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Karriere Tipps
Schwierige Entscheidungen im Job treffen – so gelingt es
© Javier Allegue Barros - Unsplash

Schwierige Entscheidungen im Job treffen – so gelingt es

Ein Gastbeitrag von Nicole Inez Fuchs | 26.06.20

Egal, ob beruflich oder privat – sie stehen immer an: Entscheidungen. Diese zu fällen, ist nicht immer leicht. Hier erfährst du, wie du schwierige Entscheidungen im Job treffen kannst.

„Wie soll ich mich entscheiden?“ Das ist wohl eine der Fragen, die sich ein Mensch am häufigsten stellt. Doch eigentlich sollten wir Profis darin sein. Denn ein Mensch trifft täglich rund 20.000 Entscheidungen. Dies beginnt vor dem Aufstehen, wenn man überlegt, ob man gleich aufsteht oder noch eine Runde schlummert. Weiter geht es dann bei der Wahl des Frühstücksgetränks. Dennoch fällt es vielen von uns schwer, einen Schritt in eine Richtung zu setzen. Gerade wenn es darum geht, schwierige Entscheidung im Job zu treffen. Viel zu groß ist oft die Angst, etwas Besseres zu verpassen oder gar einen Fehler zu machen.

Schwierige Entscheidungen im Job, die wir oft treffen müssen

Im beruflichen Alltag müssen wir vielerlei Entscheidungen treffen. Je nach Position zeigen sich diese anders. Umso höher deine Stellung im Unternehmen ist, desto mehr Entschlüsse musst du fassen.

Beispiele dafür sind: 

  • Kündigen oder bleiben?
  • Einstellen oder absagen?
  • Soll ein Produkt gekauft werden oder nicht?
  • Expandieren oder nicht?
  • Gespräch suchen oder schweigen?

Dies ist nur ein Auszug aus (mehr oder weniger) schwierigen Entscheidungen im Job, die getroffen werden müssen. Die Liste ist endlos und ihre Komplexität steigt mit der Funktion im Konzern. Für Selbstständige ist Entscheiden besonders Thema, da dies gewöhnlicherweise allein in deren Hand liegt.

Schwierige Entscheidungen im Job treffen – Wissenswertes

1. Sind wir gestresst, entscheiden wir riskanter

Es gibt eine kanadische Studie von der Universität Guelph. Diese besagt, dass Manager dazu tendieren, unter Stress die riskantere Option zu wählen. Menschen, die also getrieben sind, können nicht mehr rational genug entscheiden. Das führt dazu, dass sie sich nicht die langfristigen und möglicherweise auch negativen Konsequenzen ausmalen können. Gibt es keine innere Getriebenheit, so reflektieren Manager laut Studie mehr und wiegen auch ab. So wird auch die Qualität der Wahl besser.

2. Ärger führt zu rationaleren Entschlüssen

An der Anderson School of Management in Kalifornien kamen Wissenschaftler zu folgendem Resultat: Ist jemand wütend, so entscheidet sich diese Person eher rational. Das liegt daran, dass durch Ärger die klassischen Fehlfaktoren, die bei jeder Wahl mitschwingen, unterdrückt werden.

3. Die erste Option wird oft als die beste gesehen

Was machst du, wenn du rasch zwischen mehreren Optionen auswählen musst? Einer Studie der Universität in Berkeley, Kalifornien hat erforscht, dass sich Menschen in so einem Fall gewöhnlicherweise für die erste Option entscheiden. Dabei ist es egal, ob es um Geschäftsstrategien oder Konsumgüter geht. Eine einfach Erklärung dafür stammt aus dem Alltag. Musst du dich für eines aus mehreren Jobangeboten entscheiden, wirst du wahrscheinlich jenes nehmen, das ganz oben auf der Liste steht. Denn ziemlich sicher handelt es sich dabei um deinen Wunschjob. Das heißt, deine Prioritäten hast du bereits im Vorfeld festgelegt.

4. Die Wahl fällt häufig auf Bekanntes

Aus dieser Studie wird auch deutlich, dass Menschen gewissermaßen Gewohnheitstiere sind. Ein schon lange untersuchtes, psychologisches Phänomen ist die „Rekognitionsheuristik“. Diese besagt, dass wir aus vielen Objekten jenes bevorzugen, das uns bekannt vorkommt. Hinweise darauf gibt eine Untersuchung von Timm Rosburg und Axel Mecklinger. Vertrautheitsgefühl steuert demnach unsere Wahl. Musst du dich also zwischen zwei Alternativen entscheiden, nimmst du eher jene, die du bereits kennst. Oft führt dies zu richtigen Entschlüssen, jedoch auch zu Fehlurteilen.

5. Entscheidungen im Dunkeln sind rationaler

Bei schwierigen Entscheidungen im Job einfach Mal das Licht ausmachen. Das ist die Schlussfolgerung, die aus der Studie der Rotman School of Management und Aparna Labroo von der Northwestern Universität hervorgeht. Denn: Helles Licht verstärkt unsere Emotionen in beide Richtungen. Diese Erkenntnisse kannst du dir beispielsweise bei Geschäftsmeetings zunutze machen. Jedoch auch, wenn du etwa Produkte verkaufen möchtest.

