SEO - Suchmaschinenoptimierung

Totgesagte leben länger: 13 sinnvolle Einsatzgebiete für Keyword Recherche

Die Keyword Recherche ist noch immer ein absolutes Muss für jeden Suchmaschinenmarketer. Wir zeigen dir 13 Ansätze, für die sie sich lohnt.

© Unsplash - Luis Llerena, CC0

Das Keyword ist tot, es lebe das Keyword!

Seit dem Hummingbird Update 2013 werden Keyword und Keyword Research regelmäßig totgesagt. Schließlich achte Google kaum noch auf Keywords und mit neuen Hypes wie Voice-Search hätten sie ohnehin ausgedient.

Totgesagte leben bekanntlich länger. Die Keyword Recherche ist heute noch genauso wichtig, wenn nicht gar wichtiger, als 2012. Allerdings geht es nicht mehr um das exakte Keyword, sondern vielmehr um Keyword Themen.

In diesem Artikel zeigen wir dir 13 sinnvolle Ansätze, um dein Suchmaschinenmarketing mit der Keyword Recherche nach vorne zu bringen. Dabei beziehen wir uns auf die Ausführungen von Stoney deGeyter auf Search Engine Land. Googles Keyword Planer ist demnach ein guter Start für die Recherche, sollte aber für ein optimales Resultat nicht das einzige Mittel sein. Die Schwächen des Keyword Planers haben wir in einem früheren Artikel bereits beschrieben.

Neben diversen Drittanbieter-Tools sollten Google Suggest, aber auch Recherche in Foren und sozialen Gruppen sowie, falls vorhanden, Suchbegriffe aus eigenen AdWords-Kampagnen mit einbezogen werden.

1. Das beste Ergebnis für den Suchenden liefern

Googles Ziel ist es (immer noch), dem Suchenden schnellstmöglich das beste Ergebnis zu liefern. Um das zu erreichen, musst du wissen, was das beste Ergebnis für deine Zielgruppe ist.

Das Keyword „Maler Köln“ sagt dir zunächst wenig über die Intention des Suchenden. Muss seine Wohnung gestrichen, ein Bürogebäude renoviert oder nur eine Schranktür überholt werden?

Die Keyword Recherche zeigt dir viele diese verwandten Themen auf, die für diese Zielgruppe zum Hauptthema „Maler Köln“ relevant sind. Damit schaffst du die Basis für eine erfolgreiche Inhaltsstrategie.

2. Antworten auf alle Fragen deiner Kunden

Zugegeben – in Deutschland werden aktuell verhältnismäßig wenig komplette Fragen gegoogelt. Fragenportale und Foren, die zu deinen wichtigen Keyword Themen in der Google Suche auftauchen, zeigen dir häufig, welche konkreten Fragen hinter diesen Suchbegriffen stehen (können). Eine weitere, extrem wichtige Quelle für deine Inhalte.

3. Kundensprache verstehen

Kommt ein Besucher auf deine Website und denkt schon nach den ersten Sätzen: “Der spricht mir aus der Seele”, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit einen neuen Kunden gewonnen.

Dazu musst du allerdings wissen, was ihn bewegt und wie er seine Probleme ausdrückt. Für komplizierte Produkte gilt das umso mehr: Unternehmen denken in Produkten, Kunden suchen eher eine Lösung für ihre Probleme. Keyword Recherche hilft, die Sprache der Kunden zu lernen und anschließend einzusetzen, um sie optimal abzuholen.

4. Kundenbedürfnisse verstehen

Die Wortwahl allein reicht nicht aus, um Besucher zu Kunden zu machen. Mit welcher Erwartungshaltung landen sie auf deiner Website? Für welche Probleme suchen sie Lösungen und warum?

Keyword Research ist hier nur der Anfang. Interessant sind vor allem die Ergebnisse zu diesen Suchbegriffen. Was bieten Konkurrenzunternehmen? Kundenfeedback zu diesen Produkten, Foren und ähnliches geben meist aufschlussreiche Informationen über die Beweggründe deiner Zielgruppe. Hier liegt in vielen Branchen enormes Potential, weil sich nur wenige Unternehmen die Mühe machen, wirklich umfassende und relevante Informationen zu den jeweiligen Themen zu liefern.

5. Website Navigation optimieren

Die Navigation der Website wird viel zu oft aus Unternehmenssicht erstellt. Haben die potentiellen Kunden einen deutlich geringeren Wissensstand als das Unternehmen, sind Probleme vorprogrammiert.

