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Doktortitel als Stolperstein: Die Vor- und Nachteile einer Promotion
© Sharon McCutcheon - Unsplash

Doktortitel als Stolperstein: Die Vor- und Nachteile einer Promotion

Josephine Pump | 30.01.20

Doktortitel dienen als nettes Accessoire im Lebenslauf oder auf der Visitenkarte, doch scheinbar sind sie nicht geeignet, um einen Job zu bekommen. Hier kannst du die Vor- und Nachteile eines Doktortitels nachlesen.

Wer einen Doktortitel hat, verdient ohne Zweifel mehr als solche, die nicht promoviert haben. Doch braucht man einen Job, um Geld zu verdienen. Kurioserweise ist es genau das, was vielen Promovierten, die nicht im theoretischen Bereich bleiben wollen, verwehrt bleibt. Es dauert oft länger als man meinen sollte als Person mit einem Doktortitel, eine Arbeit im wirtschaftlichen Bereich zu finden – warum, erklären wir dir in diesem Artikel.

Wozu überhaupt eine Promotion?

Promovieren tut man aus den unterschiedlichsten Gründen. Besonderes Interesse am gewählten Thema, die gezielte Hinarbeitung auf den Doktortitel, der Wunsch nach einer Arbeit im wissenschaftlichen Bereich oder einfach mehr Gehalt. Am Ende haben diese Personen eins gemeinsam: Sie sind Doktoranden. Was sie nun damit anstellen wollen, oder anstellen können, ist ihnen überlassen. Leider stoßen viele dieser Doktoranden an gewisse Grenzen, die auf Vorurteilen gegenüber Theoretikern basieren.

© statista.com

Nachteil Überqualifikation

Es gibt nur wenige Dinge die so frustrierend sind wie zu hören: „Es tut mir leid, aber Sie sind überqualifiziert.“ Man hat sich all die Jahre seiner wissenschaftlichen Forschung hingegeben, Zeit und Geld investiert und geopfert, um nun als „überqualifiziert“ abgestempelt zu werden. Viele Arbeitgeber sehen in Doktoranden reine Theoretiker, die keinerlei praktische Erfahrung haben. Andere wiederum sagen, man solle sich während seiner Promotion ganz auf seine Doktorarbeit konzentrieren und nicht nebenbei jobben, da sich angeblich so die meisten wissenschaftlichen Fehler einschleichen. Doch der Verzicht auf jegliche „Ablenkung“ rächt sich auch wieder, sobald man nun den Einstieg in die Wirtschaft bestreiten möchte.

Zeit ist Geld

So eine ausführliche wissenschaftliche Arbeit nimmt eine Menge Zeit in Anspruch. Wenn man nicht gerade Medizin studiert, in welchem Fall es nur circa sechs Monate dauert, kann man von drei bis fünf Jahren ausgehen. Wie bereits erwähnt, wird einerseits davon abgeraten, einer Nebentätigkeit zu folgen, andererseits können es sich nur die wenigsten leisten, so lange keinen Job zu haben. Es müssen also einige Kompromisse eingegangen werden, je nach dem, wie sehr man diese Promotion will – oder benötigt.

Eingeschränktes Arbeitsfeld

Wer einen Doktortitel im Bereich der Sprachwissenschaften hat, kann damit, verständlicherweise, auch nur in eben solchen Arbeitsbereichen Eindruck schinden. Beim Karriereeinstieg kann er helfen, sofern man in einem Gebiet anfängt, das zum vorherigen Studium passt. Falls man sich jedoch entscheidet, in einem wirtschaftlichen Gebiet zu arbeiten, das schlimmstenfalls absolut nichts mit vorhergegangenem Studium zu tun hat, kann der Doktortitel einem das Leben schwerer machen als es sein muss.

Das Gehalt

Oftmals verdienen Sprachwissenschaftler um einiges weniger als zum Beispiel Ingenieure oder Mathematiker – ob mit oder ohne Doktortitel. Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaftler mit Doktortitel haben alle ein deutlich höheres Einstiegsgehalt als Kollegen mit Masterabschluss. Doch egal in welchem Bereich, promoviert verdient man definitiv immer um einiges mehr als ohne.

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Ein Doktortitel ist für viele Berufe erstrebenswert und äußerst hilfreich, besonders, wenn man auf das Gehalt bedacht ist. Er erleichtert den Einstieg und zeigt, dass man sich bereits ausgiebig mit einem Thema beschäftigt hat und Durchhaltevermögen besitzt, sowie die Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten. Promoviert zu haben, wird jedoch immer unwichtiger, besonders um in Führungspositionen zu gelangen, braucht es schon lange keinen Doktortitel mehr. In 2007 hatten noch 58 Prozent der deutschen Vorstände einen Doktortitel und 2017 waren es dann nur noch 44 Prozent. Es ist kein Talentsiegel mehr, obwohl es Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und analytisches Geschick ausstrahlt. Ob ein Doktortitel für deinen späteren Werdegang relevant oder lohnenswert ist, kannst du den oben eingebauten Statistiken entnehmen, wobei eigene Recherche natürlich nicht weniger empfehlenswert ist. Dabei solltest du auch darauf achten, bei welcher Firma du dich bewirbst, denn jede hat ihre eigenen Anforderungen und Richtlinien.