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Human Resources
Zurück im Hotel Mama: Studierende leiden finanziell unter der Coronakrise
© Vasily Koloda - Unsplash

Zurück im Hotel Mama: Studierende leiden finanziell unter der Coronakrise

Michelle Winner | 04.01.21

Die Coronakrise macht auch vor den jungen Talenten nicht Halt: Viele von ihnen brauchten in diesem Jahr Unterstützung von ihren Eltern und denken sogar über einen Studienabbruch nach.

Seit Beginn der Coronapandemie und den erforderlichen Lockdowns befinden sich nicht nur viele Arbeitnehmer, Selbstständige und Unternehmen in finanzieller Not, sondern auch die Studierenden. 40 Prozent haben ihren Nebenjob verloren und 63 Prozent gaben in einer Befragung an, dass die Jobsuche sich schwerer gestaltet. Grund hierfür ist, dass viele der typischen Studentenjobs im öffentlichen Raum und mit direktem Kundenkontakt zu tun haben wie Babysitten, Nachhilfe oder Kellnern. Und während im Sommer mit den Lockerungen der Coronamaßnahmen Hoffnung geschöpft wurde, hat der zweite Lockdown diese nun zunichtegemacht, wie eine Untersuchung des Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DHZW) zeigt.

Hotel Mama wird stark gebucht

Die Studie des DHZW wurde im Sommersemester 2020 durchgeführt und an ihr nahmen knapp 28.600 Studierende von 23 staatlichen Universitäten teil. 40 Prozent der Befragten geben an, seit Beginn der Pandemie in einer finanziellen Notlage zu sein, was gerechnet auf alle Studierenden in Deutschland auf 21 Prozent zutrifft. Die Studis haben entweder ihren Job ganz verloren oder sind von Kurzarbeit und Co. betroffen, was wichtige Einnahmequellen zunichtemacht. Doch wie nun das eigene Studium finanzieren? Die eine Seite greift auf staatliche Hilfen, wie die BAföG-Maßnahmen, den zinsfreien Studienkredit der KFW oder andere Überbrückungshilfen zurück. Bei den anderen helfen die Eltern bei der Finanzierung. Diesen Schritt ergreifen viele, weil sie sich trotz der Pandemie nicht zusätzlich verschulden wollen.

Für viele hieß es auch zurück ins Hotel Mama, um Lebenshaltungskosten zu sparen. Während im Wintersemester 19/20 lediglich 18 Prozent der Studierenden noch zu Hause lebten, sind es nun 29 Prozent. Das Problem an dieser Situation ist jedoch, dass auch viele der Eltern derzeit an finanziellen Problemen durch die Coronakrise leiden – das geben 32 Prozent der Befragten an. Und so schön es auch ist, dass die Eltern trotz eigener Engpässe ihre Kinder unterstützen, so ist das Ganze wohl keine Dauerlösung. Effektive Unterstützung für Studierende muss her, die nicht mit einer Verschuldung vor dem offiziellen Eintritt in den Arbeitsmarkt einhergeht.

Probleme könnten zu mehr Studienabbrüchen führen

Es darf nicht vergessen werden, dass die Studierenden von heute, die Arbeitskräfte von morgen sind. Und leider führt die finanzielle Notlage bei vielen dazu, dass sie ihr Studium überdenken. So erklärt Projektleiter Markus Lörz vom DHZW:

Die Daten weisen jetzt schon darauf hin, dass insbesondere Studierende, deren Erwerbssituation sich verschlechtert hat und deren Eltern zudem von einer verschlechterten Einkommenssituation betroffen sind, häufiger über einen Studienabbruch nachdenken.

Diese Entwicklung gilt es zu verhindern. Wie die Situation in den nächsten Semestern aussehen wird, lässt sich jetzt noch nicht prophezeien. Doch es ist klar, dass auch die Studierenden nicht im Stich gelassen werden dürfen. Und auch wenn es bereits finanzielle Hilfen von staatlicher Seite gibt, sollten diese vielleicht noch weiter angepasst werden, gerade was den Punkt Verschuldung angeht. Denn nur wenn es den Studis möglich gemacht wird, ihr Studium vernünftig weiterzuführen, kann sichergestellt werden, dass der Talentmarkt auch künftig groß und divers bleibt.

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