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Informationschaos adé! So schreibst du gute Notizen
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Informationschaos adé! So schreibst du gute Notizen

Toni Gau | 10.01.20

Bei der Unmenge an Informationen, welche wir tagtäglich erhalten, ist es manchmal schwierig, das Wichtigste zu filtern - doch wir zeigen dir, wie es geht.

Ob in der Uni, auf der Arbeit, im Alltag oder sonstwo: Notizen sind eine effektive Methode, um unsere Gedanken oder neue Informationen zu organisieren. Nicht nur die Anwendungsbereiche sind hierbei mannigfaltig, sondern auch die Möglichkeiten, wie wir Notizen anfertigen können. Insbesondere im digitalen Zeitalter tun sich einige wirklich interessante Optionen auf. Über neue technische Gerätschaften, aber auch durch speziell hierauf angepasste Anwendungen. Wir zeigen dir die besten Apps, die effektivsten Methoden zum Anfertigen von Notizen und erklären, welche sich für wen am meisten rentieren.

Digital oder doch traditionell?

Dies ist die erste wichtige Frage, denn das sind die letztendlichen Überkategorien. Das digitale Notieren bedeutet für viele simples Niederschreiben in Word – schnell, aber nicht effektiv, wenn man tatsächlich Inhalte lernen möchte. Das traditionelle Schreiben auf dem Papier mag zwar helfen, die Notizen wirklich zu verinnerlichen, doch ist es langsam und oftmals auch chaotisch. Beschrieben sind hiermit die wohl schlechtesten Methoden zum Notieren in ihrer Kategorie – und dennoch die Klassiker. Das ist furchtbar schade, denn beide Notizmedien verfügen über vielmehr Potential. Wie notiert man denn nun richtig, ob traditionell oder digital?

Die Vorteile von digitalen Notizen

Beginnen wir mit der wohl bestmöglichen Methode zum Lernen und Verarbeiten von Informationen. Diese richtet sich demnach besonders an Studierende und Azubis. Sie kann jedoch auch anderweitig verwendet werden, wenn man beispielsweise in der Forschung arbeitet oder viel mit Daten hantiert.

Wer Informationen memorieren möchte, sollte Tastaturen meiden – das sei vorab erwähnt. Genügend Daten belegen mittlerweile, dass das Notieren per Hand wesentlich effektiver ist, um sich Informationen auch zu merken. Umso schöner ist es, die technischen Möglichkeiten zu haben, dies beispielsweise am Tablet zu tun. Apple und Microsoft zum Beispiel bieten beide eigene Modelle an. Nun kann man sich natürlich fragen: Warum sollte ich so viel Geld in technischen Schnickschnack investieren, wenn ich einen Stift plus College Block für drei Euro bekomme? Das ist natürlich ein berechtigtes Gegenargument, denn der Preis ist durchaus ein Manko, aber dafür folgt schließlich später noch die Sektion zum traditionellen Notieren. Doch die Vorteile des digitalen Notierens sind vielfältig – und ein Tablet im Haushalt ist auch keine Seltenheit mehr.

Das Notieren am Tablet vereint schlichtweg die Vorteile des Digitalen und Traditionellen. Das Schreiben per Hand hilft, die Inhalte besser zu verarbeiten und bietet Optionen zum freihändigen Individualisieren. Die digitalen Features hingegen bieten eine einfachere Struktur, kein Papierchaos (und somit auch keinen Papierverbrauch!), simples Konvertieren zu einer PDF-Datei, das Abrufen per Smartphone und vieles mehr. Sprich: Die wohl beste Möglichkeit der Informationsverarbeitung.

Tablet-Modelle zum einfachen Festhalten von Notizen

Wie gesagt bedarf es erst einmal eines Tablets sowie eines Stiftes. Günstige Angebote hierfür gibt es als iPad oder von Microsoft. Je nach Modell muss man mit 350 Euro und mehr rechnen. Tastatur und Stift kosten bei beiden Geräten noch einmal insgesamt 200 Euro zusätzlich. Erwähnt sei an dieser Stelle allerdings, dass Studierende in der Regel einen Rabatt hierauf bekommen. Man sieht: Es handelt sich bei beidem durchaus um eine kräftige Investition, doch muss man natürlich genauso erwähnen, dass das Tablet nicht bloß fürs Arbeiten verwendet wird. Vor allem das Surface von Microsoft funktioniert mit Tastatur auch effektiv als Laptop, da es über Windows 10 läuft. Falls man nicht bereit ist, so viel Geld zu investieren, ist das vollkommen verständlich; es gibt auch viele effektive Methoden zur Anfertigung von Notizen außerhalb eines Tablets.

