Unsere „Happy-Scale“: Deutschlands glücklichste Berufe – ist auch deine Branche dabei?

Es müssen nicht immer das hohe Gehalt oder die Führungsposition sein, beweist eine aktuelle Studie. Was denkst du: Welche Berufe machen wirklich glücklich?

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Wenn du einen Tipp hinsichtlich der glücklichsten Berufe Deutschlands abgeben müsstest, welcher wäre das? Vermutlich ein gut bezahlter Job mit Aufstiegschancen, eine Führungsposition vielleicht oder auch eine kreative Tätigkeit? Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu, die Jobsuchmaschine Indeed sowie das Meinungsforschungsinstitut YouGov haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und das Glück der deutschen Arbeitnehmer messbar gemacht. Veröffentlicht wurden die Studien nun in der WirtschaftsWoche – mit verblüffenden Resultaten.

Geld, Macht oder Ruhm? Glück und Zufriedenheit sind subjektiv

Entgegen aller Erwartungen wird das Ranking nicht von Berufen angeführt, die Reichtum, Macht oder Ruhm mit sich bringen. Klar, jeder wäre doch als Kind gerne Sportler, Schauspieler oder Astronaut geworden. Doch Glück und Zufriedenheit sind subjektiv. Auf die Frage „Was glauben Sie, was einen Menschen glücklich macht?“ antworteten 89 Prozent der Teilnehmer einer bei Statista veröffentlichten Studie mit Gesundheit. Es folgen vor allem soziale Aspekte. Erst auf dem fünften Platz findet sich mit 69 Prozent die Antwort „eine Aufgabe“. Der Beruf wird konkret sogar erst auf dem siebten Rang genannt und liegt somit einen Platz vor dem Erfolg. Nur 47 Prozent der Studienteilnehmer erachten Geld als wichtig für das persönliche Glück.
Statistik: Was glauben Sie, was macht einen Menschen glücklich? | Statista

Es ist also gar nicht so schlimm, sich früher oder später von seinen unrealistischen und viel zu hoch gesteckten Kindheitsträumen zu verabschieden. Glück kann man bekanntlich nicht kaufen und Zufriedenheit haben viele Menschen in der modernen, digitalisierten Welt bereits verlernt. Aus dieser Perspektive betrachtet, sind die Top 3 der glücklichsten Berufe Deutschlands gar nicht mehr so überraschend. Glücklich und zufrieden scheinen demnach vor allem jene Arbeitnehmer zu sein, die nicht der steilen Karriere oder dem ständigen Drang sich aufgrund einer narzisstischen Veranlagung beweisen zu müssen nachjagen. Oder welches Fazit würdest du aus dem folgenden „Happy-Ranking“ ziehen?

1. Platz der „Happy-Scale“: Gärtner und Floristen

Mit 87 Prozent sind die Floristen und Gärtner die glücklichsten Arbeitnehmer in Deutschland. Ob es wohl am Duft der Blumen, der frischen Luft oder dem beruhigenden Grün der Pflanzen liegt?

2. Platz der „Happy-Scale“: Friseur- und Schönheitsbranche

Friseur klingt eigentlich nach einem sehr anstrengenden Beruf: Den ganzen Tag im Stehen arbeiten mit dem stechenden Geruch der Haarfärbemittel und das für eine eher mittelmäßige Bezahlung. All das scheint 79 Prozent der Friseure und Schönheitspfleger aber nicht zu stören. Menschen etwas schöner zu machen und dann ihr strahlendes Lächeln auf dem Spiegel zu sehen – das scheint glücklich zu machen und katapultiert diesen Beruf auf den zweiten Platz.

3. Platz der „Happy-Scale“: Klempner

Ja, auch auf dem dritten Platz findet sich ein ganz klassischer Handwerksberuf. Es sind die Klempner, von denen sich 76 Prozent selbst als glücklich einschätzen. Woran das liegt? Liebe Klempner da draußen: Verratet es uns!

