„Geld ist nicht alles und sorgt nur bis zu einem gewissen Grad für Motivation“ – Marius Szoltysek, netspirits

Marius Szoltysek ist Mitgründer und Geschäftsführer der Kölner Online-Marketing-Agentur netspirits. In unserem Interview sprechen wir mit ihm unter anderem über Unternehmenskultur und Mitarbeiterförderung.

In unseren Interviews sprechen wir mit Führungskräften nationaler und internationaler Unternehmen über Mitarbeiterförderung, die Kunst zu motivieren und Unternehmenskulturen, die zu einer geringen Mitarbeiterfluktuation beitragen. In unserem heutigen Führungskräfte-Interview haben wir Marius Szoltysek von netspirits, auf den Zahn gefühlt.

Marius Szoltysek ist Mitgründer und Geschäftsführer der Kölner Online-Marketing-Agentur netspirits, die 2017 zehnjähriges Jubiläum feierte. Er steuert das strategische Management der Agentur und berät große Kunden wie die Deutsche Telekom, den TÜV Rheinland oder die Schweizer Großbank UBS. In seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal und Barcelona hat Marius sich auf internationales Management spezialisiert. Er begeistert sich sowohl für Kunst als auch für Zahlen – ihn faszinieren vor allem die unzähligen Möglichkeiten zur Erfolgsmessung, die das Internet bietet.

Interview mit Marius Szoltysek, Mitgründer und Geschäftsführer von netspirits

OnlineMarketing.de: Wie stellt ihr sicher, dass ihr eure Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten fördert und fordert?

Marius Szoltysek: Unsere Mitarbeiter sind so wissensdurstig, dass wir als Geschäftsführung gar nicht mehr viel fördern müssen. Außer den notwendigen Zertifizierungen und deren jährliche Aktualisierung steht jedem Mitarbeiter ein Budget für externe Weiterbildungen oder der Teilnahme an Konferenzen zur Verfügung. Hinzu kommt ein monatliches Zeitkontingent, das sie frei nutzen können. Jeden Monat findet außerdem unser netspirits-Wissensmeeting statt, wo Mitarbeiter ihren Kollegen neue Tool, Trends oder Zusammenfassungen ihrer eigenen Weiterbildungen präsentieren. So sichern wir den internen Wissenstransfer. Hin und wieder organisieren wir auch abteilungsübergreifende Weiterbildungen, wie zum Beispiel für Projektmanagement. Unsere Arbeit als Dienstleister steht und fällt mit der Arbeitsqualität unserer Mitarbeiter, deswegen hat Mitarbeiterförderung eine hohe Priorität bei uns.

Wie motiviert ihr eure Mitarbeiter?

Obwohl netspirits schon zehn Jahre alt ist, sind wir immer noch ein sehr junges Unternehmen, das viel Wert auf Teamgeist und eine angenehme Arbeitsatmosphäre legt. Wir bieten unseren Mitarbeiter große Handlungsspielräume und unterstützen eigenverantwortliches Arbeiten, um Dienstwege kurz zu halten und agil und flexibel handeln zu können. Das gilt nicht nur für die direkte Kundenarbeit, sondern auch für andere Bereiche. Unsere Mitarbeiter haben die Freiheit auch eigene Projekte anzustoßen und durchzuführen – gemäß dem Motto „Probieren geht über Studieren“. Ein anständiges Gehalt, flexible Vergütungskonzepte und Boni sind die Grundlage, allerdings wissen wir auch, dass Geld nicht alles ist und nur bis zu einem gewissen Grad für Motivation sorgt.

Marius Szoltysek im Office

Uns als Geschäftsführung obliegt es, die Grundlagen für eine stabile Unternehmensentwicklung zu legen und mit einem coolen Team, ausreichend Freiraum für Entscheidungen, Anerkennung für geleistete Arbeit und Erfolge, einer guten Work-Life-Balance, regelmäßigen Team Events und einer tollen Arbeitsumgebung dafür zu sorgen, dass alle zufrieden und glücklich sind. Außerdem gibt’s bei uns jeden Tag Frühstück auf’s Haus ;-)

Was tut ihr, um eure Mitarbeiter am immer härter umkämpften Arbeitsmarkt zu halten?

