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Human Resources
Mit dem Klimawandel muss sich die Arbeitswelt verändern: LinkedIn appelliert beim Klimagipfel an andere Unternehmen

Mit dem Klimawandel muss sich die Arbeitswelt verändern: LinkedIn appelliert beim Klimagipfel an andere Unternehmen

Michelle Winner | 17.11.21

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es Veränderungen, dass steht außer Frage. Eine große Rolle spielen dabei auch die Unternehmen, was LinkedIn zum Anlass nimmt zu zeigen, wie prekär die Lage ist.

Der Klimawandel bedroht unsere Zukunft und ihn aufzuhalten, ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Doch nicht nur Privatpersonen müssen ihren Beitrag leisten, sondern auch Unternehmen. Um auf diesen Umstand hinzuweisen, nahm LinkedIn jüngst am Klimagipfel in Glasgow teil. Das Unternehmen sprach in diesem Zusammenhang über eigene Klimaziele und darüber, dass die Arbeitwelt endlich grüner werden muss.

Klimaschutz muss im Mainstream ankommen

LinkedIns Ziel ist es, bis 2030 ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. Man ist dort überzeugt, dass Klimaziele nur dann erreicht werden können, wenn es einen grünen Wandel in allen Bereichen der Gesellschaft gibt, also auch in der Arbeitswelt. Doch dafür muss das Thema Klimaschutz im Mainstream ankommen und darf nicht weiter als Nische gelten, auf die einige junge Unternehmen sich fokussieren. Tatsächlich meldet LinkedIn anhand von Daten der eigenen Plattform eine positive Entwicklung: Der Anteil von grünen Kompetenzen, also Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz, stieg von 2015 bis 2021 um 38 Prozent an. Das zeigt, dass immer mehr Unternehmen sich ihrer Verantwortung bewusst werden – dennoch nicht alle.

Grüne Kompetenzen finden sich laut LinkedIns Analysen nicht mehr nur klassisch im Energiesektor wieder, sondern inzwischen in allen Branchen. Besonders der Bereich Customer Service so wie die Modeindustrie stechen hier hervor. Bei Letzterer geht es beispielsweise um die Verbesserung der Produktionsbedingungen und eine Abkehr von „Wegwerf-Mode“. Grüne Kompetenzen finden sich derzeit häufig in Jobs wieder, die kein klassisches „grünes Image“ haben, zum Beispiel Data Scientists oder Flottenmanager. Und auch im Gesundheitswesen gibt es einen starken Anstieg. Am weitesten sind die grünen Kompetenzen jedoch weiterhin in technischen Berufen verbreitet.

Arme Länder müssen involviert werden

LinkedIn betont, dass für eine Erfolg der Klimawende alle Länder am selben Strang ziehen müssen. Das bedeutet jedoch auch, dass ärmere Länder nicht benachteiligt werden dürfen. Auch sie müssen von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technologischen Erfindungen, die den Klimawandel verlangsamen, profitieren dürfen. Dafür müssen reichere Länder, zu denen auch Deutschland zählt, sie unterstützen. Denn derzeit sieht der Status quo wie folgt aus: Die meisten grünen Kompetenzen und wissenschaftlichen sowie technologischen Fortschritte in Sachen Klimaschutz gibt es in reichen Ländern. Das sind jedoch gleichzeitig die Staaten, die den Klimawandel durch einen hohe Emissionen vorantreiben.

Die Folgen des Klimawandels bekommen jedoch vor allem die ärmeren Länder zu spüren, unter anderem auch dadurch, dass die großen Staaten dort produzieren lassen – unter schlechtesten Verhältnissen für Menschen und Umwelt. Daher ist es wichtig, diese Länder beim Aufbau und der Etablierung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.

Auf das „Wie“ kommt es an

Doch wie kann man das Klimabewusstsein steigern, sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen? Beim Klimagipfel in Glasgow sprach LinkedIns Co-Founder Allen Blue über diese Problematik mit Arnold Schwarzenegger. Dieser gilt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, da er während seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien eine strenge Umweltpolitik durchsetzte. Schwarzenegger erklärte in dem Gespräch, dass es auf das „Wie“ ankommt. Wie wird über den Klimawandel kommuniziert und wie greifbar sind diese Erklärungen? Der Ex-Gouverneur erreichte Zustimmung und Erfolge vor allem dadurch, dass er weniger mit dem abstrakten Begriff Klimawandel arbeitete, sondern greifbare Termini wie Umweltschutz verwendete. Außerdem formulierte er die gesundheitlichen Folgen unmissverständlich, wodurch er viele Bewohner:innen seines Bundesstaats erreichte.

Das zeigt, wie wichtig eine offene und transparente Kommunikation in Sachen Klimaschutz ist. Es bringt nichts, mit wissenschaftlichen Begriffen und komplizierten Formulierungen um sich zu werfen – die Argumente müssen auf den Punkt gebracht werden. Über diesen Weg erreicht man vor allem Privatpersonen und darüber im Endeffekt auch die Unternehmen, denn Mitarbeiter:innen und Führungskräfte tragen ihr Wissen und ihre Werte mit in den Betrieb und beginnen im besten Fall damit, die interne Klimapolitik zu hinterfragen.

Wir brauchen einen Wandel – jetzt

LinkedIn betont noch einmal, dass es schnelle und drastische Veränderungen braucht, um Klimaziele zu erreichen. So zeigen die Anaylsen zwar, dass grüne Kompetenzen im Kommen sind und es auch mehr Jobs gibt, die sich speziell um Themen wie Nachhaltigkeit kümmern, aber das genügt noch nicht. Umso wichtiger ist es, gerade jetzt offen und konkret zu kommunizieren. Gerade die Politik muss mehr leisten, um Privatpersonen sowie Unternehmen abzuholen, doch gleichzeitig sollten auch Vorreiterbetriebe in Sachen Nachhaltigkeit versuchen an ihre Mitstreiter:innen zu appellieren. Denn das sich etwas ändern muss, steht außer Frage.

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