5 Argumente, die deinen Chef von einer Gehaltserhöhung überzeugen

Viele Mitarbeiter fühlen sich unterbezahlt, wissen aber nicht, wie sie das Thema ansprechen können. Dabei steht mit der richtigen Vorbereitung einem höheren Gehalt nichts im Wege.

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Überstunden, Stress durch Krankmeldungen, mehrere Großprojekte gleichzeitig – viele Arbeitnehmer kennen diese Situationen aus ihrem Arbeitsalltag. Und auch wenn einem alles über den Kopf zu wachsen scheint, geben die meisten von ihnen ihr Bestes. Doch leider wird genau dieser Einsatz zu selten entlohnt. Arbeitnehmer fühlen sich oft unterbezahlt und sehnen sich nach einer Gehaltserhöhung. Doch allein durch gute Leistungen kommt diese meist nicht zustande.

Erhöhter Einsatz wird oft nicht wahrgenommen

Als motivationssteigernde Maßnahme sollten Arbeitgeber tatsächlich in Erwägung ziehen, ihren Mitarbeitern für starke Leistungen Benefits oder gar eine Gehaltserhöhung zu gewähren. Das Problem besteht jedoch darin, dass die Personen, die für Gehaltsentscheidungen zuständig sind, oft nicht mitbekommen, was einzelne Angestellte leisten. Und so bleiben viele Arbeitnehmer bei ihrem Einstiegsgehalt hängen. Herausragender Einsatz ist also nur in den seltensten Fällen ein Grund dafür, mehr Gehalt zu bekommen. Besser stehen die Chancen mit einem internen Positionswechsel oder einer allgemeinen Anhebung aller Gehälter im Unternehmen. In den meisten Fällen bleibt den Arbeitnehmern für mehr Gehalt jedoch nichts anderes übrig, als sich einen anderen Job zu suchen.

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Gleichzeitig ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass du deinen Arbeitgeber mit den richtigen Argumenten zu einer Gehaltserhöhung überreden kannst. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Vorbereitung an. Mit welchen Argumenten es dir gelingen kann, deinen besonderen Einsatz belohnen zu lassen, zeigen wir dir anhand der folgenden Punkte:

Argument 1: Konkrete Errungenschaften rechtfertigen mehr Gehalt

Im Gespräch einfach nur zu betonen, dass du dich „ganz besonders“ für das Unternehmen einsetzt und immer gute Leistungen erbringst, wird deinen Chef wohl kaum überzeugen. Gute Leistungen sollten nämlich von jedem Arbeitnehmer erbracht werden. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen besonderen Einsatz erklärst. Hast du zum Beispiel in den letzten Monaten große Projekte erfolgreich abgeschlossen? Wichtige Kontakte für das Unternehmen geknüpft oder die Verkaufszahlen gesteigert? Dann nimm genau diese Achievements als Argument dafür, dass du mehr Geld verdienen solltest.

Argument 2: Du trägst zur Umsatzsteigerung des Unternehmens bei

Im Endeffekt geht es jedem wirtschaftlichen Unternehmen darum, Gewinn zu machen. Trägst du also zur Umsatzsteigerung bei, ist das ein plausibler Grund für deinen Chef, über eine Gehaltserhöhung nachzudenken. Doch wie beweist du diese Leistung? Überlege dir erneut, was du in den letzten Monaten erreicht hast. Das Gewinnen wichtiger Kunden, welche deiner Firma umsatzstarke Aufträge bringen, wäre ein zu betonender Punkt. Ähnlich ist es, falls du maßgeblich an der Entwicklung neuer Produkte beteiligt warst, die wie eine Bombe in den Markt eingeschlagen sind. Oder hast du vielleicht Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht? Auch dies kann vom Chef gewürdigt werden, weil du so kostenlos Werbung für das Unternehmen machst.

Argument 3: Durch dich spart das Unternehmen Geld

Zugegeben, bei diesem Argument ist Vorsicht geboten. Ein besonders lustiger Arbeitgeber könnte nämlich dagegen argumentieren, dass durch eine Gehaltserhöhung ja wiederum mehr Geld ausgegeben werden muss. Trotzdem solltest du, wenn zutreffend, diesen Punkt in die Diskussion miteinbeziehen. Denn neben der Umsatzsteigerung, ist Kostenersparnis eines der Hauptziele vieler Unternehmen. Doch wie hilft man dabei, Geld zu sparen? Vielleicht hast du in den letzten Monaten Arbeitsabläufe so optimiert, dass sowohl Zeit und Materialien gespart werden konnten. Oder du konntest Vergünstigungen und Mengenrabatte mit einigen Lieferanten aushandeln. Und auch die Vertretung für einen erkrankten Kollegen zu übernehmen kann Geld sparen, da dein Arbeitgeber dadurch nicht eine Vertretung per Zeitarbeitsfirma organisieren muss.

