Grünes Büro: Welche Vorteile Pflanzen im Office bringen

Das Office wird grün: Amazons neues Headquarter „Spheres“ in Seattle zeigt, wie es geht. Sind botanische Gärten die neuen Büroräume?

© Seattle City Council - Flickr

Drei riesige Glaskugeln, die aussehen, als wären gerade Seifenblasen auf der Erde gelandet. „Spheres“, das neue Headquater von Amazon in Seattle, ist nicht nur von außen schön anzusehen, sondern besticht auch durch seine inneren Werte: Seit Januar 2018 finden über 40.000 Pflanzen aus 50 Ländern in den drei Kugeln Platz. Auch wenn man vermuten mag, dass sich hinter der Glasfassade vielleicht ein botanischer Garten verbirgt, entpuppt sich der grüne Traum als Office von Amazon.

Statt nur auf kahle Wände und Bildschirme zu schauen, genießen Amazons Mitarbeiter in ihrer neuen Arbeitswelt Wasserfälle, kleine Bäche und begrünte Wände. Für die Mitarbeiter unter Jeff Bezos Führung heißt es also Adé zur stickigen, keimreichen Büroluft und Hallo zu einem Traum aus Grün. Ist dieses Arbeitsumfeld ein Zukunftsmodell?

Auch in Deutschland ist Bürobegrünung gefragt

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, ist die Nachfrage in hiesigen Büros nach Pflanzen groß. Der Unternehmer Lutz-Peter Kremkau schloss sich mit weiteren 18 Betrieben für Raumbegrünung in einem Qualitätsverbund zusammen und ist der aktuelle Repräsentant. Er erklärt:

Wir alle schaffen es derzeit kaum, den vielen Anfragen gerecht zu werden.

Die Begrünung im Büro ist also angesagt und Firmen wollen Pflanzen am Arbeitsplatz Raum schaffen. Doch die Immobilienpreise sind hoch und der Platz im Büro ist knapp. Deshalb werden aktuell vor allem Wände begrünt. Das ist zwar aufwendig, so Kremkau, aber platzsparend.

Positive Auswirkungen von Pflanzen am Arbeitsplatz auf den Menschen

Ein begrüntes Büro sieht nicht nur toll aus, sondern birgt auch gesundheitliche Vorteile. Der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft wird reduziert, Schadstoffe werden abgebaut und Pflanzen sorgen für die nötige Luftfeuchtigkeit.

Vor allem das „Sick-Building-Syndrom“ kann mit einem grünen Büro bekämpft werden. Menschen, die an diesem Syndrom leiden, fühlen sich durch das Gebäude, in dem sie arbeiten krank. Dazu gehören Faktoren wie trockene Luft, kaputte Klimaanlagen, mangelnder Luftaustausch oder Überheizung. Symptome wie trockene Haut, schmerzende Augen und gereizte Schleimhäute sind bei vielen Menschen, die im Büro arbeiten, dadurch an der Tagesordnung.

Mindestens eine Großpflanze pro Mitarbeiter sei nötig, um eine Luftverbesserung zu erreichen. Müdigkeit, Hautprobleme und Husten werden dadurch auch reduziert.

Produktivität der Mitarbeiter in begrünten Büros steigt signifikant

Ein Forscherteam publizierte vor einiger Zeit aufschlussreiche Ergebnisse von drei aufwendigen Feldversuchen. Dabei ging es darum, die Vorzüge von begrünten im Gegensatz zu unbegrünten Büroräumen herauszuarbeiten. Im „Journal of Experimental Psychology“ wurden das Fazit veröffentlicht. Pflanzen würden den Blutdruck senken, die Seele beflügeln und vor allem die Produktivität der Mitarbeiter steigern. Längerfristig signifikant würde sich diese demnach um bis zu 15 Prozent erhöhen. Durch eine verbesserte Luftqualität könnten sich Mitarbeiter einfach besser konzentrieren. Bei all diesen Vorteilen ist es also an der Zeit, das eigene Büro grüner zu gestalten – und schöner aussehen, tut es auch.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

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