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Human Resources
6 Anzeichen dafür, dass deine Angestellten bald ihre Kündigung einreichen

6 Anzeichen dafür, dass deine Angestellten bald ihre Kündigung einreichen

Michelle Winner | 28.10.21

Jobwechsel sind heutzutage nichts Besonderes mehr, doch manchmal kommt die Kündigung völlig aus dem Nichts. Oft gibt es jedoch Warnsignale, die du einfach erkennen und denen du entgegenwirken kannst.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Wege von Unternehmen und ihren Mitarbeiter:innen nach einiger Zeit trennen. Ein Leben lang im selben Betrieb zu verweilen, ist heute nicht mehr die Regel. Stattdessen suchen Arbeitnehmer:innen immer öfter nach neuen Herausforderungen und besseren Arbeitsbedingungen. Doch trotzdem kann es manchmal überraschend sein, wenn geschätzte und unabdingbare Mitarbeiter:innen plötzlich ihre Kündigung einreichen. Doch kommt das Ganze wirklich so plötzlich? Meist gibt es Anzeichen dafür, dass Angestellte das Unternehmen bald verlassen wollen. Wir erklären dir, woran du sie erkennst.

1. Neue Gehaltsvorstellungen

Es ist keine Seltenheit, dass Angestellte beispielsweise nach erfolgreichen Projektabschlüssen nach einer Gehaltserhöhung fragen. Kommt die Anfrage für dich aber „aus dem Nichts“, kann das ein Indikator dafür sein, dass die betreffende Person ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen hat. Nun möchte sie prüfen, inwieweit du ihr entgegenkommen würdest. Gleichzeitig kann die Forderung nach mehr Gehalt aber auch generelle Unzufriedenheit ausdrücken. Auch das solltest du im Hinterkopf behalten, denn Unzufriedenheit führt in der Regel dazu, dass Angestellte sich nach neuen Jobs umsehen.

Um dieser Dynamik entgegenzuwirken, solltest du Gehaltserhöhungen in Betracht ziehen, solange diese realistisch und für dein Unternehmen stemmbar sind. Oft bleiben Angestellte trotz Gegenangeboten bei ihrem jetzigen Unternehmen, wenn dieses bereit ist, ein paar Euro mehr springen zu lassen. Alternativ können auch zusätzliche Urlaubstage, Boni oder Extraleistungen wie Weihnachtsgeld deine Mitarbeiter:innen überzeugen zu bleiben.

2. Gespräche über die Zukunft meiden

Es lohnt sich in Gesprächen die Ohren zu spitzen, denn auch hier lassen sich Anzeichen für eine baldige Kündigung erkennen. Besonders verdächtig kann es sein, wenn Angestellte sich nicht zu zukünftigen Plänen äußern oder Gespräche diesbezüglich meiden. Dabei ist es egal, ob es sich um anstehende Projekte oder den nächsten Betriebsausflug handelt. Weicht eine Person dem Thema aus, weiß sie vielleicht, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in deinem Unternehmen tätig sein wird.

Natürlich kann das Ausweichen auch andere Gründe haben, beispielsweise Desinteresse oder andere Probleme, die derzeit wichtiger sind. Dennoch lohnt es sich, bei betroffenen Mitarbeiter:innen nachzuhaken. Mit etwas Glück antworten sie dir ehrlich, ob sie sich derzeit nach einem neuen Job umsehen. Frage nach, ob ihr als Unternehmen etwas tun könnt, um die Person zu halten. Falls dies nicht möglich ist, solltest du die Entscheidung in jedem Fall respektieren – immerhin kannst du dich und den Betrieb schon einmal darauf vorbereiten. Nicht alle Angestellten werden zudem offen über ihre Wechselwünsche reden, weil sie negative Konsequenzen für ihre verbleibende Arbeitszeit befürchten. Daher ist es umso besser, wenn du die Anzeichen erkennst und auch ohne konkrete Aussage für eine mögliche Kündigung gewappnet bist.

3. „Frühjahrsputz“ am Arbeitsplatz

Wenn Mitarbeiter:innen innerlich bereits gekündigt haben und eigentlich nur noch auf ein besseres Jobangebot warten, verfallen sie oft in den Frühjahrsputz. Gemeint ist, dass sie Ihren Arbeitsplatz in Ordnung bringen: Dokumente werden sortiert, Arbeitsabläufe dokumentiert und nach und nach verschwinden auch die persönlichen Gegenstände vom Schreibtisch. Die Personen möchten nicht, dass nach ihrem Austritt alles in Chaos versinkt und ihre Nachfolge problemlos in den neuen Job starten kann. Gleichzeitig wollen die Betroffenen auch nicht nachgesagt bekommen, sie hätten schlecht vorgearbeitet.

Gerade dieses Verhalten zeigt, dass Angestellte ihren jetzigen Job zwar schätzen, aber trotzdem einen Tapetenwechsel benötigen. Die Kündigung geht in diesem Fall oft ohne böse Gefühle gegenüber dir als Arbeitgeber:in einher. Natürlich kannst du versuchen, das Gespräch mit den entsprechenden Angestellten zu suchen. Doch auch hier gilt, dass nicht alle offen über ihre Kündigungsgedanken reden werden und du, wenn ausgesprochen, ihre Entscheidung akzeptieren musst. Nutze die Zeit in diesem Fall lieber dazu, eine würdige Nachfolge zu finden.