Notiz-Apps

Die App, an welche viele auf Anhieb denken, ist natürlich Word aus der Microsoft Office-Reihe, einfach, da es uns so furchtbar vertraut ist. Tatsächlich ist Word keine gute Wahl zum Anfertigen von Notizen, bereits dadurch, dass es nicht zur Arbeit mit dem Stift gedacht ist. Doch ein anderer Kandidat der Office-Programme ist dagegen umso besser geeignet, beziehungsweise direkt hierauf ausgelegt: OneNote. Auf einer prinzipiell endlosen Leinwand können hier Notizen angefertigt werden. Dazu gibt es diverse Tools, welche für den Gebrauch eines Stiftes ausgelegt sind. Zum Beispiel können Highlights und Markierungen gesetzt werden, wodurch einfaches Hervorheben ermöglicht wird, doch eben auch eine gewisse Varianz, welche Struktur und Aufbau vereinfacht. Bilder können eingefügt und PDFs direkt bearbeitet und mit Anmerkungen versehen werden. Interessant ist hierbei, dass die Gestaltungsmöglichkeiten vielen Erfahrungsberichten zufolge zum besseren Aufpassen motivieren und mehr Spaß am Notieren darbieten. Die Notizen können des Weiteren in sogenannten Notizheften geordnet und selbstverständlich auch ganz einfach weiterversendet werden. Besonders attraktiv für Studierende ist des Weiteren, dass diese die Microsoft Office-Reihe mit einem Studierenden-Account gratis erwerben können.

 

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OneNote ist insbesondere für Microsoft-Nutzer und -Nutzerinnen interessant. Für solche, die auf ein iPad zurückgreifen, gibt es noch zwei interessante Alternativen: Notability und GoodNotes. Ein schöner Vorteil ist hierbei, dass man auf festgelegten Seiten schreibt, nicht etwa einer nahezu endlosen Fläche wie etwa in OneNote. Diese kann sehr praktisch sein, aber nur solange man eine gewisse Übersicht beibehält. Beide Programme kosten etwas weniger als 10 Euro und sind für iOS optimiert, somit in diesem Fall empfehlenswerter als OneNote. Welches der Programme man letzten Endes benutzen möchte, ist bloße Präferenz.

Eine weitere sinnvolle App ist Scannable. Mit dieser kann man ganz einfach Arbeitszettel oder Buchseiten in PDFs konvertieren und somit direkt in der App eigener Wahl bearbeiten. Wenn im Seminar also ein Aufgabenblatt des Dozenten ausgehändigt wird, kann man dieses schnell scannen, senden und am Tablet editieren. Inwiefern ist das sinnvoll? Ganz einfach: Wie auch die eigenen Notizen kann man es dadurch überall abrufen und mit sich tragen. Offenbar tendiert man zusätzlich eher dazu, sich die digital gefertigten Notizen nochmal anzusehen – physische Ordner werden wegen des Papierchaos eher beiseite gelegt, wie im Video erklärt wird. Sinnvoll ist dies natürlich auch bei Hausarbeiten, denn wie oft ärgert man sich, nicht in die geliehenen Bücher schreiben zu dürfen?

Digitale Notizen optimieren den Lerneffekt und steigern Aufmerksamkeit sowie Lernbereitschaft. Die eigenen Notizen sind überall abrufbar, einfach zu strukturieren und schnell versandbereit. Über Splitscreens lassen sich flink Daten ermitteln oder Missverständnisse klären, zum Beispiel durch eine schnelle Google-Suche. Abseits des Preises und einer gewissen Ablenkungsgefahr (Finger weg von Social Media während der Vorlesung!), lassen sich hierbei kaum Nachteile feststellen. Dies ist die optimale Möglichkeit zur Notizanfertigung für Studierende und dergleichen – doch wohlgemerkt nicht die einzige.

Traditionelle Notizen

Für Studierende gibt es hierbei leider nicht viel zu sagen, zumindest, wenn es um Vorlesungen und ähnliches geht. College Blocks, Karteikarten, Ordner – das übliche Prozedere. Wichtig ist lediglich ein organisiertes und ordentliches Arbeiten, welches auch revisiert wird. Doch ist das leichter gesagt als getan, wenn die Organisation fehlt. Wie praktisch, dass es im traditionellen Notieren hierbei eine Methode gibt, welche dieses Problem ganz einfach und galant löst.

