Richtiges Verhalten im Büro: Diese 7 No-Gos von gestern sind jetzt erlaubt

Starre Regeln und Knigge-Versessenheit gehören der Vergangenheit an. Das richtige Verhalten im Büro wird unkomplizierter.

@ Pexels - Eric Bailey, CC0

Mit Krawatte ins Büro kommen, die Kollegen siezen und von 8 bis 16 Uhr am Schreibtisch ausharren. Das alles gibt es noch. Doch in etlichen Berufsfeldern lockern sich althergebrachte Regeln. Richtiges Verhalten im Büro wird unkomplizierter. Betty Liu betreibt in New York einen erfolgreichen Podcast zu Karriere-Themen. Auf LinkedIn zählt sie sieben ehemalige Tabus auf, die heute in vielen Unternehmen niemanden mehr schockieren.

1. Sich ab und zu ins Homeoffice zurückziehen

Früher hieß Homeoffice noch Heimarbeit und man stellte sich darunter Hausfrauen vor, die am Küchentisch Kugelschreiber montierten oder Plastikblumen zusammenbanden. Vielleicht entstand so das Vorurteil, dass man von zuhause aus keine Karriere machen kann. Doch diese Vorstellung löst sich gerade auf. In Zeiten der Digitalisierung ist es in vielen Branchen unnötig, den ganzen Tag im Büro zu verbringen. Mit dem Computer auf den Beinen auf der Wohnzimmercouch arbeitet es sich manchmal sogar besser. Auch in Deutschland lernen immer mehr Unternehmen, dass die Leistung ihrer Mitarbeiter nicht abnimmt, wenn sie einen Teil ihrer Arbeitszeit zuhause verbringen dürfen.

2. Auch mal früher nachhause gehen

Früher aufzubrechen, weil dein Kind Geburtstag hat oder du eine gute Freundin am Flughafen abholen willst, ist in immer mehr Unternehmen für die Karriere kein K.-o.-Kriterium mehr. Solange es die Ausnahme bleibt und du am entsprechenden Tag entweder früher anfängst oder abends nacharbeitest, haben mehr und mehr Chefs Verständnis für wichtige private Termine.

3. Neben dem Job an eigenen Projekten arbeiten    

Du arbeitest in deiner Freizeit an der Entwicklung einer App oder schreibst an einem Roman? Noch vor einigen Jahren hättest du das vor deinem Chef lieber geheim gehalten. Zu groß war seine Angst, dass sich dein außerbetriebliches Engagement negativ auf deine Arbeitsleistung auswirken könnte. Inzwischen darfst du sogar in der Kantine damit prahlen, dass du nebenher noch ein Studium absolvierst. Viele Chefs haben verstanden, dass Mitarbeiter, die sich außerhalb der Arbeitszeit persönliche Träume erfüllen, glücklicher sind. Und zufriedene Angestellte bringen nicht nur mehr Leistung, sondern bleiben dem Unternehmen auch weitaus länger treu.

4. Einen eigenen Business-Kleidungsstil haben  

Sich Tag für Tag in das Einheits-Sakko oder in die biedere weiße Bluse zu zwängen, muss heutzutage nicht mehr sein. Zwar wird es in wenigen Unternehmen gern gesehen, wenn Mitarbeiter in Flipflops durchs Büro schlurfen. Aber die eigenen Lieblingsfarben, ausgefallene Schnitte oder Kombinationen dürfen es schon sein. Ein Kleidungsstil, der jede Form von Individualität unterdrückt, wird in vielen Branchen inzwischen eher als Ausdruck von Spießigkeit denn als Zeichen von Professionalität verstanden. 

5. Bei der Arbeit weinen 

Im Büro in Tränen auszubrechen, ist in keiner Situation zu empfehlen. Aber es gibt sie, diese Momente, in denen einfach alles zu viel wird. Und im Gegensatz zu früher, als Weinen im Büro als absolutes Tabu galt, wird deine Chefin dich deshalb nicht gleich von der Liste für die nächsten Gehaltserhöhungen streichen. Die Einsicht, dass wir alle nur Menschen sind und Ausrutscher passieren können, hat sich inzwischen in vielen Unternehmen durchgesetzt.                                                                           

6. Sich in einen Kollegen verlieben           

Kein Chef wird es tolerieren, wenn sich auf seinem Büroflur Trennungsdramen abspielen. Ebenso wenig möchte er in die Details einer Beziehung eingeweiht werden. Doch während eine Büroaffäre in den seltensten Fällen angebracht ist, musst du es längst nicht mehr verheimlichen, falls du mit einem Kollegen eine Beziehung begonnen hat. Im Büro offen damit umzugehen, gehört inzwischen zur Normalität.

7. Über deine Kinder sprechen         

Auch früher hatte man ein Foto der eigenen Kinder auf dem Schreibtisch. Viel gesprochen wurde über die Kleinen am Arbeitsplatz aber nicht. Vor allem Männer, die sich begeistert über den letzten Spielplatzbesuch ausließen, wurden schnell als karriereuntaugliche Softies abgestempelt. Heute ist es normal, den Kollegen ein Foto der neugeborenen Tochter zu schenken oder sie über die Fortschritte des Sohnes beim Schwimmkurs auf dem Laufenden zu halten.

Welche Tabus sind bei euch im Büro inzwischen zur Normalität geworden? Und welche Verhaltensweisen bleiben absolute No-Gos? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!                

Quelle: LinkedIn 

Über Johanna Wild

Johanna Wild

Johanna Wild ist freie Journalistin in München. Als Consultant berät sie Medienorganisationen in Kriegs- und Krisengebieten. Außerdem ist sie in der Münchner Startup-Szene aktiv und vertieft an der Birmingham City University ihr Wissen im Bereich Online-Journalismus (MA). Für OnlineMarketing.de schreibt sie über Job- und Karrierethemen. Besonders gerne beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die deutsche Arbeitswelt.

2 Gedanken zu „Richtiges Verhalten im Büro: Diese 7 No-Gos von gestern sind jetzt erlaubt

  1. Jacqueline Isabelle Klein

    “3. Neben dem Job an eigenen Projekten arbeiten
    Du arbeitest in deiner Freizeit an der Entwicklung einer App oder schreibst an einem Roman? Noch vor einigen Jahren hättest du das vor deinem Chef lieber geheim gehalten. Zu groß war seine Angst, dass sich dein außerbetriebliches Engagement negativ auf deine Arbeitsleistung auswirken könnte. Inzwischen darfst du sogar in der Kantine damit prahlen, dass du nebenher noch ein Studium absolvierst. Viele Chefs haben verstanden, dass Mitarbeiter, die sich außerhalb der Arbeitszeit persönliche Träume erfüllen, glücklicher sind. Und zufriedene Angestellte bringen nicht nur mehr Leistung, sondern bleiben dem Unternehmen auch weitaus länger treu.”

    Das wäre schön wenn sowas in Zukunft etwas lockerer gesehen wird. Dazu hatte ich letztens noch ein unangenehmes Gespräch mit jemanden. Was echt schade ist, wenn dies in meinem Fall mein größtes Hobby ist. Schließlich verbringe ich mit eigenen Projekten den größten Teil meiner Freizeit. :-) Ich könnte mir ein Leben nach der Arbeit ohne mein eigenes Projekt nicht mehr vorstellen – das ist für mich meine Auszeit, einfach mal entspannen.

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