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6 Dinge, die sich Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten wünschen
© abi ismail - Unsplash

6 Dinge, die sich Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten wünschen

Michelle Winner | 04.09.20

Was sollten deine Vorgesetzten an ihrem Führungsstil verändern? Die Antworten auf diese Frage zeigen, dass vor allem Kommunikation und Menschlichkeit in der Führungsebene fehlen.

Ein gutes Arbeitsklima ist die wichtigste Zutat für die Mitarbeiterzufriedenheit und gute Ergebnisse des Unternehmens. Doch gerade die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeitern gestaltet sich oft schwierig. Doch was könnte ein Chef jetzt sofort tun, damit sich das Arbeitsklima verbessert? Genau diese Frage stellte Keynote Speaker und LinkedIn-Influencer Jeff Haden seinen über eine Million Followern. Das sind die meistgenannten Wünsche:

1. Mehr Kommunikation

Aus den Antworten der Follower auf LinkedIn geht deutlich hervor, dass sich viele eine offene Kommunikation am Arbeitsplatz wünschen. Transparenz und Feedback scheinen dabei besonders wichtig zu sein. Die Mitarbeiter wollen nicht raten müssen, wie es um das Unternehmen oder ein Projekt steht. Diese „Guess Culture“, wie Haden sie nennt, führt zu Gerüchten und sogar Lästereien. Außerdem werden Unsicherheiten geschürt. So wird unter anderem geschrieben, dass eine offene Kommunikation dazu führe, dass die Mitarbeiter sich besser auf ihre Arbeit konzentrierten können und mit den Gedanken nicht stetig woanders sind. Zusätzlich werde das Vertrauen in den Vorgesetzten gestärkt.

2. Mit anpacken

Häufig wurde von Hadens Followern auch bemängelt, dass sie das Gefühl hätten, ihr Vorgesetzter wisse nichts über die Tätigkeiten der Angestellten unter ihm. Sie wünschen sich einen Chef, der auch mit anpacken kann, wenn es mal brenzlig wird, ergo, der also auch wenigstens ein Grundwissen über bestimmte Bereiche verfügt. Die Kritik richtet sich dabei an Vorgesetzte, die direkt in eine Führungsposition eingestiegen sind und sich nicht von unten nach oben hocharbeiten mussten. Haden erklärt diesen Wunsch wie folgt:

While, in theory, a great manager can manage any function or process, in practice, possessing some level of technical skill makes it much easier to build credibility, trust, and respect.

Du musst als Chef nicht in allen Bereichen glänzen können – schließlich hat es Gründe, wieso du besonders qualifizierte Mitarbeiter einstellst. Aber die meisten Arbeitnehmer wünschen sich zumindest ein Grundverständnis der Materie, so dass sie mit dir problemlos über ihre Tätigkeit sprechen können und du in Krisenzeiten auch mit anpackst. Weiterbildungen und lebenslanges Lernen sind also nicht nur wichtige Maßnahme für Arbeitnehmer, sondern ebenfalls für die Chefetage.

3. Verletzlichkeit zeigen

In den Antworten der LinkedIn Follower wird ebenfalls deutlich, dass sie sich eine menschlichere Seite bei ihren Vorgesetzten wünschen, gerade wenn es um das Versagen geht. Oft scheint es so, als würde der Chef eine Krone tragen und Perfektion und Unfehlbarkeit demonstrieren – aber nobody is perfect und jeder macht Fehler. Anstatt diese unter den Tisch zu kehren und so zu tun, als wäre alles glattgelaufen, solltest du dir deine Fehler eingestehen. Auch vor deinen Mitarbeitern. Du wirst deswegen nicht im Ansehen sinken, sondern Respekt gewinnen, denn Ehrlichkeit und Menschlichkeit währen am längsten. Gleichzeitig solltest du auch davon absehen, deine Mitarbeiter für jeden Fehler zu tadeln. Nutzt Missgeschicke und wachst an ihnen. Genau das wünschen sich viele Arbeitnehmer.

