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Selfimprovement
Positives Denken im Job – So hilft es dir im Berufsalltag
© Katrina Wright - Unsplash

Positives Denken im Job – So hilft es dir im Berufsalltag

Ein Gastbeitrag von Nicole Inez Fuchs | 18.09.20

Das menschliche Gehirn ist eigentlich andauernd mit Denken beschäftigt. Welche Auswirkungen Gedanken auf unser Leben haben und wie wichtig positives Denken im Job ist, liest du hier.

„Denken müssen wir ja sowieso. Warum dann nicht gleich positiv.“ Dieses Zitat stammt von Albert Einstein und wo er recht hat, hat er recht. Jeder von uns denkt in etwa 60.000 Gedanken pro Tag und die meisten davon nehmen wir nicht bewusst wahr – sie laufen automatisch ab. Da liegt es auf der Hand, dass wir auch viele der negativen nicht wahrnehmen. Dennoch haben unsere Gedanken eine Auswirkung auf unsere Emotionen, Motivation und unser Handeln. Viele Menschen glauben: Wenn ich erfolgreich und glücklich bin, dann denke ich positiver. Doch es ist genau andersrum: Positives Denken im Job führt seinerseits zu mehr Erfolg.

Die Geschichte des positiven Denkens

Der französische Apotheker Émile Coué (1857-1926) hat bereits erkannt, welchen Einfluss positives Denken haben kann. Im Zusammenhang mit dem Verabreichen von Medikamenten erkannte er, wie essenziell Gedanken sein können. Daraus entstand das Prinzip der Autosuggestion und Coué gilt als Pionier dieser.

Was versteht man unter Autosuggestion? Kurz gesagt: Dabei trainiert man sein Unbewusstes darauf, etwas zu glauben. Methoden sind etwa die Selbsthypnose oder mentale Visualisierungen des erwünschten Ziels. Coué entdeckte, dass seine Klienten auffallend öfter wieder gesundeten, wenn sie positive Autosuggestionen anwandten. Häufiger, als wenn sie nur Medikamente verabreicht bekamen. Zum Einsatz dabei kamen positive Sätze, die das Handeln, die Gefühle und körperlichen Reaktionen steuern sollten.

Seit dem Jahr 2000 gibt es, mit Etablierung der Positiven Psychologie durch Martin Seligman, einen Trend in Richtung positives Denken. Dabei geht es um positive Gefühle und Charaktereigenschaften. Seligman befasste sich mit der Frage, warum sich meist nur mit den Krankheiten und Problemen befasst wird. Denn schließlich sind 70 Prozent der Menschen gesund und wollen einfach nur gut leben, so sein Gedankengang.

Positives Denken und Erfolg

Dem Glück verschrieben, hat sich auch der amerikanische Glücksforscher Shawn Achor. Er erforschte viele Studien zum Thema Glück und entdeckte dabei, dass Erfolg aus dem richtigen Mindset resultiert und nicht, dass Erfolg glücklich macht. Wer im Job erfolgreich sein möchte, muss nicht unbedingt über einen hohen IQ verfügen. Viel wichtiger sind laut Achor Persönlichkeitsmerkmale wie Optimismus, der Umgang mit Stress und soziale Netzwerke.

In seinem Harvard Business Review Artikel stellte er fest, dass die heutige Wirtschaft vor allem von einem positiven und motivierten Gehirn profitiert. Er fasst Studienergebnisse hinsichtlich einer positiven Einstellung zusammen:

  • Sie macht um bis zu 31 Prozent produktiver
  • Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, befördert zu werden um bis zu 40 Prozent
  • Symptome, ausgelöst durch Stress, sinken um etwa 23 Prozent
  • Verkäufer sind um 37 Prozent erfolgreicher und Ärzte stellen um 19 Prozent schneller und genauer Diagnosen

Kurz gesagt: Positives Denken im Job kann sich auf vielfache Art und Weise gut auswirken. Unsere Arbeitsleistung und unsere Motivation steigen. Damit Ziele erreicht werden können, braucht es eine positive Einstellung und eine klare Vorstellung darüber, was erreicht werden soll. Nicht selten stehen wir uns selbst im Weg. Wer von Beginn an denkt, dass er scheitern wird, der läuft Gefahr, dass er es tatsächlich wird. Dann spricht man von Selbsterfüllender Prophezeiung. 

Positives Denken und Realismus

Positives Denken hat nur dann etwas mit Realitätsverlust zu tun, wenn Negatives einfach ignoriert wird. Doch es geht dabei darum, zuerst die Ist-Situation realistisch zu analysieren und darin das Positive zu sehen. Eine Situation hat mehrere Seiten und wir lernen von Geburt an, uns eher auf das Negative zu konzentrieren. Der Leitsatz könnte also lauten: Weg vom negativen Denken und hin zum positiven und konstruktiven.

