Jobs der Zukunft: Drei Berufe zum Durchstarten in Zeiten der Digitalisierung

In einem aktuellen Report hat LinkedIn die vielversprechendsten Berufsbilder der nächsten Jahre analysiert und zudem erforscht, welche Standorte und Branchen einen Boom erleben könnten.

© Robynne Hu - Unsplash

Die Digitalisierung bringt neue Jobs mit sich. Das hören wir immer wieder. Doch welche sind das denn nun genau? Ein bisschen Aufklärung in dieser Hinsicht täte gut – dachte sich wohl auch LinkedIn. Und so hat das Netzwerk in seinem „Emerging Jobs Report“ festgestellt, welche die vielversprechendsten Berufsbilder, die am stärksten wachsenden Branchen und die beliebtesten Standorte fürs Arbeiten sind. Untersucht wurden dafür die Daten aller LinkedIn-Mitglieder, die ein öffentliches Profil haben und in den letzten fünf Jahren in Deutschland Vollzeitbeschäftigt waren. Darauf basierend wurden die Neueinstellungen und Wachstumsrate einzelner Berufsbilder im Zeitraum 2015 bis 2019 ermittelt.

Top 3 Jobs der Zukunft

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass durch die Digitalisierung die Arbeit mit künstlicher Intelligenz (KI) zunimmt. Bereits heute gibt es fast 15 Mal mehr KI-Spezialisten als noch 2015. Doch neben der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine bleibt der persönliche Kontakt wichtig. Nicht alles kann automatisiert werden und so bleiben Menschen in vielen Berufen im HR-Bereich oder Customer Management unersetzlich. Welche sind nun aber die drei erfolgversprechendsten Jobs der „Zukunft“?

1. KI-Spezialist

Keine Überraschung auf Platz eins. Doch KI beziehungsweise maschinelles Lernen bringt Innovation, und diese ist heutzutage wichtiger denn je. Dementsprechend ist es in diesem Bereich elementar, immer auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben und sich stetig weiterzubilden. In Stellenanzeigen wird, neben dem oben stehenden Begriff, oft nach „KI-Forschern“ oder „Spezialisten für maschinelles Lernen“ gesucht. Und das branchenübergreifend, denn KI ist aus der Arbeitswelt kaum noch wegzudenken. Nichtsdestotrotz besteht der größte Bedarf in der IT-Branche, der Softwareentwicklung, der Forschung und dem Automobilsektor. Bester Standort für KI-Spezialisten ist momentan Frankfurt am Main.

Frühere Positionen: Softwareentwickler, Data Scientist, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Postdoctoral Researcher, Data Engineer

2. Site Reliability Engineer

„Bitte was?“, fragst du dich jetzt vielleicht. Doch der Begriff klingt komplizierter als er ist, und verrät eigentlich schon alles wichtige über den Beruf. Ein Site Reliability Engineer sorgt dafür, dass Websites und Apps eine gute Performance haben und koordiniert die Entwicklung eben dieser. Kein Wunder also, dass dieser Job nicht so schnell an Relevanz verlieren wird. Durchstarten kannst du besonders in Berlin, München, Hamburg, Köln und Mannheim. Neben IT und Softwareentwicklung, wird dieser Beruf vor allem in der Telekommunikation und dem Finanzdienstleistungssektor gesucht. Und noch ein Vorteil: Die Skills des Site Reliability Engineers lassen sich auf viele weitere Entwicklerjobs übertragen.

Frühere Positionen: DevOps Engineer, Softwareentwickler, System Engineer, Systemadministrator, Operations Engineer

3. Customer Success Specialist

Und weiter geht’s mit den englischen Jobbezeichnungen. Die Anzahl an Stellen für diesen Job ist im Vergleich zu 2015 um das 15-fache angestiegen. Doch worum geht es nun? Wie gesagt, bleibt neben der Digitalisierung der Kundenkontakt unerlässlich. Der Bereich der Technologiedienstleistungen wächst mit jedem Tag und damit auch der Ruf nach persönlichem Support. Letzteres ist Aufgabe des Customer Success Specialist, der nicht nur im Umgang mit Kunden seine Soft Skills unter Beweis stellen muss, sondern auch seine Hard Skills im Umgang mit der Technik. Interesse geweckt? Dann versuch es am besten in Berlin und München. Natürlich ist der Bedarf in IT und Softwareentwicklung wieder besonders hoch. Doch auch im Marketing und im Finanzdienstleistungssektor wird händeringend nach diesem Job gesucht.

Frühere Positionen: Account Manager, Key Account Manager, Projektmanager, Vertriebsmanager, Business Development Manager

Für dich ist die Top 3 nichts? Dann wirf schnell einen Blick auf die folgende Übersicht. Sie zeigt dir die komplette Top 15 der Jobs der Zukunft.

© LinkedIn

Branchen- und Standorttrends der Zukunft

Wie sich aus den Top Jobs bereits ablesen lässt, sind IT- und Softwareentwicklung vielversprechende Branchen. Doch auch der Finanzdienstleistungssektor und das Transportwesen suchen nach neuen Talents. Und in der Automobilbranche gab es die meisten Neueinstellungen unter den „nicht-technischen“ Branchen – trotz rückläufiger Exporte und Handelskonflikten. Eingestellt werden übrigens immer noch Männer am häufigsten. 69 Prozent der Jobs der Zukunft sind momentan von Männern besetzt. Dies liegt zum einen an sexistischen Vorurteilen in den Chefetagen, zum anderen aber auch daran, dass die technischen Berufe lange als Männerdomäne galten. Heute ist diese Ansicht natürlich völlig altbacken, was man vor allem daran erkennt, dass immer mehr Frauen ein Studium in einem der MINT-Fächer beginnen.

Standorttechnisch ist Deutschland gut aufgestellt. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wo sich das Jobwachstum auf die Hauptstädte konzentriert, findet es hier flächendeckend statt. Trotzdem findet man die meisten neuen Berufsbilder in Berlin. Ein echter Underdog hingegen ist Bielefeld. Hier gab es mit 59 Prozent Wachstum 2019 die meisten neuen Stellen, gefolgt von der Stadt Garching bei München (46 Prozent) und Dresden (39 Prozent). Und wer hier in Deutschland nicht fündig wird, den zieht es immer noch ins Ausland. Viele Arbeitnehmer suchen sich einen Job in der Schweiz, den Niederlanden oder Österreich. Der LinkedIn-Report gibt interessante Einblicke in unsere sich wandelnde Arbeitswelt. Ob die Top 3 Berufe der ihren Titel in den nächsten Jahren wirklich halten können und ob Bielefeld tatsächlich zur Durchstarter-Stadt wird – das kann uns nur die Zukunft zeigen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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