4. Vorgesetzten aus dem Weg gehen

Top-Mitarbeiter:innen haben in den meisten Fällen ein sehr gutes Verhältnis mit ihren Vorgesetzten. Doch trotz dessen trauen sich einige nicht, offen über Kündigungsgedanken zu reden. Gleichzeitig wollen die Betroffenen dich und andere Führungskräfte nicht anlügen. Die Konsequenz ist also, dass sie den Kontakt zu den Vorgesetzten meiden, sobald ein Jobwechsel angestrebt wird.

Bemerkst du dieses Verhalten bei deinen Top-Performern, lohnt es sich, das Gespräch zu suchen. Mache deinem Gegenüber klar, dass es keine Konsequenzen zu fürchten hat, sollte es eine Kündigung erwägen. Erkläre, dass du einfach nur gern wüsstest, was der Stand der Dinge ist, um rechtzeitig Maßnahmen für die Nachfolge zu ergreifen. Eventuell gibt es auch Raum für Gegenangebote, um die Angestellten zu halten. Übrigens: Wenn Top-Mitarbeiter:innen kündigen, kannst du versuchen, sie in die Suche nach einer Nachfolge zu inkludieren.

5. Veränderungen im Verhalten

Verhaltensänderungen können besonders auffällig sein und sind damit ein leicht erkennbares Anzeichen für eine Kündigung. Kommen Angestellte, die sonst immer pünktlich waren, plötzlich häufig zu spät, kann das ein Warnsignal sein. Ebenso wie die folgenden Verhaltensweisen:

  • Sinkende Bereitschaft zu Überstunden
  • Früher Feierabend machen
  • Keine Antworten auf Mails und Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit
  • Völlig neuer Kleidungsstil (zum Beispiel mehr Business-Stil statt leger)
  • Veränderte Pausenzeiten oder Termine mitten am Tag (beispielsweise für Vorstellungsgespräche)

Natürlich kann dieses Verhalten auch mit Veränderungen im privaten Umfeld zusammenhängen. Beispielsweise haben Betroffene vielleicht erkannt, dass es wichtig ist, Zeit für sich selbst zu haben und reagieren deshalb nicht mehr auf Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit. Gleichzeitig kann aber auch eine Kein-Bock-Ist-Mir-Egal-Einstellung dahinter stecken: Betroffene Angestellte haben einen neuen, besseren Job in Aussicht und tun deshalb nur noch das Nötigste für ihren jetzigen Betrieb. In solchen Fällen sind Angestellte meist äußerst unzufrieden mit ihrem jetzigen Arbeitsverhältnis und sehnen sich nur noch dem Ende entgegen.

6. Aktiveres Social-Media-Verhalten

Gemeint ist hier vor allem das Online-Verhalten auf Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn. Wenn du bemerkst, dass deine Mitarbeiter:innen hier aktiver werden, ihr Profil auf Vordermann bringen und dort aktiv angeben, auf Jobsuche zu sein (ein ziemlich eindeutiges Signal für dich), wirst du vermutlich bald eine Kündigung auf dem Tisch liegen haben. Auch hier kannst du natürlich versuchen das Gespräch zu suchen und sehen, ob Gegenangebote die Angestellten zum Bleiben bewegen.

Nicht zu viel interpretieren

Natürlich ist es schade, wenn Top-Mitarbeiter:innen dich verlassen, besonders wenn es für dich aus dem Nichts kommt. Dennoch solltest du trotz der aufgelisteten Anzeichen nicht damit beginnen, zu viel in das Verhalten deiner Angestellten zu interpretieren. Viele Veränderungen können auch mit privaten Umständen zusammenhängen. Es bringt also nichts, 24/7 auf der Lauer zu liegen und zu rätseln, ob Person XY bereits ihre Kündigung schreibt. Bemerkst du jedoch Veränderungen in Verhaltensweisen und hast zudem ein entsprechendes Bauchgefühl, lohnt es sich oft, das Gespräch zu suchen.

Anstatt konkret nach den Kündigungsabsichten zu fragen, kannst du auch subtiler vorgehen und ermitteln, was momentan vielleicht nicht gut läuft oder ob die betroffene Person andere Vorstellungen über ihr Gehalt oder ihren Tätigkeitsbereich hat. Jeder Beitrag, der die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen steigert, kann sie von der Kündigungsabsicht abbringen. Manchmal musst du deine Angestellten jedoch ziehen lassen. Sieh diese Momente nicht als Verlust, sondern als neue Chance. Die freigewordene Stelle wird jemand Neues einnehmen – vielleicht sogar eine Person, die dein Unternehmen weiter vorantreibt. Schließlich entwickeln sich nicht nur Mitarbeiter:innen weiter, sondern auch Unternehmen.

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Kommentare aus der Community

Hans am 30.10.2021 um 09:00 Uhr

Keine Antwort auf Mails außerhalb der Arbeitszeit ist ja wohl kaum zu bemängeln, es ist eben AUSSERHALB der Arbeitszeit, dann verbringt man seine Zeit nicht mit der Arbeit. Wenn das die Norm ist kann man sich auf Kündigungen einstellen

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