Mit dem Rad zur Arbeit: Mitarbeiter können E-Bikes über Firma leasen

Tägliches Radfahren ist schonend für die Umwelt und gut für die Gesundheit. Räder sind steuerlich mit Dienstwagen gleichgestellt.

© Andrew Gook - Unsplash

Mit dem Rad zur Arbeit fahren, anstatt lange mit der S-Bahn unterwegs zu sein? Neben positiven Auswirkungen für die eigene Fitness und die Umwelt, bietet tägliches Radeln viele Vorteile. Das Radfahren wird von einigen Firmen bundesweit unterstützt. So wird es Angestellten ermöglicht, ein Dienstfahrrad zu leasen. Wer sich jetzt denkt, dass beispielsweise 15 Kilometer am Morgen zu viel des Guten seien, der muss belehrt werden: Auch E-Bikes, also Fahrräder mit einem Elektromotor, zählen zu den Diensträdern. Dennoch könnte diese gegebene Option von Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern noch besser angenommen werden, so die F.A.Z..

Das Fahrradleasing dauert in der Regel drei Jahre

Seit November 2012 ist ein Dienstfahrrad steuerlich mit einem Dienstwagen gleichgestellt. Seither werden die sogenannten Dienstfahrräder steuerlich begünstigt. Die Leasingrate für das Fahrrad wird vom monatlichen Gehalt des Angestellten von den Steuern abgezogen. Dieser muss dann weniger Abgaben auf sein Einkommen zahlen. Dieser Vorgang nennt sich Brutto-Entgeltumwandlung.

Weiterhin ist der Arbeitnehmer dazu in der Lage, die Anschaffungskosten für das Rad über einen langen Zeitraum zu strecken. Im Normalfall hat ein Leasingvertrag eine Dauer von drei Jahren. Im Anschluss liegt es dann bei dem Arbeitnehmer, ob er das Fahrrad zu dem Restpreis kaufen möchte oder den Leasingvertrag weiterführen will. Ist Letzteres der Fall, darf sich der Angestellte ein neues Fahrradmodell aussuchen.

Wo liegen Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer?

Bei Abschluss eines Leasingvertrags ergeben sich für den Arbeitnehmer diverse Vorteile. Generell ist es nämlich so, dass die Firma sich um Versicherung, Wartungen und Reparaturen kümmert. Allein diese Tatsache senkt die anfallenden Kosten für den Angestellten, der sich für ein Dienstfahrrad entscheidet. Zudem bleiben diesem weiterhin andere finanzielle Aufwendungen erspart, die sonst für den täglichen Weg zur Arbeit aufgewendet werden müssen. Ein anderer Sparfaktor beläuft sich darin, dass die Anschaffung eines Rades über die Firma abhängig vom Leasingangebot rund 15 bis 30 Prozent günstiger sei, so der Verkehrsclub Automobil Club Europa (ACE). Außerdem könne das Rad nicht nur für Hin- und Rückweg zum Arbeitsplatz, sondern auch in der Freizeit genutzt werden.

Dennoch tun sich auch Nachteile für Mitarbeiter, die sich für ein Dienstrad entscheiden, auf. Zum einen muss der Angestellte bedenken, dass monatlich ein Prozent des Anschaffungspreises für das Rad versteuert werden müssen. Weiterhin wird sich langfristig gesehen auch der Lohn leicht verringern. Aus diesem Grund werden dann auch weniger in Rentenbeiträge gezahlt. Gerade deswegen zeigen Gewerkschaften sich kritisch.

Rund 200.000 Arbeitnehmer nutzen derzeit Dienstfahrräder

Nach Schätzungen von Leaserad, einem Anbieter für Dienstradleasing, machen derzeit rund 200.000 Angestellte in Deutschland von Dienstfahrrädern Gebrauch. Zudem bieten immer mehr Unternehmen die Möglichkeit an, ein Fahrrad zu leasen. Arbeitgeber nennen verschiedene Gründe, warum sie das Fahrradangebot als sinnvoll empfinden. Vor allem soll dieses Kriterium junge Mitarbeiter begeistern und an die Firma binden. Des Weiteren erklären sie, dass man so die Umwelt schone und die Gesundheit der Mitarbeiter fördere. Beispielsweise können Mitarbeiter bei Bosch oder der Commerzbank ein E-Bike über ihren Arbeitgeber leasen.

Robert Maus und Derk Möller, Gründer von Company Bike Solutions, konzentrieren sich auf Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern. Dort wollen sie ihre Leasingverträge an den Mann bringen. Gegenüber der F.A.Z. geben sie zu, dass der Beginn sehr ernüchternd war, da viele mit dem Thema Dienstfahrrad nichts anfangen konnten. Nach einiger Anlaufzeit fasst Company Bike Solutions, eine von vielen Firmen für den Leasingkreislauf, in einigen Unternehmen Fuß. Bei Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter seien die typischen Fahrradfahrer schnell überzeugt. Andere wiederum lassen sich von dem Enthusiasmus ihrer Kollegen anstecken und würden sich dann auch für ein Dienstrad zu entscheiden. Im Schnitt würde die Firma rund jeden Fünften eines Unternehmens auf ein E-Bike bringen, so Maus.

Neuseeland: Mitarbeiter werden fürs Radfahren bezahlt

Auch ein Unternehmen in Neuseeland setzt auf die tägliche Radfahrroutine. Mitarbeiter, die den Arbeitsweg mit dem Fahrrad bewältigen, erhalten einen zusätzlichen Bonus. Der Chef der Werbeagentur Chesney ist nämlich überzeugt, dass Radeln eine positive Auswirkung auf die Arbeitsleistung, die Gesundheit und die Umwelt habe. Chesney meint, dass der finanzielle Anreiz die beste Methode dafür sei, die Mitarbeiter dazu zu bringen, täglich in die Pedale zu treten.

Die steuerliche Gleichstellung von Dienstrad und -wagen gilt bereits seit 2012. Warum nicht also ein E-Bike leasen, um sich nicht in die volle Bahn zwängen zu müssen oder das Auto stehen zu lassen? So treibt man die eigene Fitness voran und mindert den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. Natürlich muss man als Arbeitnehmer nicht zwangsweise ein Fahrrad leasen, um täglich mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. City-Bikes sind bei vielen Personen auch eine willkommene Möglichkeit. Wenn man aber sowieso mit einem E-Bike oder einem neuen Fahrrad liebäugelt, scheint die Leasingoption keine schlechte Idee zu sein.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.