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Karriere Tipps
Bewerbung im Ausland: So gelingen dir CV und Resume
© Clem Onojeghuo | Unsplash, CC0

Bewerbung im Ausland: So gelingen dir CV und Resume

Michelle Winner | 08.07.20

Ein Curriculum Vitae ist oft der beste Schritt, wenn du in einem anderen Land arbeiten möchtest. Dabei gilt es jedoch Landeseigenheiten und den Aufbau des CV zu beachten.

Viele Arbeitnehmer in Deutschland zieht es zum Arbeiten über die Landesgrenzen hinaus. Dabei stellt sich sofort die Frage: Wie sehen in die Bewerbungsverfahren im Ausland eigentlich aus? Natürlich gibt es hier wie immer keine pauschale Antwort. Aber es gibt Richtlinien und Empfehlungen, wie ein englischer Curriculum Vitae (CV) auszusehen hat. Und genau diese wollen wir dir erklären und dabei auch mit dem klassischen deutschsprachigen Lebenslauf und dem amerikanischen Resume vergleichen.

Wieso überhaupt auf Englisch?

Wenn du im Ausland arbeiten möchtest, kannst du in den meisten Fällen keine Bewerbung auf Deutsch verfassen. Gleichzeitig kann es jedoch auch sein, dass du die entsprechende Landessprache noch nicht beherrschst. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen englischsprachigen CV abzuschicken. Abgesehen davon gibt es auch häufig den Fall, dass du dich bei einer internationalen Firma bewirbst – hier wird die englische Bewerbung oft sogar vorausgesetzt. Übrigens: Auch in Deutschland gibt es Unternehmen, die einen CV einfordern. Vor allem dann, wenn im Joballtag viel Englisch gesprochen wird. Also kannst du von den folgenden Hinweisen auch dann profitieren, wenn du weiterhin in Deutschland arbeiten möchtest.

Den Aufbau ans Zielland anpassen

So etwas wie eine internationale Bewerbung gibt es nicht. Jedes Land hat seine eigenen Richtlinien und Feinheiten für den Aufbau und Inhalt einer solchen. Das heißt, du solltest dich vor dem Schreiben mit den Eigenheiten des Ziellandes vertraut machen – und natürlich mit dem Unternehmen. Generell wird meistens das, was du unter Lebenslauf und Anschreiben verstehst, gefordert. Doch im Gegensatz zur Bewerbung in Deutschland sind in Spanien beispielsweise Kurzbewerbungen üblich. Heißt, neben der Carta de Solicitud und dem Currículum Vitae werden Zeugnisse und Co. nur auf Anfrage mitgesendet. Qualifikationen werden so kurz und prägnant wie möglich beschrieben. Unterschiede gibt es dann auch noch bei den Formalia: Zahlen im Datum werden nicht mit einem Punkt versehen und auf die Anrede folgt ein Doppelpunkt und anschließende Großschreibung.

Was dieses Beispiel aus Spanien zeigt, ist, dass trotz ähnlichem Aufbau überall Feinheiten in der Bewerbung zu beachten sind. Eine gründliche Recherche ist dabei unabdingbar. Vielleicht hast du auch Glück und hast bereits in der Schule gelernt, wie eine Bewerbung in anderen Sprachen aussieht – bedenke dabei jedoch, dass die Bewerbungstipps in Schulen nicht immer die aktuellen Standards widerspiegeln. Prüfe also immer, ob dein Wissen up to date ist.

