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Selfimprovement
Was du von Steve Jobs‘ Umgang mit unsachlicher Kritik lernen kannst

Was du von Steve Jobs‘ Umgang mit unsachlicher Kritik lernen kannst

Michelle Winner | 01.11.18

Leider sind die Meinungsäußerungen vieler Menschen beledigend. Doch der Apple-Chef zeigt, wie du souverän darauf reagieren kannst - ganz sachlich.

Viele Leute beherrschen es leider immer noch nicht: Kritik konstruktiv und respektvoll ausdrücken. Egal ob im Privatleben oder im Arbeitsalltag, oft stehen wir Meinungsäußerungen gegenüber, die beleidigend und verletzend sind. Dies kann von Angesicht zu Angesicht geschehen, oder auch über Kommentare im Internet. Denn gerade dort scheint ein Großteil der User vergessen zu haben, dass Mama ihnen einst gutes Benehmen und respektvolles Miteinander beigebracht hat. Doch was tun, wenn wir einer solchen Situation gegenüber stehen?

Selbst die großen Genies bleiben davon nicht verschont 

Als Steve Jobs 1997 zu Apple als Geschäftsführer zurückkehrte – zehn Jahre nachdem er die Firma verlassen hatte – stand er vielen Hürden und Entwicklungen gegnüber. Worauf er jedoch vermutlich nicht gefasst war, waren der Kommentar und die Fragen eines Gast von Apples Worldwide Developers Conference. Frei übersetzte gab dieser folgende Worte von sich:

Mr. Jobs, Sie sind ein kluger und einflussreicher Mann. Es ist traurig und offensichtlich, dass Sie bei vielen Punkten, die Sie angesprochen haben, nicht wissen, wovon Sie sprechen. Ich würde zum Beispiel gerne von Ihnen mit klaren Worten hören, wieso Java und jeder seiner Nachahmer eigentlich Ideen beinhalten, die in OpenDoc zu finden sind. Und wenn Sie damit fertig sind, könnten Sie uns vielleicht erklären, was sie persönlich die letzten sieben Jahre gemacht haben.

Nun steht es jedem frei zu Kritik zu üben. Doch die Ausdrucksweise des Herren aus dem Publikum lies nicht nur die anderen Zuschauer schlucken, sondern auch den Apple-Chef selbst. Shots fired, wie man es heute ausdrücken würde. Doch anstatt sich von den eigenen Emotionen überwältigen zu lassen und wütend zu werden, zeigt Jobs eine besonnene Reaktion.

Richtig mit der Beleidigung umgehen: So geht’s

Im folgenden Video könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen, wie Jobs mit der Situation umging. Trotzdem fassen wir die Erkenntnisse daraus noch einmal zusammen, damit auch ihr künftig souverän mit harschen Kritikern umgehen könnt.

Spürst du Wut durch einen unangebrachten Kommentar in dir aufkochen, mach es wie Jobs und bewahre Ruhe anstatt direkt zum Gegenangriff überzugehen. So nimmt sich der Apple-Chef zunächst eine kleine Trinkpause und gewinnt dadurch Zeit zum Nachdenken. Überlege auch du dir eine souveräne Antwort für deinen Kritiker. Als nächstes beweist Jobs Empathie, indem er dem Herren aus dem Publikum zustimmt. Dadurch etabliert er eine Grundlage für den weiteren Verlauf des Gesprächs, die auf Respekt basiert. Er erkennt die Meinung des Anderen an, obwohl dieser eine harsche Form des Ausdrucks für diese gewählt hat. Auch wenn es schwer erscheint, versuche ebenfalls so zu reagieren. Denn an dieser Stelle kommt Mamas alte Lebensweisheit zu tragen: Der Andere ärgert sich viel mehr, wenn du gar nicht reagierst. Oder in diesem Falle nicht genauso aggressiv.

Das Besondere ist jedoch die Antwort selbst

Jobs gesteht aber nicht einfach nur ein, Fehler gemacht zu haben, sondern führt seine Erklärungen weiter aus. Unter anderem nimmt er nicht die ganze Schuld auf sich, sondern beschreibt, dass man nicht jeden zufrieden stellen kann. Zudem macht er auch klar, wo seine Aufgabenbereiche liegen und für welche Fehler er verantwortlich gemacht werden kann – und für welche nicht. Diese kritische Reflektion ist wichtig, auch für dich. Denn die Schuld für alles auf dich zu nehmen, lässt dich gegen deinen Angreifer schwach erscheinen. Außerdem ist es wichtig, dass du unberechtigte Vorwürfe abweist und argumentativ entkräftigst.

Und zum Ende seines Monologs gibt Steve Jobs Zukunftsperspektiven. Nach all den eingeräumten Fehlern und Erklärungen, gibt er einen Blick auf das Kommende. Er erklärt wohin die Reise gehen soll und gibt sich zuversichtlich, dass aus Rückschlägen gelernt werden kann:

Einige Fehler werden auf dem Weg gemacht. Und das ist gut. Denn wenigstens werden dabei Entscheidungen getroffen. Und wir werden die Fehler finden und sie beheben […] Aber ich denke, dass das so viel besser ist, als wie es erst vor kurzer Zeit hier aussah. Und ich denke, dass wir es schaffen werden.

Dieser positive Ausblick sollte auch am Ende deiner Rechtfertigung stehen. Denn das zuletzt Gesagte oder Geschriebene ist immer das, was in den Köpfen der Menschen hängen bleibt. Und so kannst du es schaffen deinem Angreifer den Wind aus den Flügeln zu nehmen und bekommst vielleicht sogar das, was Steve Jobs als Reaktion auf seine Antwort erhielt: Applaus.

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