4. Platz der „Happy-Scale“: Marketing und PR

Auf dem vierten Platz folgt nun auch endlich der erste „Bürojob“. Marketing- und PR-Mitarbeiter sind mit 75 Prozent die glücklichsten Nicht-Handwerker in unserem Ranking. Die OnlineMarketing.de-Redaktion kann dem nur zustimmen: Kreativität und viel Spielraum für Experimente mit den zahlreichen neuen digitalen Medien sind hierbei gewiss ein ausschlaggebender Faktor und machen jeden Tag zu einem neuen kleinen Abenteuer.

5. Platz der „Happy-Scale“: Forscher und Wissenschaftler

Forschen und Tüfteln macht 69 Prozent der Wissenschaftler glücklich und bugsiert diese ebenfalls „Nicht-Handwerker“ direkt auf den fünften Platz. Es ist gewiss spannend, sich beruflich in einem bislang völlig unerforschten Bereich zu bewegen, der voller Überraschungen steckt, oder?

6. Platz der „Happy-Scale“: Tourismus- und Freizeitbranche

67 Prozent der Befragten aus der Freizeit- und Tourismusbranche sind mit ihrem Beruf glücklich. Immer nur am Strand liegen oder spannende Freizeitaktivitäten testen – ganz so himmlisch sieht der Alltag im Tourismus vermutlich nicht aus. Gute Laune und eine Menge Vorfreude sind aber zumindest bei den Kunden garantiert und färben gewiss ab.

7. Platz der „Happy-Scale“: Bau

Willkommen zurück, liebe Handwerker! Auf dem siebten Platz unserer Glücks-Skala findet sich ein weiterer klassischer Handwerkerberuf. Allen Klischees vom Sonnenbrand über Bierkonsum während der Arbeit bis hin zum Bauarbeiterdekolleté zum Trotz scheint dieser körperlich harte und mittelmäßig bezahlte Beruf durchaus glücklich zu machen. Vielleicht ist es die Befriedigung, dem Haus, der Straße & Co. tagtäglich beim „Wachsen“ zuzusehen?!

8. Platz der „Happy-Scale“: Ärzte und Mediziner

65 Prozent der befragten Mediziner und Ärzte würden sich selbst als glücklich mit ihrem Beruf ansehen. Ein guter, wenn auch eher durchschnittlicher Prozentsatz.

9. Platz der „Happy-Scale“: Juristen und Anwälte

Knapp hinter den Ärzten befinden sich mit 64 Prozent die Anwälte und Juristen. Zwei in der Gesellschaft sehr hoch angesehene Berufe. Vielleicht macht es aber auch einfach glücklich, das unvergleichlich schwere Jura- oder Medizin-Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben. Anschließend kann es nur noch besser und entspannter werden.

10. Platz der „Happy-Scale“: Krankenschwestern und Architekten

Ebenfalls aus dem medizinischen Bereich liegt das Pflegepersonal nur zwei Plätze hinter ihren Ärztekolleginnen und -kollegen. Mit mindestens ebenso langen Arbeitszeiten und anstrengenden Schichtdiensten, gilt der Pflegeberuf als körperlich aber noch anstrengender – und das zu einem deutlich niedrigeren Einkommen. Glücklich scheint der soziale Beruf dennoch zu machen, sagen zumindest 62 Prozent der Befragten. Somit teilen sie sich den zehnten Platz unseres „Happy-Rankings“ mit einem nicht-handwerklichen Beruf: Architektur. Klar, Architekten können im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. Der Großteil jedoch verbringt seinen Arbeitsalltag mit bescheidenen Eigenheimen, öffentlichen Wohnbauprojekten oder funktionalen Brücken bei einer eher mittelmäßigen Bezahlung. Glücklich scheint der Beruf dennoch zu machen. Ob es an der Kreativität liegt oder dem „Erbauen“ einer eigenen Idee?