Webshops werden normalerweise nach Produktkategorien sortiert, gerne mit zahlreichen Unterkategorien, die auf alle möglichen Merkmale verweisen. Das ergibt durchaus Sinn, wenn diese Merkmale dem Kunden bekannt und vor allem relevant für ihn sind.

Möchte er aber einfach nur ein Partyzelt für den anstehenden runden Geburtstag und hat keine weiteren Produktkenntnisse, helfen ihm nach Material sortierte Kategorien ohne vorhergehende Erklärung nicht weiter. Je komplizierter und unbekannter das Produkt, desto wichtiger wird dieser Punkt.

Die vorhergehenden vier Punkte liefern dir alle Informationen, die du benötigst, um die Navigation und Website Struktur aus Kundensicht aufzubauen. Je nach Wissensstand und Phase im Kaufprozess benötigt der potentielle Kunde andere Informationen.

6. Besucher auf relevante Seiten schicken

Diese Informationen soll er sofort finden. Ein Besucher, der genau weiß, welches Produkt er haben will, möchte sich nicht durch fünf informative Seiten klicken, um es kaufen zu können. Im besten Fall hat deine Website einen konkreten roten Faden, der den Besucher mit allen wichtigen Informationen bis zum Kauf begleitet. Je nach Informationsbedürfnis bekommt er einen anderen Einstiegspunkt.

Die Keyword Recherche bildet den Ausgangspunkt, um zu verstehen, welche Themen in welcher Phase relevant sind. So kannst du deine Inhalte optimieren, damit der Besucher sofort richtig einsteigt.

7. Existierende Inhalte verbessern

SEO ist immer eine langfristige Geschichte. Das Suchverhalten ändert sich, deshalb lohnt sich regelmäßige Keyword Recherche, um Potentiale zu finden und zu nutzen. Aktuelle Ereignisse, neue Trends oder technologische Fortschritte verändern die Bedürfnisse oder auch den Wissensstand deiner Zielgruppe. Um das beste Ergebnis zu bleiben, musst du darauf eingehen.

8. Produkt- oder Servicepotentiale entdecken

Keyword Research kann Potentiale aufdecken, die du aktuell nicht oder kaum nutzt. Einer meiner Kunden bietet zum Beispiel Wintersportreisen zu ausgewählten Skigebieten an. Aus den Suchbegriffen ging deutlich hervor, dass ein recht großer Teil dieser Zielgruppe den Skiurlaub gerne inklusive Skipass bucht. Das Unternehmen bot Skipässe bereits sehr günstig als Zusatzoption an, kommunizierte es aber kaum.

9. Klickraten erhöhen

Die beste Position in der Google Suche bringt nicht viel, wenn kaum jemand klickt. In den ersten acht Punkten ging es um die Optimierung der tatsächlichen Inhalte auf der Website, um den potentiellen Kunden optimal abzuholen.

Genauso sollten Meta Title und Description optimiert werden, um den Suchenden in der Google Suche zu überzeugen. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Optimierung für Google, sondern darum, die richtigen Sucher auf dich aufmerksam zu machen.

Reine Auflistung oder gar Wiederholung wichtiger Keywords verleitet niemanden zum Klicken.
Ein Beispiel zum Suchbegriff „Buchhaltungssoftware Freelancer“:

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Drei dieser vier Suchergebnisse bewerben konkrete Produkte. Alle enthalten das wahrscheinliche Hauptkeyword „Buchhaltungssoftware“, aber die Ansprache ist jeweils eine vollkommen andere. Nur eines bewirbt eine Lösung, die „einfache Buchhaltung“.

Mit der Keyword Recherche und den Informationen zu Kundensprache und Bedürfnissen hast du alle Informationen, die du für eine gute Optimierung brauchst.

10. Die Konkurrenz im Auge behalten

Die Keyword Recherche hilft dir erst einmal nur, die wichtigsten Konkurrenten in der Google Suche zu identifizieren. Mit den entsprechenden Tools kannst du anschließend herausfinden, für welche Keyword Themen deine Konkurrenz optimiert oder Anzeigen schaltet. Eine weitere Informationsquelle, die du gerade in stark umkämpften Märkten im Auge behalten solltest. Auch die Inhalte von Mitbewerber-Websites liefern Ideen für eigene Tests.