4. Aufgaben delegieren

Viele Chefs fürchten sich davor, Verantwortungen abzugeben. Doch je mehr Verantwortungen sie innehalten, desto länger werden die Entscheidungswege. Unter Hadens Post zeigt sich, dass diese Verkomplizierung der Arbeit viele Arbeitnehmer nervt. Sie wünschen sich, dass ihr Chef lernt, Aufgaben sinnvoll zu delegieren. Sinnvoll bedeutet in diesem Fall, manchen Mitarbeitern mehr Verantowortungen zu schenken, damit sie daran wachsen können, es aber auch zu respektieren, wenn jemand zufrieden ist mit den Aufgabenbereichen, die er bisher betreut. Haden sagt dazu:

Leadership is defined by a series of small moments: Suggestions. Corrections. Advice. Instructions. A quiet word here, a gentle nudge there. Because the best leaders walk beside, and sometimes even behind, the people they lead. Not in front.

5. Team Leader sein

Oft kritisiert wurde auch der Punkt, dass Vorgesetzte ihre Mitarbeiter rein als Work Force sehen, nicht mehr. Die gefragten Follower wünschen sich einen Team Leader und keinen Supervisor, der Abstand hält, alles überwacht und nicht mit sich reden lässt. Haden ergänzt, dass ein guter Vorgesetzter immer offen für Veränderungen sein sollte, die den Workflow und das gemeinsame Miteinander verbessern. Und vor allem sollte dabei auf die Mitarbeiterzufriedenheit geachtet werden. Dafür ist es notwendig, dass du als Vorgesetzter deine Angestellten als Individuen betrachtest und dir der Stärken eines jeden einzelnen bewusst bist. Bring allen die gleiche Wertschätzung entgegen, ermutige sie und fördere den Zusammenhalt im Team – ihr steht gemeinsam, ihr fallt gemeinsam, aber niemand wird zurückgelassen.

6. Bessere Eigenwahrnehmung

The best leaders I’ve worked with have one overarching strength: self-awareness.

Das sagt einer von Hadens Followern unter dessen Post. Und damit trifft er einen Nerv: Eine gesunde Eigenwahrnehmung kann dabei helfen, auch die Stärken, Schwächen und Probleme von Mitarbeitern und Unternehmen zu erkennen. Ist ein Vorgesetzter jedoch unreflektiert und taub für die eigenen Fehler, führt das nicht nur zu Antipathie, sondern kann sich auch negativ auf den Erfolg des Unternehmens auswirken. Die Selbsteinschätzung hilft dir als Chef dabei, zu wachsen und auch dein Personal wachsen zu lassen. Sei also ehrlich zu dir selbst und gestehe dir ein, woran du noch arbeiten könntest. Denn genau diese Art der Selbstreflexion wünschen sich viele Arbeitnehmer von ihren Chefs.

Was nehmen wir daraus mit?

Natürlich ist Hadens Frage an seine Follower keine wissenschaftliche Untersuchung, aber dennoch ein interessantes Meinungsbild.Und auch wenn die Antworten vor allem aus dem US-amerikanischen Raum stammen, sind diese doch in großen Teilen auf die deutsche Arbeitswelt übertragbar. Was klar daraus hervorgeht, ist, dass Mitarbeiter sich vor allem bessere Kommunikation, Nahbarkeit, Empathie und Unterstützung von ihren Vorgesetzten wünschen. Und diese Punkte stellen kein Ding der Unmöglichkeit dar, oder? Erwischst du dich als Führungskraft nun selbst dabei, einige der genannten Punkte zu vernachlässigen, nimm diese als Anlass zu einer Veränderung. Beginne direkt mit der kritischen Selbstreflexion und überlege dir, was du besser machen könntest. Motiviere dich dabei mit den zwei großen Zielen: Zufriedene Mitarbeiter und ein erfolgreiches Unternehmen.