11. Platz der „Happy-Scale“: Kindergärtner und Erzieher

Dass die Arbeit mit Kindern glücklich macht, ist nicht verwunderlich. Bei all dem Trubel und der (häufig) guten Laune bleibt schließlich gar keine Zeit mehr, um über private Sorgen oder Nöte nachzudenken. Allerdings bleibt aufgrund des Fachkräftemangels und des immer kleiner werdenden Betreuungsschlüssels häufig auch nur noch wenig Raum für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Der Erzieherberuf gehört deshalb zu jenen mit den meisten gelisteten Burnout-Fällen und Klinikaufenthalten aufgrund stressbedingter Erkrankungen. Ein Beruf mit Vorzügen und Tücken, was sich auch in den (nur) 60 Prozent Zufriedenheit ausdrückt.

12. Platz der „Happy-Scale“: Lehrberuf

Nicht einmal 60 Prozent erreichen die Lehrerinnen und Lehrer in unserem Glücks-Ranking und landen damit einen Platz hinter ihren branchenverwandten Kollegen aus dem Erzieherberuf. Je nach Schulart sowie Alter der Schüler schwanken hierbei die „Glücks-Zahlen“ und pendeln sich auf einem Durchschnitt von 59 Prozent ein – trotz guter Bezahlung und hoher Sicherheit durch den Beamtenstatus. Ein wenig überzeugendes Ergebnis!

13. Platz der „Happy-Scale“: Buchhaltung

Für viele Selbstständige aber auch Arbeitnehmer gehört die Buchhaltung zu den lästigen Alltagsaufgaben, die „eben gemacht werden müssen“. Immerhin 58 Prozent der Buchhalter haben hierin aber ihre Erfüllung gefunden und sind mit ihrem Bürojob rundum glücklich. Mit Zahlen kann man sich schließlich auch nicht streiten. Ob das ein Glücksfaktor sein mag?

14. Platz der „Happy-Scale“: Mechatroniker

Autos sind die Leidenschaft vieler Männer, und einiger Frauen. Der Beruf „Mechatroniker“ klingt daher für viele Kinder und auch Jugendliche nach einem echten Traumjob. 57 Prozent der Befragten sehen das auch so. Überzeugend? Eher nicht!

15. Platz der „Happy-Scale“: Köche und Elektriker

Den 15. Platz unseres „Happy-Rankings“ teilen sich zwei handwerkliche Berufe und so langsam nähern wir uns der 50-Prozent-Grenze. Nur 55 Prozent der Elektriker und Köche sind mit ihrem Beruf glücklich. Doch wo liegt jeweils der Haken? Kannst du es uns verraten?

16. Platz der „Happy-Scale“: Telekommunikation und IT

Und schon sind wir unter der 50-Prozent-Grenze angelangt. Nur 48 Prozent der Fachkräfte aus dem Bereich IT und Telekommunikation sind mit ihrer Berufswahl happy – hohen Einstiegsgehältern und besten Karrierechancen zum Trotz. „Kind, werd Informatiker und du hast ausgesorgt“ ist daher vielleicht doch nicht der beste Ratschlag, den du an deinen Nachwuchs weitergeben kannst.

17. Platz der „Happy-Scale“: Finanz- und Bankwesen

Auf unserem 17. und damit letzten Platz finden sich mit nur 44 Prozent die Banker. Geld allein scheint also tatsächlich nicht glücklich zu machen. Oder was denkst Du?

Über Mirijam Franke

Mirijam Franke

Mirijam Franke hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich als freiberufliche Texterin. Im Rahmen ihres Studiums der Medienwirtschaft kam sie erstmalig mit dem Thema Online Marketing in Berührung und konnte sich seither mit viel eigener Erfahrung, Mut zum Klartext und einem Augenzwinkern in den Bereichen Marketing, Arbeit, Startups, HR und Work-Life-Balance deutschlandweit einen Namen machen. Seit Mai 2016 ist sie Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Unsere „Happy-Scale“: Deutschlands glücklichste Berufe – ist auch deine Branche dabei?

  1. Mathias

    Zu Platz 3: Meint Ihr eigentlich wirklich die Klempner (also diejenigen, welche Blechbauteile für Hausdächer und Fassaden herstellen) oder vielleicht doch eher die Installateure für Gas- und Wasserinstallationen? ;)

    Antworten

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