Wir sind eine Agentur. Eine gewisse Fluktuation ist selbstverständlich in unserer Branche und normal für unsere Mitarbeiter, die oft am Anfang ihrer Karriere stehen. Aber wir glauben, dass die Rahmenbedingungen, die wir bieten – Flexibilität, Eigenverantwortung, Freiraum, Sachen zu bewegen, und eine großartige Mannschaft, die neue Kollegen mit offenen Armen begrüßt – uns von anderen Agenturen, Konzernen oder allgemein großen und unflexibleren Unternehmen unterscheiden.

Jedoch es ist in der Tat nicht immer einfach, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten. Gerade für die Generation X ist es wichtig, einen Plan für die kommenden Jahre aufzustellen, damit der neue Mitarbeiter genau weiß, was ihn bei uns erwartet und wo die Reise hingeht. Wir führen regelmäßig anonyme Mitarbeiterbefragungen durch, damit wir früh herausfinden, ob und wo der Schuh drückt.

Weiterhin versuchen wir den Typ Mitarbeiter zu finden, der von seiner Einstellung her zum Team passt und sich bei uns gut aufgehoben fühlt. Ein Team, in dem Kollegen zu Freunden werden, ein Arbeitsplatz, zu dem man gern hingeht und wo man geschätzt wird, ist oft viel mehr wert als nur der Gehaltsscheck.

Der Schreibtisch von Marius Szoltysek

Welche Softskills muss jede Führungskraft heute mitbringen?

Eine Führungskraft, egal auf welcher Ebene sie managt, muss in erster Linie über soziale Kompetenz und Intelligenz verfügen. Je höher man aufsteigt, je größer das Team wird, desto weniger arbeitet man operativ und umso mehr führt man Menschen. Deswegen spielen der Charakter, eine gute Menschenkenntnis, das Verhalten und die Art, mit der man kommuniziert, eine wichtige Rolle. Meiner Meinung nach sind gerade in Agenturen extrovertierte Führungskräfte gefragt; sie sind meistens gesprächiger, ungezwungener, enthusiastischer und kommunizieren lebhafter. Und Empathie – dem Kollegen, der einem gegenübersitzt, sowie auch dem Kunden, mit dem man am Telefon spricht – ist ebenfalls unbezahlbar.

Wie wichtig ist es euch, eure Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungsfindungsprozessen zu involvieren?

Auf Kunden- und Projektebene ist eine aktive Beteiligung sehr wichtig, da der Mitarbeiter ein Experte ist und oft besser als die Geschäftsführung eine Situation bewerten kann.

Bei unternehmensstrategischen Fragen versuchen wir so transparent wie möglich vorzugehen und die Mitarbeiter früh ins Boot zu holen, damit sie sich mit der spezifischen Fragestellung identifizieren können. Natürlich gibt es aber auch manche Themen, wo nur die Geschäftsführung entscheiden kann, die ja letztendlich auch das Risiko der Entscheidung tragen muss.

Welchen Rat gibst du jedem Geschäftsführer mit auf den Weg?

Sei offen, sei fair, pass dich deinem Umfeld an. Hab Mut und verfolge deine Ziele. Wenn es die Situation verlangt, gib dein Bestes, dich durchzusetzen, aber nicht auf Teufel komm raus. Hab ein offenes Ohr und vergiss nie, dass du nicht alleine auf dieser Welt bist. Versuch, alle mit auf die Reise zu nehmen.

Wenn Führungskräfte sich mehr Kreativität und Leistung von ihren Mitarbeitern wünschen, müssen wir nicht nur verstehen und akzeptieren, wie schöpferische Prozesse funktionieren und Menschen agieren. Wir müssen auch mit uns selbst kritisch sein, um die Entwicklung von Arbeitsplatzkonzepten zu ermöglichen und Neuformierungsprozesse zulassen zu können.

Danke dir für das Interview!


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