Das Bullet Journal

Bullet Journaling ist ein regelrechter Lebensverbesserer-Trend, welcher sich rapide im Internet verbreitet hat. Die Idee dahinter ist so simpel wie effektiv: Wichtiges im Auge behalten. Ein großer Vorteil des Bullet Journals ist, dass man dieses beliebig erweitern und verändern kann; es ist sozusagen auf jede Situation vorbereitet. Primär dient es allerdings erst einmal dazu, dass Ziele, Gedanken und Aufgaben festgehalten werden, weshalb es eher dem Privatgebrauch und der persönlichen Organisation dient. Alles was es braucht, ist ein Notizheft und ein Stift.

 

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Sich ein Bullet Journal anzufertigen, ist auch gar nicht mal allzu schwer. Man startet mit einem doppelseitigen Inhaltsverzeichnis. Da das Journal konsequent mit Seitennummern versehen ist, werden die jeweiligen Sektionen dort eingetragen. Auf der nächsten Doppelseite folgt das Future Log, welches in die 12 Monate des Jahres unterteilt werden soll. Die Funktion hiervon erschließt sich noch später. Daraufhin beginnt das Monthly Log – in diesem werden die Tage des Monats festgehalten sowie die Ziele für diesen. Zu guter Letzt richtet man einen Daily Log ein. Für jeden Tag wird hier separat festgehalten, was für Aufgaben und Termine anstehen, doch auch, was für Notizen man sich macht, sogenanntes Rapid Logging. Das System ist sehr einfach:

  • Mit „•“ markiert man die jeweiligen Aufgaben für den Tag.
  • „◦“ bezeichnet die anstehenden Termine und Events.
  • Für Notizen nutzt man ein einfaches „-“.
  • Besonders wichtige Aufgaben und Termine werden markiert mit einem „*“.

Sobald ein Monat vorbei ist, fertigt man direkt das nächste Monthly Log an. Im vorherigen kreuzt man hierbei alle fertigen Aufgaben ab. Bei übrigen reflektiert man nun und fragt sich: Ist das weiterhin meine Zeit wert? Wenn nicht: Streich es durch. Wenn doch, überlege, wann es gemacht werden muss. In naher Zukunft? Markiere die Aufgabe mit einem „>“ und trage sie in die Ziele des nächsten Monthly Log ein. Sofern es noch warten kann, versehe die Aufgabe mit einem „<“ und trage im Future Log ein, wann du es erledigt haben möchtest. Eine visuelle Veranschaulichung zur Anfertigung eines Bullet Journals, findest du hier:

Das ist die Basis eines Bullet Journals und sofern einem irgendetwas fehlt, kann man jederzeit Individualisierungen vornehmen. Es soll dabei helfen, sich auf Dinge zu konzentrieren, welche die eigene Zeit wert sind und bestimmt den Unterschied zwischen beschäftigt und produktiv sein. Eine großartige Möglichkeit des Notierens, um sich selbst zu organisieren und die eigene Produktivität zu steigern. Im Übrigen lässt sich ein Bullet Journal auch wunderbar mit den genannten Techniken des digitalen Notierens kombinieren und prinzipiell auch digital anfertigen. An dieser Stelle sollte aber gesagt sein, dass das weniger Spaß bereitet – und ein bisschen Auszeit vom Tablet ist auch ganz angenehm. Außerdem möchte man sein Bullet Journal im Optimalfall stets griffbereit haben, da ist ein traditionelles Notizheft dem Tablet doch noch etwas voraus.

Journaling

Eine Kleinigkeit sei noch erwähnt: Normales Journaling, im Prinzip eine Art Tagebuch. Dieses kann man auch im Bullet Journal integrieren. Grundsätzlich schreibt man hierbei nur in einem Bewusstseinsstrom die eigenen komplexen Gedanken und Gefühle nieder, um sich mental etwas Raum zu schaffen, doch auch um diese zu erforschen. Besonders positiv soll sich das aufs psychische Wohlbefinden auswirken – und man muss auch nicht jeden Tag schreiben. Ein solches Tagebuch anzulegen, ist vor allem bei Stressbekämpfung definitiv eine Überlegung wert.

Und vieles mehr

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, richtig Notizen anzufertigen, doch sind dies mitunter die effektivsten. Organisiertes Arbeiten kann viel in Bewegung setzen – ob per Bullet Journal oder Notiz am Tablet. Dieses zur Angewohnheit zu machen und im Alltag zu etablieren, kann den nächsten Schritt in der eigenen Karriere einleiten. Selbst wenn nicht, strukturiert es das eigene Informationschaos und bereits das weiß viel zu verändern, ganz im positiven Sinne.