Richtig Feedback geben: So gelingen dir gute Rückmeldungen

Mit Feedback etablierst du eine Kultur des Miteinanders und steigerst die Zufriedenheit der Mitarbeiter. So funktioniert gute Rückmeldung.

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Dein Gegenüber reagiert nervös, wenn du ankündigst, dass du dich noch einmal unter vier Augen zu einem Feedbackgespräch treffen möchtest? Aber auch für dich ist Feedback geben eine herausfordernde Situation. Um eine möglichst angemessene aktuelle Leistungswahrnehmung zu kommunizieren, gilt es vieles zu beachten: Wortwahl, Vorbereitung und auch die eigene Kritikfähigkeit spielen hier eine wichtige Rolle.

Warum ist Feedback notwendig?

Rückmeldung am Arbeitsplatz ist essentiell, um gemeinsame Ansprüche, Vorstellungen und Ziele festzulegen. So kann klar kommuniziert und Missverständnissen aus dem Weg gegangen werden. In einem Feedbackgespräch können zudem Erwartungen formuliert werden. Außerdem zielen Rückmeldungen auch darauf ab, die Motivation und dadurch auch die Leistung der Mitarbeiter zu steigern. In so einer Unterhaltung geht es dann darum, das aktuelle Leistungsniveau zu reflektieren, Erfolge zu bewerten, Kompetenzen zu benennen und neue Anforderungen auszuformulieren. Ziel von Feedback ist es, die Zufriedenheit auf Seiten der Mitarbeiter als auch auf der Seite der Leitung langfristig zu steigern und eine Kultur des Miteinanders zu etablieren. Ein Feedbackgespräch ist also keine vorwurfsvolle Unterhaltung, sondern soll zu einer optimierten Arbeitsatmosphäre und verbesserter Zusammenarbeit führen.

Vertrauensvoll und nachhaltig Feedback geben

Ein gutes Mitarbeitergespräch zeichnet sich durch Gegenseitigkeit aus. Achte also darauf, dass du deinem Gegenüber mit einer synchronen Art und Weise zu kommunizieren begegnest. Das bedeutet ein Gespräch auf Augenhöhe und nicht von oben herab. Würdest du dein eigenes Feedback selbst so annehmen wollen wie du es gerade gibst? Natürlich gehört auch Kritik zu einem Feedbackgespräch dazu, aber vergiss nicht deinem Mitarbeiter zu zeigen, dass du auch Interesse an seinen Wünschen, Problemen und Zielen hast. So kann ein Austausch stattfinden, der euch beide voranbringt. Der Zweck eines solchen Gesprächs liegt also darin, eine gute Basis für produktive Zusammenarbeit zu schaffen und diese weiterhin zu optimieren.

#1 Vorbereitung

Überlege dir um Voraus, welche Punkte du thematisieren willst. Mit welchem Ziel möchtest du das Gespräch führen? Im Idealfall sollte der Mitarbeiter nach einem Feedbackgespräch reflektierter an seine Arbeit gehen und eine gesteigerte Motivation an den Tag legen. Das setzt voraus, dass du in der Unterhaltung dann nicht nur Negatives fokussierst, sondern konstruktiv kritisierst. So weiß der Mitarbeiter, welche Dinge er beibehalten und wo er sich künftig verbessern kann. Stelle sicher, dass du auch die Stärken des Angestellten hervorheben wirst. Mitarbeiterwertschätzung ist hier das passende Stichwort. Zur Vorbereitung eines Feedbackgesprächs dienen folgende Fragen:

  • Wo siehst du Erfolge?
  • Welches Verhalten fällt dir positiv auf?
  • Wo erkennst du Verbesserungspotential?
  • Was sind die Ziele, die du dir für den Mitarbeiter vorstellst?
  • Was hat die Person für einen Charakter? Sensibel oder selbstbewusst?
  • Was hilft dabei, diesen Mitarbeiter zu motivieren?

So individuell wie deine Mitarbeiter sind, so unterschiedlich musst du auch ihre Feedbackgespräche führen. Bei einem sensiblem Mitarbeiter sollte deine Wortwahl anders aussehen als bei einem eher narzisstischen Angestellten.

#2 Mit Ich-Botschaften zu einer konstruktiven Kritik

Um konstruktiv zu kritisieren, liegt es an dir deutlich zu machen, dass alles, was du sagst, deine persönliche Wahrnehmung ist. Mit diesen beispielhaften Formulierungen sendest du Ich-Botschaften, die genau das kanalisieren:

  • Ich hatte den Eindruck, dass…
  • Aus meiner Perspektive…
  • Ich habe das folgendermaßen wahrgenommen…
  • Für mich hat sich das so angefühlt…
  • Ich empfinde das so…
  • Ich würde mich freuen, wenn…

So gibst du deinem Gesprächspartner die Möglichkeit, dir bezüglich deiner subjektiven Wahrnehmung zu widersprechen und die Situation zu erklären. Mit der anschließenden Frage „Siehst du das genauso?“ eröffnest du eine Offenheit deinerseits, sodass im Bestfall eine ehrliche Kommunikation entsteht. Statt zu sagen: „Du bist immer gereizt und so leidet die Stimmung im Team“, solltest deutlich machen, dass dies nur deine persönliche Wahrnehmung ist und so formulieren: „In letzter Zeit hatte ich den Eindruck, dass du etwas gereizt bist. Geht es dir gut oder liege ich richtig mit meiner Annahme?“ Mit dieser Art und Weise schaffst du es, dich dem Mitarbeitenden eher anzunähern, statt dich mit direkten Botschaften zu entfernen. Du zeigst dich in deinem Standpunkt flexibel.

#3 Zeige dich kritikfähig

Da das Feedbackgespräch zu einem besseren Miteinander führen soll und auf Gegenseitigkeit beruht, ist es essentiell, dass auch du dich bereit zeigst, Kritik anzunehmen. Bekunde dein Interesse an den Wünschen und Kritikpunkten deines Mitarbeiters. So präsentierst du dich menschlich, nicht abgehoben und wirklich an einer Optimierung der derzeitigen Situation interessiert. Diese Offenheit für Ideen, Vorschläge oder Anregungen kannst du ganz deutlich formulieren, in dem du deinem Gesprächspartner direkte Fragen, wie diese zum Beispiel, diesbezüglich stellst:

  • Fühlst du dich derzeit im Unternehmen wohl?
  • Was könnte ich als Führungskraft verbessern?
  • Stört dich etwas in der Firma?
  • Was wünschst du dir für die Zukunft?
  • Hast du noch Ideen, wie wir unsere Zusammenarbeit optimieren können?

#4 Gemeinsame Zielvorstellung festhalten

Am Ende des Gesprächs ist es sinnvoll, die Ziele, die ihr gemeinsam für die Zukunft festgelegt habt, noch einmal zu wiederholen. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht, geht der Mitarbeiter dann mit dieser konstruktiven Zusammenfassung aus dem Gespräch heraus. So kann die Person weiter an ihrer persönlichen Entwicklung arbeiten.

Im Idealfall stärken regelmäßige Feedbackgespräche mit den Mitarbeitern langfristig die Loyalität gegenüber der Firma. Durch Rückmeldungen wird an einer Kultur des Miteinanders gearbeitet und der Arbeitgeber kann sich in diesem Rahmen auch interessiert für Wünsche und Kritik der Mitarbeiter zeigen. Feedbackgespräche sind zwar nicht immer von der anderen Seite erwünscht, dennoch sind sie zielführend für die Optimierung der Zufriedenheit aller. Durch Feedback schaffst du es, einen offenen Kommunikationskanal in der Firma zu etablieren.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

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