Positives Denken im Job – so wirkt es sich aus

Wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, ist es einfacher, positiv zu denken. Schwierig wird es, auch in herausfordernden Situationen oder Zeiten das Gute sehen zu können. Genau dann kommen die negativen Gedanken hervor und nicht selten steigt man in das schwarze Gedankenkarussell ein. Dabei haben Studien gezeigt, dass positives Denken:

Mitarbeiter, die motivierter sind, bringen eine bessere Leistung. Sie gehen gerne zur Arbeit und wollen ihre Ziele erreichen. Geleitet von ihrem Ziel, verspüren sie weniger negativen Stress. Denn sie sind beflügelt von ihrem Anliegen, sehen eher das Positive und fokussieren sich auch darauf. Das wiederum wirkt sich positiv auf ihre gesamte Lebenszufriedenheit aus.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass optimistischere Personen sich gesünder verhalten, indem sie seltener rauchen und mehr in Bewegung sind. Außerdem glauben sie daran, dass sie ihre Ziele erreichen, woraus sich die Erfolgschancen erhöhen. Wer in stressigen Zeiten positiv denkt, kann mit Belastungen besser umgehen.

Positives Denken im Job trainieren

Da sich positives Denken somit auch im Job bezahlt macht, sollte es trainiert werden. Vielmehr sollte es eine Gewohnheit werden, die im Alltag integriert wird. Optimismus stellt sich zwar nicht von heute auf morgen ein, doch umso mehr er eingeübt wird, desto besser.

Ziel: Veränderte Gewohnheiten haben enormen Einfluss auf unseren Alltag und dieser sollte möglichst positiv sein.

Notieren, wofür man dankbar ist

Viel zu selten nehmen wir den Tag bewusst wahr und wenn, eher das Negative darin. Dabei geschehen doch auch täglich Dinge, über die wir uns freuen oder für die wir dankbar sind. Es soll jeden Tag notiert werden, was dich heute glücklich oder zufrieden gemacht hat. Gehe in dich und schaue, was dir heute auf der Arbeit positiv aufgefallen ist.

Ziel: Bewusstmachen des Positiven und Wegkommen vom negativen Denken.

Vergleichen macht unglücklich

„Die eine Kollegin verdient mehr und die andere ist viel beliebter als ich.“ Solche Gedanken solltest du aus deinem Leben streichen. Denn: Wer sich permanent vergleicht, fühlt sich im Endeffekt schlecht. Es führt dazu, dass man an sich selbst „Mängel“ erkennt und schlechter abschneidet als andere. Frage dich selbst: Möchte ich mich wirklich schlecht fühlen und es auch noch selbst herbeiführen?

Ziel: Fokussiere dich auf dich selbst und wertschätze, was ist.

Was belastet dich konkret?

„Alles ist schlecht“ ist eine Pauschalisierung, die so nicht stimmen kann. Bestimmt gibt es auch Dinge, die im Job gut laufen. Außerdem steckt bekanntlich in jedem Fluch auch ein Segen. Nervt dich zum Beispiel das Verhalten einer Kollegin dauerhaft, ist nicht dein gesamter Job schlecht. Oftmals steigern wir uns in unsere Gedanken und erkennen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wer weiß, was ihn wirklich belastet, kann daran arbeiten.

Ziel: Positives Denken im Job soll uns einen realistischen Blick verleihen.

Positives Denken im Job: Das Gute finden

Vielleicht klingt es im ersten Moment verwirrend, doch es hilft enorm, auch im Schlechten das Gute zu finden. Jede Medaille hat nämlich zwei Seiten. Ist eine Situation tatsächlich überwiegend negativ, stecken wir häufig den Kopf in den Sand. Bevor wir das jedoch tun, sollten wir uns auf die Suche nach dem Positiven darin begeben. Dabei können Fragen helfen, die du dir selbst stellen kannst:

  • Was kann ich daraus lernen?
  • Wie kann ich das Erlebte positiv für meine Zukunft nutzen?
  • Was kann ich selbst zur Verbesserung beitragen?

Ziel: Statt den Fokus auf den Frust zu legen, konzentrierst du dich auf die Zukunft. Denn dort gedenkst du ja zu leben.

Positive Selbstgespräche

Wenn wir schon mit uns selbst reden, warum dann nicht gleich positiv? Anstatt sich zum Beispiel einzureden, dass etwas nicht möglich sein wird, kannst du dir sagen: Es ist möglich. Aus dem Selbstgespräch „Ich schaffe das sowieso nicht“ machst du „Ich schaffe das“.

Ziel: Wenn man sich etwas lange genug einredet, glaubt man es irgendwann selbst. Du willst bestimmt nur das Beste glauben.

Höhere Zufriedenheit durch positives Denken im Job

Wir verbringen viel Zeit mit Arbeit oder im Job. Du kannst dir also ausrechnen, wie viel Zeit du mit negativen Gedanken verbringst, wenn du dich nicht auf das Positive fokussieren kannst. Damit du dir selbst einen Gefallen tust und dein Leben auf Erfolgskurs bringst, empfiehlt sich positives Denken. Das Gute daran: Sollte es dir persönlich nichts nutzen, schaden wird es dir auch nicht!