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Digitalisierung
Schule oder Job? Wie junge Influencer Alltag und Arbeit miteinander vereinen

Schule oder Job? Wie junge Influencer Alltag und Arbeit miteinander vereinen

Aniko Milz | 11.08.20

Viele Social-Media-Nutzende probieren derzeit ihr Glück als Influencer. Wir haben mit zwei jungen Influencern über ihre Pläne und die Vereinbarkeit von Schule und ihrer Arbeit gesprochen.

Traumberuf Influencer? Für Gen Z heißt es in jungen Jahren nicht mehr, dass sie Polizist/in, Lehrer/in oder Astronaut/in werden wollen. Vielmehr steht Influencer als Traumberuf ganz oben auf der Liste und ist mittlerweile fast schon realistischer als die oben genannten. Zumindest können immer mehr junge Menschen große Erfolge auf den Social-Plattformen verzeichnen. Die OnlineMarketing.de-Redaktion hat mit zwei jungen Content Creatorn gesprochen. Im Interview beantworten Lena und Moritz Fragen zur Vereinbarkeit des Influencer-Lebens mit dem Schulalltag, TikTok als Trendplattform und Influencer als Berufswahl.

Im Interview: Lena und Moritz über ihre Arbeit als Influencer

Lena hat auf TikTok 662.500 Follower, Moritz ganze 1,1 Millionen. Um hier regelmäßig für Unterhaltung zu sorgen, muss jede Menge Content erstellt werden. Wie auch bei zeitintensiven Hobbies müssen dafür ab und zu andere Dinge hinten angestellt werden. Uns hat interessiert, ob der Spaß an der Content-Kreation bisweilen nicht das Lernen und Hausaufgaben machen für die Schule verdrängt.

OnlineMarketing.de-Redaktion: Hat die Arbeit an euren Accounts schon einmal dafür gesorgt, dass ihr Inhalte in der Schule vernachlässigen musstet?

Moritz (@HeyMoritz)

Moritz: Ich habe meinen Schulabschluss gemacht und stehe daher nicht mehr im Konflikt zwischen Schule und meinen Accounts. Wenn wir allerdings andere YouTuber in unsere Videos einbauen, hat Schule Vorrang.

Braucht es auch Opferbereitschaft, einen so großen Account zu verwalten? Was habt ihr wegen der Arbeit daran schon verpasst?

Lena (@leniamour)

Lena: Opferbereitschaft ist vorhanden, doch eher im Hintergrund. Natürlich muss man regelmäßig Zeit für die Erstellung des Contents einplanen – anderseits erlebt man coole Dinge bei Umsetzung von Projekte und lernt ständig neue Leute kennen.

Verstehen älteren Generationen immer, was genau ihr als Influencer macht, um so reichweitenstark zu sein und damit auch Monetarisierungsoptionen wahrnehmen zu können?

Lena: Leider können viele den Beruf Influencer gar nicht wirklich greifen, da er sich erst wirklich in den letzten Jahren entwickelt hat und überhaupt in den Kreisen der Influencer als Beruf möglich wurde.

Wird euch Unverständnis oder sogar Missgunst entgegengebracht?

Lena: Der Großteil ist sehr offen und neugierig, was genau mit dem Beruf einhergeht. Natürlich gibt es auch einige, die einem nichts gönnen und neiden, aber die gibt es denke ich in jeder Branche.

Unterstützen eure Eltern euch komplett in dem, was ihr tut? Und wären sie begeistert, wenn ihr Vollzeit als Influencer arbeiten würdet oder haben sie eventuell sogar andere Vorstellungen?

Lena: Meine Mama unterstützt mich, wo sie kann und sie begeistert sich auch sehr für meine Entwicklung.

Könnt ihr in eurem Alter bereits abschätzen, wie groß euer Einfluss auf all die Leute ist, die euch folgen? Bestärkt euch das eher oder macht es euch auch Angst?

