Willkommen in der Zukunft: Ersten Mitarbeitern werden Mikrochips implantiert

Unglaublich, aber wahr: Erste Unternehmen implantieren ihren Mitarbeitern Mikrochips. Sieht so wirklich die Zukunft aus und wirst auch du bald zum Cyborg?

© Flickr / Linus Bohman, CC BY 2.0

Es klingt schwer nach einem abgedrehten Science-Fiction-Roman oder dem neuen Hollywood-Streifen im Kino, ist aber knallharte Realität: Eine schwedische Firma hat als erstes Unternehmen der Welt damit begonnen, einigen ihrer Mitarbeitern Mikrochips zu implantieren – und macht weltweit mit diesen „Cyborgs“ Schlagzeilen. Es klingt spektakulärer als es ist: Eigentlich erhalten die Mitarbeiter des Startups „Epicenter“ nur einen kleinen Türöffner zwischen Zeigefinger und Daumen. Und trotzdem ist diese Injektion die erste Maßnahme ihrer Art und wirft für viele Menschen vor allem eine Frage auf: Sieht so die Zukunft der (deutschen) Unternehmen aus – und werden wir bald alle zum „Cyborg“?

Ein Türöffner als erster Schritt zum „menschlichen Roboter“?

Eine Mischung aus Mensch und Roboter, für die einen klingt das faszinierend, für die anderen ziemlich unheimlich. Bis es so weit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Doch dass in der modernen Technologie so gut wie nichts unmöglich ist, müsste mittlerweile jedem klar sei. Viele „Zukunftsvisionen“ aus den Science-Fiction-Filmen der 60er oder 70er Jahre sind mittlerweile nicht nur Realität geworden, sondern sogar schon wieder veraltet. Und tatsächlich sehen viele Medien in den „Cyborgs“ der schwedischen Firma „Epicenter“ den ersten Schritt in Richtung menschlicher Roboter. Kein Wunder also, dass ein Aufschrei der Empörung durch die Gesellschaft geht – gepaart mit einigen begeisterten Science-Fiction-Fans. Aber all das wegen einem Türöffner?

Der kleine Mikrochip in der Hand einiger Mitarbeiter des schwedischen Unternehmens soll die gute alte Schlüsselkarte ersetzen. Nicht mehr und nicht weniger! Hinter dem fortschrittlichen „Cyborg“ steckt also ein rein praktischer Gedankengang: Wenn Schlüsselkarten so häufig vergessen werden, wie können wir dieses Problem dann lösen und unseren Mitarbeitern – sowie dem Unternehmen – den Alltag erleichtern? Ganz einfach: Anstatt den Chip mit den Daten in eine klassische Schlüsselkarte zu integrieren, wird er eben als Mikrochip umfunktioniert und dem Mitarbeiter in die Hand implantiert. Er kann ihn nie wieder vergessen, problemlos alle Türen öffnen und kontaktlos seinen Kaffee oder das Mittagessen in der Kantine bezahlen. Klingt praktisch? Ist es auch!

Wirst auch du bald zum „Cyborg“ – ob du willst oder nicht?

So weit so gut! Das Problem an der Sache ist nur, dass der Gedanke an einen in der Hand implantierten Chip bei vielen Mitarbeitern Unbehagen auslöst. Das ist bei neuen Technologien völlig normal. Hinzu kommen Datenschutzbedenken à la „Kann ich jetzt gehackt werden?“ oder „Dokumentiert und übermittelt der Chip vielleicht Daten, von denen ich nichts weiß – zum Beispiel ein Bewegungsprofil?“. Auch „Braucht der Chip Batterien?“ oder „Geht von ihm eine gesundheitsschädliche Strahlung aus?“ sind Fragen, welche bei den „Cyborgs“ immer wieder für Verunsicherung sorgen. Laut Medizinern ist die Technologie absolut unbedenklich. Sie sei auch nichts anderes als ein Herzschrittmacher oder ein Mikrochip, wie er bei Haustieren üblich ist.

Dennoch ist sich auch „Epicenter“ darüber im Klaren, dass seine Mitarbeiter erst einmal Zeit – und etwas Mut – brauchen, um sich zum „Cyborg“ umfunktionieren zu lassen. Aus diesem Grund sei die Implantierung des Mikrochips absolut freiwillig, betont das Unternehmen. Nur rund 150 der insgesamt 2.000 Mitarbeiter tragen bislang einen Mikrochip. Dieser wird mittels Spritze sekundenschnell in die Hand implantiert und ist dadurch auch nicht schmerzhafter als eine normale Impfung. Begleitet wird das Prozedere mit einer kleinen Firmenfeier. Wie ein „Aufnahmeritual“ in die „Gemeinschaft der Cyborgs“ mutet die Schilderung des Ablaufs schon an. Wenn das auf dich befremdlich wirkt, können wir dich aber zumindest bislang beruhigen: Bis solche Mikrochips flächendeckend eingeführt werden, wird es noch eine Weile dauern. Zudem sind die Richtlinien und Datenschutzbedenken in Deutschland erfahrungsgemäß höher als in Schweden, den USA & Co. Und selbst dann dürfte die Implantierung von Mikrochips gegen deinen Willen nicht möglich sein! Ob und wann auch du zum „Cyborg“ wirst, bleibt also schlussendlich deine eigene Entscheidung.

Würdest du das wollen? Oder bist du kein Science-Fiction-Fan, sondern dir macht der Gedanke an einen Mikrochip in deiner Hand eher Angst? Welche Gedanken, Anregungen und Bedenken hast du zum Thema? Wir bedanken uns für deinen Kommentar!

Über Annina Frey

Annina Frey

Karriere & Jobs ist das Department, in welchem Annina Frey sich zuhause fühlt: Work-Life-Balance, Psychologie, Bewerbungen oder auch die Generation Y sind nur einige der Gebiete, mit welchen sich die studierte Medienwirtschaftlerin für die Onlinemarketing.de-Redaktion auseinandersetzt - mit viel Knowhow, wissenschaftlicher Recherche, eloquentem Schreibstil und dem ein oder anderen Augenzwinkern. An spannenden Themen mangelt es der freien Redakteurin jedenfalls nicht.

Ein Gedanke zu „Willkommen in der Zukunft: Ersten Mitarbeitern werden Mikrochips implantiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.