Conversion Optimierung

Vier typische Fehler deiner Landingpage – und Tipps aus der Praxis um es besser zu machen

Grundlegende Fehler beim Aufbau einer Landingpage und Lösungsvorschläge aus der Praxis, um beim User mit dem ersten Eindruck Neugier und Interesse zu wecken.

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You never get a second chance to make a first impression.

Das gilt auch für die Landingpage eines jeden Unternehmens. Als erstes Aushängeschild des Unternehmens im Kontakt mit dem potenziellen Kunden entscheidet sie darüber, ob dieser bereit ist, sich weiter mit dem Produkt auseinander zu setzen.

Casey Ark ist Gründer der Webdesign Agentur pluto und hat auf Unbounce zusammengetragen, welche Fehler er bei Landingpages immer wieder entdeckt. Wir haben die vier Punkte in der Praxis geprüft und zeigen euch, wie ihr einen Fauxpas vermeidet. Dafür geben wir jeweils ein negatives und ein positives Beispiel.

1. Nicht zeigen, was man hat.

Es mag offensichtlich und banal klingen, doch es ist entscheidend. Einmal auf der Seite angekommen, muss der Kunde sehen und verstehen, was ihm angeboten wird und was er kaufen kann. Casey Ark nennt in seinem Artikel iMenuPro als Beispiel für diesen Fehler. Gutes Design, übersichtlicher Aufbau, klare Strukturen – aber was kaufe ich eigentlich? Die gesamte Landingpage zeigt kein Beispiel dessen, was der Kunde eigentlich erwerben kann. Um den Kunden zu überzeugen, bedarf es der Visualisierung des Produktes.

Wie es besser gemacht wird: Freeletics

Das 2012 in München gegründete Unternehmen Freeletics hat mit seiner App in den vergangenen Jahren eine Fitnessbewegung angestoßen, die klassische Sportübungen reaktiviert und in ein attraktives Gewand hüllt.

Die Landingpage zeigt dabei nicht irgendwelche gestählten Körper. Mit dabei sind die drei Gründer And­rej Mati­jczak, Meh­met Yil­maz und Jos­hua Cor­ne­lius, die damit direkt die Funktionalität ihres Produktes unter Beweis stellen.

Freeletics.de

Darüber hinaus finden sich auf der Landingpage Videos von Anwendern des Programms. Schon früh wurde in die Visualisierung des Produktes investiert, um Wirksamkeit und Fortschritte des Trainings zu veranschaulichen. Mit Erfolg – die Videos wurden bis heute zig Millionen Mal bei YouTube geklickt.

Freeletics.de

 2. Nicht erklären, was man tut.

Abfrager.de ist eine Seite, auf der Schüler, Auszubildende und Studenten kostenlos Übungen in verschiedenen Lernbereichen wahrnehmen können, um interaktiv online zu lernen. Das Problem? Diese Informationen stehen nirgends auf der Landingpage. Erst durch das Klicken in der oberen Navigation wird sichtbar für wen und was diese Seite geeignet ist und was eigentlich geboten wird.

Abfrager.de

Beim Konstruieren der Landingpage ist immer davon auszugehen, dass der Websitebesucher nichts über das Unternehmen, das Produkt und die Leistungen weiß. Die Landingpage hat daher das Ziel übersichtlich, eindringlich und einfach zu erklären, was geboten wird.

Wie es besser gemacht wird: Scoyo

Scoyo ist eine Lernplattform für Kinder von der 1. bis zur 7. Klasse für die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch, Physik, Biologie, Chemie sowie Kunst und bietet auf die Lehrpläne der jeweiligen Bundesländer abgestimmte Lerninhalte. Woher ich das weiß? Es sind mitunter die ersten Informationen, die ich auf der Landingpage erhalte. Die Landingpage sollte nicht zum Ziel haben, dem Nutzer das Produkt bis ins letzte Detail zu erklären, aber den Kern einfach und verständlich darzustellen.

Scoyo.de

3. Zu viel Text

Egal wie erklärungsbedürftig das Produkt ist – es ändert nichts an der Tatsache, dass Nutzer in der Regel lesefaul sind. Wie gut geschrieben der Text auch ist und wie relevant die Informationen sein mögen: Zu viel Text wirkt im ersten Moment auf den Nutzer wie Aufwand, den er im schlechtesten Fall nicht bereit ist zu investieren und daher die Seite direkt wieder verlässt. Einfache Sätze, kurze und prägnante Schritt-für-Schritt Erklärungen und eindeutige Value Propositions sind das Ziel für die eigene Landingpage.

Wie es gemacht wird: HelloFresh

Leichter kochen, besser essen! – vier Worte und eine eindeutige Value Proposition. Wir erleichtern dir das kochen, damit du zukünftig besseres Essen genießen kannst. Die Landingpage von HelloFresh zeigt neben dem Claim kurze Textblöcke, die das Produkt in seinem Kern erklären und Lust auf mehr machen. Dazu gibt es eine kurze Schritt-für-Schritt Erklärung, die den Prozess veranschaulicht. Obwohl auf größere Textblöcke verzichtet wird, erhält der Nutzer in Sekundenschnelle einen guten Überblick über ein Produkt, das aufgrund seiner Komplexität Erklärung benötigt.

