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Human Resources
85-Stunden-Woche: Ex-TikTok-Angestellte berichten von toxischer Arbeitskultur

85-Stunden-Woche: Ex-TikTok-Angestellte berichten von toxischer Arbeitskultur

Caroline Immer | 10.05.22

Lange Arbeitszeiten, Konkurrenzkampf und immenser Druck: Ehemalige TikTok-Angestellte berichten von einer Arbeitskultur, die mit dem fröhlichen Image der Plattform wenig gemein hat.

TikTok ist für viele User ein Ort zum Abschalten, der ihnen unbeschwerte Unterhaltung bietet. Hinter den Kulissen bietet sich jedoch ein gänzlich anderes Bild, wie ein Bericht des Wall Street Journal, welcher ehemalige Mitarbeiter:innen zu Wort kommen lässt, nun enthüllt.

Arbeit am Wochenende, endlose Meetings

Die Arbeit bei TikTok war für mehrere Ex-Angestellte, die ihre Erfahrungen mit dem Wall Street Journal teilen, mit erheblichem Druck verbunden. Ein Stressfaktor seien extrem lange Arbeitszeiten gewesen. So berichten mehrere Ex-Angestellte, durchschnittlich 85 Stunden die Woche in Meetings verbracht zu haben. Um Online Meetings mit Kolleg:innen in Peking – dem Hauptstandort der TikTok-Mutter ByteDance – nicht zu verpassen, mussten Angestellte aufgrund der Zeitumstellung ihre Arbeitswoche oftmals bereits am Sonntagnachmittag beginnen. Viele der ehemaligen Mitarbeiter:innen klagten über Schlafmangel, bedingt durch häufige Arbeit am Wochenende und den Meetings mit Kolleg:innen am anderen Ende der Welt.

Stress und Belastung durch fragwürdige Praktiken

Die Arbeitskultur bei TikTok sei derart stressig, dass sie selbst die Praktiken anderer schnelllebiger Tech-Unternehmen in den Schatten stelle. Ein Beispiel: Das Unternehmen teile, so heißt es im Wall Street Journal, ein und dasselbe Projekt oftmals mehreren Teams zu, um zu sehen, welches Team dieses am schnellsten beenden kann. Ehemalige Angestellte berichten, Praktiken wie diese hätten bei ihnen Paranoia und Frustration ausgelöst. Der Stress und die emotionale Belastung sei teilweise so hoch gewesen, dass sich Mitarbeiter:innen in Therapie begeben mussten. TikTok selbst erklärt in einem Statement:

We encourage a culture of transparency and feedback, and are committed to building an equitable platform and business that allows both our community and our employees to thrive.

Auf konkrete Vorwürfe der ehemaligen Mitarbeiter:innen ging das Unternehmen nicht ein. Klar ist: Die Berichte der Angestellten zeichnen ein Bild, das in scharfem Kontrast zu dem äußeren Schein der Plattform steht. Berücksichtigt werden sollte hierbei die Perspektive der Aussagen, da diese von ehemaligen Angestellten stammen, die dem Unternehmen aus diversen Gründen nicht wohlgesonnen sein könnten.

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