Argument 4: Du hast deine Qualifikationen gesteigert

Das Arbeitsleben ist ein stetiger Lernprozess. Und so hast du nach einigen Jahren Arbeitserfahrung gewisse Tricks und Methoden entwickelt, effizienter zu arbeiten und unnötige Arbeitsschritte abzukürzen oder ganz auszumerzen. Hinzu kommt, dass du vielleicht auch Weiterbildungen gemacht hast, um mit dem ständig wechselnden Arbeitsmarkt Schritt halten zu können. Unterm Strich bedeutet dies, dass du deinem Chef klar machen musst, wie unentbehrlich du für das Unternehmen zukünftig sein wirst und was du alles durch deine neuen Qualifikationen beitragen kannst. Heutzutage sind zum Beispiel ganz klar Programmieren und ein geschulter Umgang mit technischen Errungenschaften wie KI ausschlaggebende Qualifikationen, die eine Gehaltserhöhung rechtfertigen würden. Denn diese Skills werden schon lange nicht mehr nur im IT-Bereich benötigt. Zudem können auch soziale Kompetenzen überzeugend sein, zum Beispiel wenn du Seminare zum Thema Gruppendynamiken, Konfliktforschung oder Motivationssteigerung besucht hast.

Argument 5: Dein Aufgabenfeld übersteigt vertraglich Festgelegtes

Die Meisten kennen diese Situation: Deine Aufgaben im Betrieb sind zwar vertraglich festgehalten, doch mit der Zeit kommen immer neue Felder und Verantwortungen dazu – ohne entsprechend entlohnt zu werden. Manchmal ist es sogar so, dass ein Mitarbeiter die Aufgaben eines Junior Managers hat, jedoch auf dem Gehaltszettel als normaler Angestellter behandelt wird. Auf solche Situationen kannst du deinen Chef hinweisen. Dieser wird erkennen, welchen Mehrwert deine Position hat und wie wichtig deine Rolle für die reibungslosen Abläufe im Unternehmen ist. Mit etwas Glück, erhältst du so nicht nur eine Gehaltserhöhung, sondern steigst durch eine Beförderung sogar intern die Karriereleiter eine Stufe nach oben.

Zeitpunkt und Höhe der Gehaltserhöhung müssen stimmen

Neben den richtigen Argumenten, gibt es weitere Faktoren, die für den Erfolg deiner Anfrage ausschlaggebend sind. Dein Chef wird fragen, wie viel mehr du verdienen möchtest. Diese Summe sollte nicht unverschämt hoch sein. Eine Orientierung geben Online-Portale, auf welchen du die Durchschnittsgehälter deiner Branche einsehen kannst. Und wenn möglich, kannst du dich auch bei Kollegen umhören. Aber Vorsicht: Nicht jeder spricht über Geld und viele Arbeitgeber möchten auch nicht, dass sich die Mitarbeiter darüber austauschen. Im Prinzip verhält es sich mit der Gehaltsverhandlung wie auf einem Basar: Du nennst eine höhere Summe, der Chef eine niedrigere und irgendwann trefft ihr euch in der Mitte. Bestenfalls so, dass beide Seiten zufrieden sind. Realistisch wäre beispielsweise als „Erstgebot“ 500 Euro zu nennen, dir dein persönliches Ziel aber bei 200-300 Euro zu setzen. So hast du mehr Verhandlungsspielraum als wenn du direkt bei 300 Euro beginnst und weiter runter gehst.

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Den richtigen Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen zu finden, ist ebenfalls nicht leicht. Auf jeden Fall musst du deinen Chef in einer ruhigen Minute ansprechen, nicht zwischen Tür und Angel oder in der Kantine. Mach einen festen Termin mit ihm aus und lege dabei entweder direkt die Karten auf den Tisch, oder tarne dein Anliegen zunächst als Feedbackgespräch. Gibt dein Arbeitgeber dir nämlich zunächst positive Rückmeldungen zu deinen Leistungen, kannst du dort anknüpfen und das Thema Gehaltserhöhung in den Raum werfen. Bedenke zusätzlich, dass es deinem Unternehmen zum Zeitpunkt deiner Anfrage wirtschaftlich gut gehen sollte, deine Probezeit schon mindestens ein Jahr vorüber ist und der Stresspegel intern niedrig steht. Mitten in einer heißen Projektphase anzufragen, während dein Chef und alle Mitarbeiter am Rotieren sind, lässt deine Chancen gewiss sinken.

Werde dir über deinen eigenen Wert bewusst und trau dich

Mit den genannten Argumenten und Ratschlägen steigerst du deine Chancen auf eine Gehaltserhöhung definitiv. Wichtig ist nur, dass du dich wirklich traust das Thema anzusprechen. Sei dir über deinen Mehrwert bewusst und tritt deinem Chef selbstbewusst gegenüber, ohne dabei arrogant zu werden. Und wenn derjenige tatsächlich zustimmt, haltet das ganze vertraglich fest. Nicht selten kommt es vor, dass mündliche Vereinbarungen nicht in Tatsachen umgesetzt werden. Ist deine Bitte um eine Gehaltserhöhung also gerechtfertigt, mit den richtigen Argumenten hinterlegt und selbstbewusst vorgetragen, wird dein Chef mit großer Wahrscheinlichkeit zustimmen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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