Ordnung vs. Unordnung: Nur das Genie beherrscht das Chaos…oder?

Beherrscht das Genie wirklich das Chaos? Oder verursacht es doch eher Stress und blockiert? Wir zeigen euch den aktuellen Stand der Wissenschaft auf.

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Aufräumen braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos schließlich. Wenn dein Schreibtisch tendenziell auch eher unter der Last der darauf abgelegten, scheinbar beliebigen Zusammenstellung aus Gegenständen, Geschäftsunterlagen und Kaffeetassen zusammenbricht, wirst du diesen Ausspruch sicherlich auch schon mal verwendet haben, um dich zu rechtfertigen. Doch vielleicht ist das gar nicht notwendig? Es gibt nämlich zahlreiche Studien, die sich mit den Auswirkungen von Ordnung und Chaos auf den Geist, den Stresspegel und die Leistungsfähigkeit des Menschen auseinandersetzen.

Ordnung und Unordnung wirken sich positiv aus

Zu überraschenden Ergebnissen kam eine Studie aus dem Jahr 2013. Man setzte die Studienteilnehmer zum Teil in saubere, ordentliche Räume, zum anderen Teil jedoch in völlig überladene, chaotische Zimmer. Dort wurde ihnen eine ganze Reihe an Aufgaben gestellt, beispielsweise einen aus mehreren Snacks auszuwählen, Geld zu spenden oder sich verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für einen Tischtennisball auszudenken.

In dem unordentlichen Raum zeigte sich viel kreatives Potenzial. Die Teilnehmer zeigten eher die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen und unerwartete Erkenntnisse zu gewinnen. Die Teilnehmer im ordentlichen Raum hingegen entschieden sich mehr für den traditionellen Weg. Sie wählten einen gesunden Snack, spendeten für wohltätige Zwecke und entschieden sich eher für bewährte Produkte als für neu eingeführte, unkonventionelle Artikel.

Dies zeigt: Beide Zustände, ob Chaos oder Ordnung, beeinflussen den Geist in eine bestimmte Richtung. Beides kann Vorteile haben.

Chaos kann Stress verursachen

Eine andere Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass Unordnung am Arbeitsplatz und in der eigenen Wohnung den Stresslevel erhöhen und die Stimmung verschlechtern kann. Viele der befragten Frauen, die sich über die Unordnung und halbfertigen Aufgaben in ihrem Zuhause beklagten, gaben zugleich an, an depressiven Verstimmungen zu leiden und in der Ehe eher unzufrieden zu sein. Ebenfalls nachgewiesen wurde ein dauerhaft erhöhter Spiegel des Stresshormons Cortisol, das chronischen Stress verursachen kann.

Was Experten dazu sagen

Zu einem so alltäglichen Thema gibt es eine ganze Reihe an Experten, die natürlich differenzierte Meinungen vertreten. Zur Wirkung von Ordnung und Unordnung solltest du wissen:

  • Wenn man jeden Morgen sein Bett macht, fühlt man sich wohler und kann besser mit Geld umgehen. Davon ist ist der New York Times Journalist und Buchautor Charles Duhigg überzeugt.
  • Noch weiter geht Autorin Gretchen Rubin. Sie ist sich sicher, dass ein ordentliches Zuhause zu mehr Glück und Zufriedenheit führt. Die wirkungsvollste Maßnahme ist in ihren Augen ebenfalls das Machen des Betts am Morgen.
  • Was nicht Eingeweihte als Chaos empfinden, kann für den anderen das Ergebnis eines Systems sein, in dem unwichtige Aufgaben im Chaos nach unten rutschen, während wichtige oben gehalten werden. Diese Vermutung stellen die Co-Autoren von „A Perfect Mess“, Eric Abrahamson und David H. Freedman, in den Raum. Sie sind der Überzeugung, dass es nicht darauf ankommt, ordentlich oder unordentlich zu sein. Wichtig ist, dass du dich in der Umwelt befindest, in der du selbst am besten funktionierst.

Wie geht es dir bei diesem Thema? Ordnest du die sauber gespitzten Bleistifte auf dem Schreibtisch in aufsteigender Reihe nach ihrer Größe oder findest du sie bisweilen überhaupt nicht, weil sie sich mal wieder irgendwo unter all den Papierbergen, angebissenen Pausensnacks und Mappen verstecken? Erzähl uns davon, wie du dich organisierst!

Quelle: Medical Daily

Über Sabine Hutter

Sabine Hutter

Sabine Hutter arbeitet seit 2008 als Online-Redakteurin und Texterin. Als Betriebswirtin und Personalerin schreibt sie bevorzugt über Themen rund um das Personalwesen sowie aus dem Online Marketing.

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