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Human Resources
Präsenzpflicht? Nein, danke. Jobsuchende gehen für flexible Arbeitsmodelle eher Kompromisse ein
© Avi Richards - Unsplash

Präsenzpflicht? Nein, danke. Jobsuchende gehen für flexible Arbeitsmodelle eher Kompromisse ein

Michelle Winner | 15.06.21

Unternehmen, die im War for Talents die Nase vorn haben wollen, sollten die Bedürfnisse von Bewerber:innen ernst nehmen. Dazu gehört auch die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten.

Die noch anhaltende Coronapandemie hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt und für viele Arbeitnehmer:innen sowie Unternehmen den Wertekompass umgestellt. Dem Präsenzfetisch wurde – zwangsweise – der Rücken gekehrt und flexibles Arbeiten im Home Office gewann nach anfänglichen Schwierigkeiten mehr und mehr Befürworter:innen. Kein Wunder also, dass Angestellte sich auch jetzt mit den eintretenden Lockerungen und Öffnungen weiterhin die Möglichkeit wünschen, remote zu arbeiten. Eine aktuelle Studie von XING zeigt, wie wichtig es ist, auch im War for Talents diesen Wunsch zu erhören.

Bewerber:innen sind im Austausch für flexibles Arbeiten kompromissbereiter

Die steigende Beliebtheit von Remote Work hat dazu geführt, dass auch Jobsuchende flexible beziehungsweise hybride Arbeitsmodelle als Suchkriterium nutzen. Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin bei XING, erklärt dazu, dass Unternehmen die Möglichkeit aufs Home Office auch nach Pandemieende beibehalten sollten. Andernfalls wäre es kein Wunder, wenn es weniger Bewerber:innen auf freie Stellen gibt. Diese Aussage beruht auf der XING-Studie. Dort wurde festgestellt, dass viele Jobsuchende wenig kompromissbereit in den Bereichen Arbeitsort und Anfahrtsweg sind. Hier die Ergebnisse im Detail:

  • 20 Prozent suchen Jobs lediglich im Wohnort
  • 34 Prozent sind bereit zu Pendeln – aber maximal 20 Kilometer
  • 52 Prozent sind nicht bereit, für einen neuen Job umzuziehen

Natürlich hängt die Frage nach einem Umzug für eine neue Arbeitsstelle auch immer mit der persönlichen Situation zusammen. Familie und soziales Umfeld sowie persönliche Interessen sind legitime Gründe, um im aktuellen Wohnort zu bleiben. Doch was tun als Unternehmen, wenn sich die idealen Talente sich vor Ort nicht finden lassen? Tatsächlich sind 45 Prozent der befragten Jobsuchenden dazu bereit, einen längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür die Möglichkeit auf Home Office erhalten. Die Studie zeigt also ein Potential: Flexible Arbeitsmodelle können die Kompromissbereitschaft von Bewerber:innen steigern – und sie vielleicht sogar zum Umzug bewegen.

Woher stammt die Scheu vor dem Umzug?

Wie bereits erwähnt, sind Personen, die sich ein Leben in ihrem Wohnort aufgebaut haben, weniger bereit für einen Umzug. Wer ein gutes Sozialleben hat, fürchtet nach dem Umzug die Isolation (32 Prozent). Außerdem berichten 36 Prozent, dass sie nach einem Wohnortswechsel kaum berufliche Kontakte hatten und sich ein komplett neues Netzwerk aufbauen mussten. Die Angst, dass sich dies wiederholt, ist groß.

Nicht nur Remote Work, sondern auch Karrierenetzwerke gewannen während Corona stark an Beliebtheit. 32 Prozent der Befragten betonen, dass letztere ihnen während der Krise sehr geholfen haben. Seit Beginn der Pandemie sind 33 Prozent viel aktiver in den sozialen Medien und 37 Prozent pflegen ihre beruflichen Kontakte am liebsten online. Unternehmen können von dieser Entwicklung profitieren, indem sie aktiv über Karrierenetzwerke nach geeigneten Kandidat:innen suchen und sich dort auch als attraktiver Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitsmodellen präsentieren. So lassen sich Talente gewinnen, die sonst vielleicht im Verborgenen geblieben wären.


Wir haben diesen Artikel zunächst mit einem Zitat der XING-Geschäftsführerin veröffentlicht und dieses später aus readktionsinternen Gründen dem Beitrag entfernt.

Kommentare aus der Community

Oliver am 16.06.2021 um 16:41 Uhr

Das ist schon sehr deutlich ein XING-Advertorial.

Antworten
Niklas Lewanczik am 17.06.2021 um 09:11 Uhr

Hallo Oliver,

wir haben uns hier auf eine XING-Studie bezogen und die Daten als sachlichen Artikel wiedergegeben; allerdings hast du mit deinem Kommentar einen Punkt getroffen, da wir gerade mit dem Zitat sehr auf die Hervorhebung des Karrierenetzwerks XING eingegangen sind. Dieses werden wir entfernen und dieses Update kennzeichnen.

Beste Grüße

Antworten
Daniel am 15.06.2021 um 16:04 Uhr

Das aktuelle Apple Präsenzfetisch Beispiel (plötzlich pauschale Anwesenheitspflicht Mo-Mi für alle MA’s ab Sep ’21), erweckt den Eindruck, dass das Thema in vielen Köpfen und sogar bei solchen Firmen & Entscheidern nicht wirklich angekommen zu sein scheint & die Bereitschaft + Einsicht im Rahmen eines sozialeren/besseren Umganges miteinander in diesem Kontext (aber auch für die Umwelt) aus Arbeitnehmersicht durchaus noch einiges mehr an Luft nach oben zuliesse :)

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