Mobile Learning: Effektive Wissensvermittlung durch selbstbestimmtes Lernen

Mobile-Learning-Systeme ermöglichen speziell dezentralen Teams nachhaltige Lernprozesse und schnelle Verfügbarkeit von Wissen.

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Dass die Bundesrepublik Deutschland zu den weltweit wettbewerbsfähigsten Nationen zählt, ist kein Zufall: Wir verdanken unsere starke Position zu großen Teilen dem hohen Qualifikations- und Ausbildungsniveau in unserem Land. Entsprechend steht die Frage, wie Unternehmen das Know-how ihrer Mitarbeiter jederzeit auf dem neuesten Stand halten können, bei Unternehmenslenkern und Personalern ganz oben auf der Agenda. Die Digitalisierung, eine hohe Innovationsdichte, neue gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Umbrüche im In- und Ausland heizen den Handlungsdruck in Sachen Schulung und Weiterbildung weiter an.

Nachdem die digitale Welt darauf vor einigen Jahren mit E-Learning-Lösungen – der Vermittlung von Lerninhalten am PC – reagiert hat, sorgt jetzt das Mobile Learning für völlig neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Denn als noch junge, aber schnell wachsende Schwester des E-Learnings spricht das Mobile Learning den Mitarbeiter genau dort an, wo er sowieso ständig unterwegs ist: auf dem Smartphone oder Tablet.

Lösung für dezentrale Teams

Für solche Anwendungen sind besonders dezentrale Organisationen mit vielen Mitarbeitern in Vertrieb, Logistik oder Service prädestiniert. So versorgen etwa Banken, Versicherungen und Pharmaunternehmen ihre Filial- oder Vertriebsmitarbeiter mit aktuellen Lerninhalten per Tablets und Smartphones. Servicetechniker können ihr Produktwissen schnell auffrischen und haben dieses auch vor Ort beim Kunden verfügbar. Und auch internationale Teams in unterschiedlichen Zeitzonen bedienen sich mobiler Geräte als Lernplattform.

Mobile Lernsysteme ermöglichen es dem Anwender, selbstständig und individuell zu lernen. Er kann sich selbst aussuchen, wie oft, wann und wo er sich weiterbilden möchte – ob allein oder in der Gruppe. Insbesondere Berufseinsteiger, die mit dem Smartphone bereits aufgewachsen sind, werden diese Flexibilität künftig von ihren Arbeitgebern erwarten.

Funktionalitäten sorgen für Lernanreize

Um das volle Anwendungspotenzial auszuschöpfen und eine maximale Lernmotivation bei den Mitarbeitern zu bewirken, muss das Mobile-Learning-Konzept neben intuitiven Smartphone- und Tablet-Funktionalitäten, wie etwa Gestensteuerung oder Push-Nachrichten, auch Gamification-Ansätze und Incentivierungen bedienen. Außerdem sollten die Lernsysteme auch offline, abseits von WLAN-Zonen funktionieren, damit deren Nutzung jederzeit uneingeschränkt möglich ist.

Die Faustregel für mobile Lernlösungen ist einfach: Sie müssen Spaß machen. Sie sollten unkompliziert zu bedienen sein, damit auch ältere Mitarbeiter einen leichten Zugang finden. Die Akzeptanz des Anwenders steigt mit dem Grad der interaktiven Lernmöglichkeiten. Die Zeichen der Zeit stehen auf kleinen „Lernnuggets“, dargeboten etwa in Form wirkungsvoller Lernvideos und Podcasts oder als Quiz verpackt.

Voraussetzungen für die Einführung

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen für den Einstieg ins Mobile Learning erfüllen? Es kommt ganz darauf an, ob es seine Lerninhalte bereits digitalisiert hat und diese in einem Lern-Management-System (LMS) verwaltet. Kann die Organisation den Content über eine Datenschnittstelle 1 zu 1 übernehmen, fällt der Aufwand gering aus. Ist das Wissen bislang nur unzureichend digitalisiert, muss das Unternehmen zunächst in die Erstellung von Lernvideos, -podcasts, Web-based-Trainings und Präsentationen investieren.

Um alle Mitarbeiter auf die digitale Lern-Reise mitzunehmen, benötigt das Unternehmen obendrein ein mobiles Lernsystem. Dieses rentiert sich schnell. Dazu ein Rechenmodell: Wer ganz klassisch 1.000 Mitarbeiter für einen Tag pro Jahr auf eine Präsenzschulung schickt, zahlt dafür – Reise-, Veranstaltungskosten und Spesen mitgerechnet – schnell 500.000 Euro. Dem stehen für eine mobile Lernlösung etwa 100.000 Euro für die Produktion von Lerninhalten sowie rund 400.000 Euro für die Anschaffung von Tablets samt Mobile-Learning-System gegenüber. Entsprechend rechnet sich Mobile Learning schon im zweiten Jahr.

Kombinierter Ansatz

Betont sei aber, dass Mobile-Learning-Lektionen Präsenzschulungen nicht vollständig ersetzen können – im Gegenteil: Eine kluge Verzahnung von Vor-Ort-Maßnahmen und mobiler Ansprache sorgt für eine zusätzliche Vertiefung und Verankerung des Gelernten. Zu einer nachhaltigen Lernerfahrung trägt auch der fachliche Austausch mit Kollegen, Trainern und virtuellen Lerngruppen bei. Schon heute können User mit Hilfe von Mobile Learning Systemen an Chats teilnehmen oder sich in Foren mit ihren Dozenten austauschen. Trainer können außerdem gezielt Push-Nachrichten an Teilnehmer senden, die individuell aktiviert oder unterstützt werden sollen.

Fazit

Mobile Learning wird sich in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil des E-Learnings entwickeln. Unternehmen, die Mitarbeiter schulen und Personal binden wollen, sollten sich schon jetzt konsequent auf deren mobile Nutzungsgewohnheiten einstellen. Das schafft nicht nur Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Wissensvermittlung, sondern sendet auch ein attraktives Signal an junge Nachwuchskräfte, die bei der Job-Wahl auch auf die Innovativität und Technikorientierung des Arbeitgebers achten.

Über Björn Carstensen

lemon-mobile-learning.com/

Björn Carstensen ist gemeinsam mit Kay Mathiesen Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Hamburger Unternehmens SENSOR Digitalmedia Germany GmbH, das das Mobile Learning System Lemon entwickelt hat. Die beiden Partner haben das Start-up 2016 in Hamburg aus der Taufe gehoben. Carstensen verfügt über langjährige unternehmerische Erfahrung und ist Spezialist für die Bereiche Kommunikation und Design.

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