Darum fällt uns das Entscheiden so schwer

Häufig gehen mit Entschlüssen Verlustängste einher. Wer Option A auswählt, der kehrt Option B den Rücken zu. Und wer kann schon im Vorfeld wissen, dass er nicht einen Fehler macht? In den meisten Fällen niemand. Dennoch klammern sich viele Menschen daran, sich „alle Optionen“ offenzuhalten, solange es geht. Oft herrscht auch eine gewisse Ambivalenz in unseren Gefühlen. Das bedeutet: Wir fühlen gleichzeitig zwei oder mehrere Emotionen einer Sache gegenüber. Oftmals gestehen wir uns auch nicht genügend Distanz zum Thema zu oder stressen uns selbst. Eine schwierige Entscheidung im Job soll jedoch bewusst gewählt werden und nicht im Vorbeigehen oder überhastet getroffen werden.

Schwierige Entscheidungen im Job treffen – Tipps

Früher oder später müssen wir alle schwierige Entscheidungen im Job treffen. Ganz egal, ob Angestellter, Chef oder Selbstständiger. Dabei gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten und Hilfestellungen.

Entscheidungen im Job – Stress lass nach

Wer eine Wahl treffen muss und dabei gestresst ist, handelt oftmals voreilig. Du handelst dann emotional und von Gefühlen geleitet. Somit bleibt für das rationale Denken, das aber auch dazugehört, wenig Raum. Der Stress kann aus dir selbst oder von jemand anderem kommen. Egal, woher der Wind weht: Lass dir Zeit, um deine Entscheidung gründlich zu überlegen und die Pro und Contra genügend abzuwägen.

Vorgehen: Nimm dir, wenn möglich, ein paar Tage Auszeit. Selbst, wenn du dir nur Auszeit von der Person nimmst, die dich zu einer Wahl drängen möchte. So kannst du deine Gedanken ordnen und etwa auch eine Pro- und Contra-Liste erstellen.

Distanziere dich zum Thema

Bestimmt kennst du das Sprichwort „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Ähnlich verhält es sich, wenn du eine schwierige Entscheidung im Job fällen musst. Wenn du mittendrin stehst, umgeben von deinen alltäglichen Aufgaben, siehst du nicht klar genug. Somit kannst du nicht von „oben“ auf die Situation sehen, denn du befindest dich ja mittendrin.

Vorgehen: Schaffe dir (mentale) Distanz und blicke auf die Situation aus der Adlerperspektive. Also von oben. Wie zeigt sich die Lage wirklich? Und welche Optionen gibt es überhaupt?

Gespräche mit anderen

Den endgültigen Entschluss musst ohnehin du treffen. Jedoch hilft es manchmal, mit anderen Personen über ein Szenario zu sprechen. Der Grund liegt darin, dass andere Menschen auch andere Meinungen und Erfahrungen haben. Dadurch entstehen möglicherweise auch für dich neue Perspektiven. Sprich aber nur mit Menschen, denen du vertraust und von denen du weißt, dass sie in der Lage sind, dein Dilemma zu verstehen. Außerdem hilfreich ist, wenn du Personen fragst, die möglicherweise schon eine ähnliche Entscheidung getroffen haben. Dies dient nicht zum Nachahmen, sondern der Inspiration.

Vorgehen: Suche das Gespräch mit Leuten, von denen du weißt, dass sie dir offen und ehrlich ihre Meinung sagen. Meide aber jene, von denen du dir sicher bist, dass sie werten, was du denkst. Es geht darum, wertfrei zu einer Lösung zu kommen.

Entscheidungen im Job – Lass die Ängste weg

Vor jeder schwierigen Entscheidung im Job stehen auch Ängste und Zweifel. Fragen tummeln sich in unserem Kopf und Unsicherheit macht sich breit. Was werden die anderen denken? Wie werden sie reagieren? Was, wenn ich die falsche Wahl treffe? Außerhalb dieses Grübelkreises befinden sich jedoch deine Stärken, Hoffnung und Selbstsicherheit. Du hast in deinem Leben bereits viele Entschlüsse gefasst und viele davon waren richtig. Denn sonst wärst du jetzt nicht in der Position, eine Entscheidung treffen zu dürfen.

Vorgehen: Besinne dich auf die erfolgreichen Wahlen, die du in der Vergangenheit bereits getroffen hast. Arbeite an deinem Mindset und mache dir bewusst, dass deine Ängste nicht förderlich, sondern hemmend wirken.

Sammle alle Informationen die notwendig sind

Bevor du einen Entschluss mit Folgen triffst, musst du gut genug informiert sein. Das betrifft einerseits Informationen über das Thema selbst und andererseits auch Wissen über die verschiedenen Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang kannst du auf deine bisherigen Erfahrungen und deine Expertise zurückgreifen. Dies nimmt im Vorfeld einiges an Zeit in Anspruch. Was wiederum unterstreicht, dass du dich bei wichtigen Entscheidungen nicht stressen (lassen) sollst.

Vorgehen: Solltest du dich bezüglich einer Sache noch nicht gut genug informiert fühlen, hole den fehlenden Input ein. Plane dazu genügend Zeit im Vorfeld ein, um überhastete Beschlüsse zu vermeiden.

Wie auch immer deine Wahlmöglichkeiten sind und welche schwierigen Entscheidungen im Job auch anstehen mögen. Nimm dir Zeit, gehe auf Distanz und dimme, wenn möglich das Licht.