HelloFresh.de

4. Den Nutzer zum Entscheiden zwingen

Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei – zu viele Entscheidungsmöglichkeiten die Landingage. Casey Ark zeigt mit PerfumesForABuck ein Beispiel, wie es nicht sein sollte. Schon bevor der eigentliche Shop betreten werden kann, wird der Kunde zu einer ersten Entscheidung gezwungen. Zielgruppengerichtete Ansprache ist löblich, den Nutzer schon vor dem Betreten des Shops eine Entscheidung abzuverlangen nicht. Nutzer möchten durch die Seite geführt und gelenkt werden, jedoch nicht zu früh vor eine Wahl gestellt werden. Hier gilt es dem Besucher die Entscheidung abzunehmen und erst einmal generelles Interesse am Produkt zu wecken.

Wie es besser gemacht wird: Outfittery

Vier attraktive Männer, drei Value Propositions, zwei Textzeilen und ein CTA. Der erste Eindruck bei Outfittery überfordert den Kunden nicht, weckt Neugier und der blau eingefärbte CTA nimmt ihm die Entscheidung. Obwohl das Ziel ein personalisiertes Outfit für den Kunden ist, wird ihm schon auf der ersten Seite die Pflicht zur Auswahl genommen. Der Kunde wird hier durch den Prozess gelenkt und geführt, was dazu führt, dass Entscheidungen vermieden und damit potenzielle Seitenabbrüche verhindert werden.

Outfittery.de

 

Habt ihr Beispiele für Landingpages, die den User im schlimmsten Fall verwirren? Worauf kommt es eurer Meinung nach beim Aufbau einer Landingpage an?

Quelle: Unbounce

Über Tjorven Rohwer

Tjorven Rohwer

Tjorven Rohwer hat in Hamburg Business Administration studiert. Während des dualen Studiums entdeckte er bei der Otto Group seine Leidenschaft für Daten und Online Marketing. Seit Oktober 2014 ist er bei Foodist, einem Hamburger Start-Up für Gourmet Überraschungsboxen, aktiv und kümmert sich hier um das Performance Marketing DACH.

4 Gedanken zu „Vier typische Fehler deiner Landingpage – und Tipps aus der Praxis um es besser zu machen

  1. Karsten Socher

    Interessanter Beitrag.

    Ich würde gerne an dieser Stelle – wenn ich darf – meine Seite zur Diskussion stellen, um Feedback zu erhalten, was verbessert werden kann. http://www.KS-FOTOGRAFIE.net

    Wenn nicht erwünscht, bitte löschen, aber es interessiert mich brennend, was besser gemacht werden muss.

    Antworten
  2. Nancy

    Die vorangegangenen Beispiele zeigen meiner Meinung sehr deutlich den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Landingpage. Die Landingpage muss gut strukturiert sein, den Leser nicht mit zu vielen Informationen verschrecken, aber auch genügend über das Thema informieren. Zudem muss eine klare Call-to-action erkennbar sein, die sich farblich vom restlichen Design hervorhebt. Für den Besucher muss dabei eine einfache Schritt-für-Schritt Vorgehensweise erkennbar sein. Ich kann Ben jedoch dahingehend zustimmen, dass eine Landingpage nicht grundsätzlich die Homepage des Unternehmens ist.

    Antworten
  3. Ben Harmanus

    Hallo Tjorven,

    es freut uns, dass die Landing-Page-Tipps in unserem internationalen Unbounce Blog hilfreich sind.

    Was mir in Deutschland immer wieder auffällt: Sehr oft werden Homepages als sehr gute Landing Pages vorgestellt. Es stimmt, dass eine Homepage eine Landing Page ist – eine Landing Page ist jedoch nicht auch eine Homepage. In unserem Blog wird zwischen den beiden Begriffen unterschieden.

    Für wesentlich höhere Conversions sorgen dezidierte Landing Pages, also Pages, die speziell für eine Kampagne erstellt wurden und losgelöst vom Gesamt-Webauftritt existieren. Die Screens hier im Artikel zeigen “gute” Homepages – dennoch sind unheimlich viele Conversion-Killer vorhanden (Der User kann neben der Call-To-Action auf unzählige andere Dinge klicken).

    In meinem Webinar vor ein paar Wochen gehe ich zusammen mit Hootsuite auf die Merkmale einer Landing Page, die Attention Ratio und das Message Match ein:
    http://webinar.unbounce.com/social-media-message-match/

    Vielleicht ist das ja für eure Leser ganz spannend…

    Viele Grüße,
    Ben, Community & Content Marketing Manager von Unbounce DACH

    Antworten

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