Google findet den Schlüssel für effektive Teamarbeit: Psychologische Sicherheit

Nach zweijähriger Forschung findet Google heraus, was Effektivität in Teams ausmacht. Doch was ist diese Psychologische Sicherheit und wie erreicht man sie?

© Google Press Corner

Eigentlich scheint es offensichtlich, dass in erfolgreichen Unternehmen Teamwork der Schlüssel zum Erfolg ist. Doch so leicht es sich auch anhört, ein effektives Team fällt nicht einfach vom Himmel. Daher hat Google zwei Jahre lang unter dem Projektnamen „Project Aristotle“ erforscht, was Effektivität in Teams ist und wie man sie erreichen kann.

Googles emsige Forschungsarbeit

Jahrelange Forschung, über 180 untersuchte Google Teams und über 200 Interviews – Google war kein Aufwand zu groß, um das Geheimnis rund um erfolgreiche Teamarbeit zu lüften. Dabei setzte das Unternehmen auf vier Forschungsmethoden:

  1. Exekutive Evaluation des Teams
  2. Teamleiter Evaluation des Teams
  3. Teammitglieder Evaluation des Teams
  4. Vertriebsleistung verglichen mit Quartalskontingent

Googles wichtigsten Ergebnisse

Die aus der Forschung resultierenden Ergebnisse veröffentlichte Google auf der eigenen Seite re:Work. Dabei kristallisierten sich fünf Merkmale besonders heraus. Verlässlichkeit ist unerlässlich für ein effektives Team und jedes einzelne Mitglied muss seine Aufgaben gewissenhaft und vor allem pünktlich erledigen. Eine Verzögerung kann den ganzen Arbeitsfortschritt aufhalten und damit das Projekt in Bredouille bringen. Ebenso ausschlaggebend sind klare Ziele und Rollenverteilungen, eine persönliche Bindung zum Projekt und der Glaube daran, dass die Arbeit des Teams eine größere Bedeutung hat. Doch die größte Bedeutung hat die Psychologische Sicherheit.

© Google – re:Work

8 Tipps, durch die Vertrauen innerhalb des Teams entsteht

Im Grunde bedeutet Psychologische Sicherheit, dass ein Teammitglied bereit ist Risiken einzugehen, ohne Angst vor den Reaktionen der Kollegen zu haben. Um diese Art der Sicherheit aber zu erreichen, braucht es viel gegenseitiges Vertrauen, welches sich oft nur schwer aufbauen lässt. Acht Schritte, die das scheinbar Unmögliche jedoch möglich machen sollen, erläutert Justin Bariso, der Gründer von Insight, in seinem Arikel auf Inc.com

1. Höre deinen Kollegen zu

In einem Team gibt es viele verschiedene Meinungen und Ansichten. Diese zu respektieren ist wichtig. Daher höre deinen Kollegen immer aufmerksam zu, stelle Gegenfragen und versuche so ihre Sicht der Dinge zu verstehen, ohne dabei zu urteilen. Auf diese Art kannst du im Gespräch oft schon Stärken und Schwächen deines Gegenübers ermitteln. Außerdem wird später ausgesprochene Kritik meist besser aufgenommen, weil der Kritisierte weiß, dass du bei deinem Urteil auch seine Sicht der Dinge in Betracht gezogen hast und nicht allein von deinem Standpunkt aus argumentierst.

2. Zeige Empathie

Neben der soeben erklärten kognitiven Empathie, solltest du dich nicht scheuen auch emotionale Empathie zu zeigen. Das bedeutet für dich Gefühle zuzulassen und auf die deiner Teamkollegen einzugehen. Zum Beispiel wenn du merkst, dass einer deiner Partner unter dem Druck zusammenzubrechen droht, solltest du für ihn da sein und ihm unter die Arme greifen. Denn der schlimmste Fehler wäre zu sagen, er solle sich wegen des bisschen Stress nicht so anstellen.

3. Sei authentisch

Jeder hat Ecken und Kanten und ist vor Fehlern nicht geschützt. Das weißt du ebenso gut wie deine Teamkollegen. Also schlüpf nicht in eine dir fremde Rolle, sondern sei du selbst und steh dabei für deine Werte und Ansichten ein. Ehrlichkeit ist in allen Beziehungen ein wichtiger Schritt in Richtung vertrauen, deshalb teile den Anderen auch immer deine Meinung mit, auch wenn sie auf Gegenwind zu stoßen drohen.

4. Gehe mit gutem Beispiel voran

Lasse deinen Worten auch Taten folgen. Wenn du von einem respektvollen Miteinander und Toleranz sprichst, zeige diese Werte auch im Umgang mit deinem Team. Und rede nicht nur davon, diese und jene Idee noch zu verfolgen, sondern tu es auch und zeige deinen Kollegen die Ergebnisse. Deine Art kann so zum Vorbild für den Rest werden.

5. Sei hilfsbereit

Unterstützung ist ein unerlässlicher Teil von Teamarbeit. Das bedeutet nicht, dass du wie früher in der Schule die Aufgabe von jemandem komplett übernehmen sollst und ihm damit „hilfst“. Viel effektiver ist es, wenn ihr große Aufgaben miteinander teilt und du bei kleineren Problemen Lösungsansätze anbietest, an denen sich dein Kollege orientieren kann und so selbst zum Ziel kommt.

6. Zeige auch Demut

Mach dich niemals kleiner als du bist, behalte aber im Hinterkopf, dass niemand einen Besserwisser mag, der im Endeffekt doch nichts weiß. Also stehe zu deinen Wissenslücken und wage es auch andere um Rat oder Hilfe zu bitten. Zudem solltest du bereit sein, auch deine eignen Fehler einzugestehen, bevor die du deiner Teamkollegen suchst.

7. Lobe deine Kollegen

Lob für die eigene Arbeit zu bekommen ist ein großartiges Gefühl. Also scheue dich nicht davor, selbst welches zu verteilen, wenn ein Teammitglied besonders gute Arbeit leistet oder großartige Ideen beisteuert. Erkläre dabei auch, was genau an der Leistung des Anderen du schätzt, so dass er sich auf dieses Merkmal konzentrieren kann und du es dir vielleicht sogar abschaust. Lob ist außerdem ein guter Weg, um konstruktives Feedback innerhalb des Teams einzuleiten. Erwähne zunächst die lobenswerten Aspekte eures Projekts und komme dann auf die noch bestehenden Probleme zu sprechen und schlage Lösungsansätze vor.

8. Sei als Chef transparent

Und als letztes noch ein Tipp direkt an die Chefetage: Die Teams in deinem Unternehmen arbeiten nicht nur miteinander, sondern auch mit dir. Genaugenommen bist du der oberste Teamleiter, schließlich sind sie dir Rechenschaft schuldig. Zeige also auch Interesse an ihrer Arbeit und sei vor allem transparent. Kein Team kann sich mit einem Chef identifizieren, der ein großes Mysterium darstellt. Dadurch gefährdest du sogar die ganze Arbeitsmoral. Lege daher deine Erwartungen und Methoden immer offen und stelle sicher, dass dein Team Zugang zu allen nötigen Informationen hat.

Teambuilding wird immer ein viel diskutiertes Thema bleiben und es werden immer wieder neue Methoden und Ideen hinzukommen. Doch im Kern haben alle Ansätze das gleiche Ziel, welches sich in einem Zitat von Aristoteles wiederfindet, das Google auch als Namensvorlage für ihr Forschungsprojekt nutzte:

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Michelle Winner studiert Anglistik und Germanistik an der Uni Hamburg. Nachdem sie in einer Lokalzeitung und im Eventbereich Erfahrungen gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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