Lena: Eine Verantwortung ist mir stets bewusst, wobei intern von unserem Team jeder Content auch untereinander ausgetauscht und besprochen wird. Angst sollte man bei einem so wichtigem Thema nicht haben.

@leniamour

🤍🤍🤍##foryou

♬ Original Sound – Unknown

Lena und Moritz sind beide auf den gängigen sozialen Netzwerken vertreten. YouTube und Instagram sind dabei für die meisten Unternehmen kein Neuland mehr, doch mittlerweile gibt es auch neue Player wie TikTok, auf denen Kampagnen geschalten und Kooperationen eingegangen werden können.

OnlineMarketing.de-Redaktion: Monetarisiert ihr eure Reichweite und wenn ja, welche Kanäle sind dafür die relevantesten, das heißt einträglichsten für euch?

Lena: Ja, die Reichweite wird auf allen Kanälen gleichmäßig monetarisiert.

Moritz: Ja, wir monetarisieren die Reichweite. Die Relevanz lässt sich dabei nicht klar definieren, da es ein gleichmäßiger Mix aus allen Kanälen ist.

Seht ihr eine Verlagerung auf den Plattformen, zum Beispiel in Richtung TikTok?

Moritz: In den letzten Jahren haben vor allem Firmen sehr in Richtung Instagram und YouTube gearbeitet. Wir können in den letzten Monaten vermehrt feststellen, dass es nun auch viele „kleine“ Kooperationen auf TikTok gibt. Insofern sehen wir eine Ausweitung hin zu anderen Plattformen. TikTok hat auf jeden Fall viel Potential.

Habt ihr eure Accounts als Hobby gestartet, ganz nativ nebenbei schon gehabt, weil euer soziales Umfeld ebenfalls entsprechende Accounts pflegt oder seid ihr mit einem Businessgedanken an die Kreation eurer Inhalte herangegangen?

Lena: Ich habe die Kanäle als Hobby gestartet. Mein Hauptfokus liegt auf der Schule.

Moritz: Absolut als Hobby gestartet und selbst am Anfang nicht damit gerechnet, dass so eine Reichweite daraus werden wird.

Hat sich dahingehend etwas verändert, also kreiert ihr inzwischen Content auch so, dass er möglichst reichweitenstark und gegebenenfalls sogar einträglich ist?

Lena: Ich kreiere meinen Content so, dass er unterhaltend ist und den Zuschauern Spaß macht. Der Content sollte immer authentisch bleiben und niemals nach Reichweite oder nach Gewinn optimiert werden.

Moritz: Wir kreieren den Content so, dass er uns Spaß macht und unseren Zuschauern gefällt. Würden wir nach Ertrag optimieren, würden wir uns nicht mehr damit wohlfühlen und identifizieren können.

@heymoritz

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♬ Originalton – heymoritz

Wenn bereits eine so große Reichweite erlangt wurde, scheint es naheliegend, Influencer nicht nur als Hobby, sondern als tatsächliche Berufswahl anzustreben. Doch Lena und Moritz sind hier unterschiedlicher Meinung.

OnlineMarketing.de-Redaktion: Ist für euch die Berufswahl Influencer die naheliegendste oder habt ihr ganz andere Pläne?

Lena: Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass der Beruf als Influencer etwas für mich ist.

Moritz: Bei mir ist das tatsächlich das Naheliegendste und mündet darin, dass ich selbst Creator aufbauen und managen werde.

Würdet ihr anderen jungen Menschen raten, als Influencer durchzustarten? Welche Voraussetzungen müssen diese mitbringen?

Lena: Der Beruf Influencer hat wie jeder andere Beruf zwei Seiten der Medaille. Natürlich erfordert der Beruf auch viel Durchhaltevermögen, Disziplin und Kreativität. Jeder sollte sich ausprobieren und man merkt relativ schnell, ob es einem liegt.


Wir bedanken uns herzlich für das Interview und die aufschlussreichen Insights zum Leben als junge Influencer. Auf TikTok kannst du hier Lena und Moritz finden.

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