Der CV – im Zweifelsfall eine gute Wahl

Bei Unsicherheiten orientieren sich viele Bewerber an der klassischen britischen Bewerbung – sie schreiben einen CV. Es handelt es sich dabei um einen Lebenslauf, der sich aber in gewissen Punkten von der deutschen Version unterscheidet. Der CV ist eine vollständige Übersicht deines professionellen Werdegangs:

  • Länge: zwei bis drei Seiten
  • Kein Foto, keine Angaben zu Alter, Geschlecht, Religion oder Familienstand
  • Achronologischer Aufbau: bei der Auflistung deines Werdegangs beginnst du mit dem aktuellsten Job
  • Keine Unterschrift und kein Datum nötig

Wichtig ist, dass du dich auf wirklich relevante Stationen in deinem Leben konzentrierst – der Ferienjob von vor zehn Jahren als Tellerwäscher ist eventuell nicht mehr relevant für den neuen Job. Hobbys und soziales Engagement können ebenfalls angegeben werden, da diese in anderen Ländern oft mehr interessieren als in Deutschland. Streitthema sind Referenzen: Die einen finden, ein bis zwei davon gehören in den CV, andere sehen die Relevanz dieser eher im amerikanischen Resume. Der Aufbau des CV ist dabei nicht zwingend in Stein gemeißelt. Nach oben gehören aber auf jeden Fall deine persönlichen Kontaktdaten. Danach kannst du wie folgt vorgehen:

  • Personal Profile: Nach deinen Daten kommt es gut an, sich hier in zwei bis drei Sätzen selbst zu präsentieren
  • Career Objective: die Position, für die du dich bewirbst, also dein Karriereziel
  • Berufserfahrung: Inklusive Zeitraum der Beschäftigung, Unternehmen, Position und Aufgabenbereich
  • Akademischer Werdegang: Zeitraum, Bildungsinstitut und Abschlussnote
  • gegebenenfalls spezielle Praktika oder andere Erfahrungen während des Studiums
  • Interessen: Interessante oder relevante Hobbys, soziales Engagement

Bewirbst du dich in den USA, bietet sich das amerikanische Resume anstelle des CV an. Dieses wird jedoch auch in anderen, außereuropäischen Ländern oft genutzt. Insgesamt ist das Resume ähnlich wie der CV aufgebaut. Ein Unterschied ist die Länge: Das Resume sollte nur eine Seite umfassen. Außerdem sind hier Referenzen gewünscht. Am Ende solltest du deine Skills noch einmal separat hervorheben.

Egal ob CV oder Resume: Gründlichkeit ist wichtig

Egal für welche Art der englischsprachigen Bewerbung du dich nun entscheidest: Wichtig ist, dass du Fehler vermeidest, den groben Aufbau beibehältst und dich als kompetenten Zuwachs für das Unternehmen darstellst. Achte also darauf, dass du die richtigen Fach- und Überbegriffe benutzt. Hier noch einmal zum Mitschreiben:

  • Personal Details: Kontakt- und Personendaten
  • Personal Profile: Selbstpräsentation
  • Professional/Work Experience: Beruflicher Werdegang
  • Education: Akademischer Werdegang
  • Activities/Interests & Engagemant: Hobbys und soziales Engagement
  • References: Referenzen
  • Period of Employment: Beschäftigungszeitraum
  • Employer: Arbeitgeber
  • Employee: Arbeitnehmer
  • Company: Unternehmen
  • since: seit, verwendet um den Zeitraum ab einem bestimmten Zeitpunkt zu benennen, beispielsweise „seit 2017“
  • for: seit, verwendet um einen Zeitraum ohne bestimmten Startzeitpunkt zu benennen, beispielsweise „seit drei Jahren“

Natürlich ist es abgesehen davon auch wichtig, dass dein Englisch sehr gut und verständlich ist. Sollte es hier noch Schwierigkeiten geben, lasse dir von jemandem mit guten Englischkenntnissen helfen. Im besten Fall kennst du sogar einen Muttersprachler, der für dich Korrektur liest. So oder so kannst du mit der richtigen Vorbereitung und unter Beachtung der hier aufgeführten Richtlinien mit deiner Bewerbung im Ausland punkten. Hab keine Angst vor der anderen Sprache und trau dich – dein Mut könnte belohnt werden.