11. Marktvolumen schätzen

Bevor du irgendeine Marketingmaßnahme startest, wirst du Ziele und Erfolgsindikatoren feststellen wollen. Die Größe des Marktes ist enorm wichtig, um zu entscheiden, ob und welche Kanäle sich überhaupt lohnen.

Wenn Suchmaschinenmarketing dein wichtigster Kanal ist, ist das allgemeine Marktpotential nicht der wichtigste Indikator für mögliche Umsätze. Die Keyword Recherche zeigt dir ein ordentliches Bild der möglichen Reichweite. Kombiniert mit branchenüblichen Klick- und Conversionraten bekommst du einen guten Eindruck, was Erfolg in diesem Markt für dich bedeuten könnte.

Häufig höre ich von Unternehmern, dass das Marktpotential riesig sei, schließlich gäbe es in Deutschland 5 (10, 15…) Millionen Fußballspieler (Reiter, Autofahrer…). Das ist meist auch der Fall, aber nicht jeder, der ein Problem hat, weiß das auch und sucht nach einer Lösung. Suchmaschinenmarketing ist nur sinnvoll, wenn die Zielgruppe aktiv auf der Suche nach Lösungen für ihre Probleme ist.

Zum Abschluss die beiden Klassiker der Keyword Recherche:

12. Keywords mit hohem Suchvolumen identifizieren

Suchmaschinenmarketing soll sich lohnen, deshalb erscheint es sinnvoll, für Keywords mit hohem Suchvolumen zu optimieren. Ein wichtiger Indikator, der aber nur in Kombination mit Relevanz und Qualität der Besucher zielführend ist. Letztendlich willst du ja nicht nur Besucher, sondern neue Kunden.

Ebenso wichtig sind die Konkurrenz und die eigenen Möglichkeiten. Je stärker die Konkurrenz, desto schwieriger und langwieriger die Optimierung. Überlege dir also vorher, ob dein Unternehmen dazu in der Lage ist. Und ob du, wenn du tatsächlich Top Positionen zu solchen high-volume Keywords erreichst, dem Besucherstrom auch gewachsen bist.

13. Long Tail Potentiale

Der zweite Klassiker ist die Identifizierung von Long Tail Keywords mit geringer Konkurrenz. Long Tail Keywords bringen für sich genommen nicht viele Besucher, können in der Masse aber durchaus mehr Traffic liefern als ein high-volume Keyword.

In der Praxis ist das der Fall bei umfangreichen Websites, zum Beispiel Webshops mit sehr großem Angebot oder umfangreichen Blog- bzw. informativen Seiten. Diese Strategie funktioniert, erfordert aber viel Zeit und Aufwand, schließlich müssen all diese guten Inhalte auch erstellt und gepflegt werden.

Fazit

Das gute alte Keyword ist ebenso wenig tot wie die Keyword Recherche. Das Einsatzgebiet hat sich nur geändert.

Keyword Research und Keyword Optimierung sind kein Selbstzweck, sondern sinnvolle Mittel, um die eigene Zielgruppe besser zu verstehen und ihr ein besseres Ergebnis zu liefern. Richtig eingesetzt, gehört die regelmäßige Keyword Recherche zu den absolut notwendigen Maßnahmen für erfolgreiches Suchmaschinenmarketing.

Quelle: Searchengineland

Über Stefanie Schröer

Stefanie Schröer

Stefanie Schröer hilft Unternehmern und Marketern, Online Marketing Schritt für Schritt profitabel einzusetzen, um begeisterte Kunden zu gewinnen. Nach mehreren Jahren als Senior Consultant in niederländischen Agenturen konzentriert sie sich jetzt auf das Wesentliche: "Marketing, das Kunden haben wollen" und schreibt auf ihrer eigenen Seite spiderwebmarketing.de über Themen aus der Praxis.

Ein Gedanke zu „Totgesagte leben länger: 13 sinnvolle Einsatzgebiete für Keyword Recherche

  1. Uwe Uhrig

    Ja, kann man so sehen, gerade im Inbound- oder Content-Marketing, sind die richtigen Keywords im dazu passenden Kontext von durchaus relevanter Bedeutung.
    Das Problem liegt, wie du ja schon angesprochen hast, darin, zu wissen, mit welchen Fragestellungen die potentiellen Leser und Kunden bei Google nach einer Problemlösung suchen!

    Grüße Uwe

    Antworten

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