühren zu zahlen, die zudem höher sind als bei Twitch, bleibt abzuwarten. Hier muss Mixer künftig sicher noch mehr liefern als die Fortnite-Ikone Tyler Blevins.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.