Gender Gap: Frauen sind in Dax-Konzernen unterrepräsentiert

Nur 12 Prozent der Vorstände sind weiblich. Hinzu kommt, dass Managerinnen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Doch Trends gehen in die richtige Richtung.

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Die Gender Pay Gap bleibt ein allgegenwärtiges Thema in unserer Gesellschaft und sie findet sich sowohl bei normalen Angestellten als auch in der Chefetage. Sieht man sich beispielsweise die Vorstände der Dax-Unternehmen an, wird klar, dass der Weg zur Gleichberechtigung noch weit ist. Abgesehen davon, dass nur wenige Frauen Teil der Vorstandsgremien sind, verdienen diese auch noch weniger als ihre männlichen Kollegen. Doch nichtsdestotrotz scheinen die aktuellen Entwicklungen langsam eine positive Richtung einzuschlagen.

Die Gehälter von Frauen sind gestiegen

Im Schnitt verdienen Frauen in den Dax-Vorständen 1,2 Millionen Euro weniger als ihre Kollegen, Vorstandsvorsitzende nicht mit einberechnet. Doch trotz dieses Unterschieds, sind die Gehälter weiblicher Manager in den letzten drei Jahren stetig gestiegen. Insgesamt spricht die Personalberatung Odgers Berndtson von einem Anstieg um 24 Prozent. Bei den Männern hingegen sind es nur 14 Prozent. Trotzdem bleibt das Gefälle bestehen.

Die Top-Verdienerinnen in Dax-Konzernen werden von den Spanierinnen Belén Garijo (Merck, 5,7 Millionen) und Milagros Carreiro-Andree (BMW, 4,9 Millionen) angeführt. Es folgt Kathrin Menges (4,3 Millionen), die bereits seit 2011 im Vorstand von Henkel sitzt. Alle drei Frauen tragen in ihrem Unternehmen Verantwortung für Bereiche des Personalwesens. An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass es nicht darum geht, dass diese Managerinnen wenig Geld verdienen. Schließlich reden wir von Millionenbeträgen. Es ist aber Fakt, dass sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen. In dieser Pay Gap liegt der Ursprung des Problems, welches sich auch auf der Ebene der Angestellten oft wiederfindet.

Frauen sind immer noch unterrepräsentiert

Auch wenn daran gearbeitet wird, die Gehälter von Männern und Frauen anzugleichen, gibt es ein weiteres Problem, dass schleunigst in Angriff genommen werden muss. Noch immer sind zu wenig Frauen in Führungspositionen vertreten. Dies spiegelt sich auch in den Vorständen der 30 Dax-Konzerne wieder: Nur 14 Prozent der Vorstandsmitglieder sind weiblich und bei neun Unternehmen gibt es immer noch keine Frauen im Vorstand. Hinzukommt, dass alle 30 Vorstandschefs durchweg männlich sind. Um einen weiteren Schritt in die gleichberechtigte Zukunft zu machen, müsse sich gerade hier etwas ändern, sagt Personalberater Michael Proft, der insgesamt ein positives Zukunftsbild beschreibt. Laut ihm befinden wir uns zurzeit in einer Phase der „Normalisierung“. Frauen sind in Vorständen vertreten und verdienen mehr Geld. Sobald dies gesellschaftlich keine Besonderheit mehr ist, sondern als normal angesehen wird, wird die Gender Pay Gap mehr und mehr schrumpfen. Proft geht so weit zu sagen:

In 10 Jahren werden wir uns nicht mehr darüber unterhalten.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, bedarf es jedoch keiner Frauenquote, sondern eines Umdenkens in den Köpfen unserer Gesellschaft. Eben einen Prozess der Normalisierung, wie Proft es beschrieben hat. Frauen sollen Führungspositionen bekommen, weil sie es aufgrund ihrer Qualifikationen verdienen. Weil sie sich gegen andere Bewerber durchsetzen konnten. Sie verdienen außerdem für gleiche Arbeit das gleiche Gehalt wie ein Mann.

Infografik: 7,3 % Frauen in deutschen Vorständen | Statista

Trotzdem befinden wir uns durchaus auf dem richtigen Weg, wie auch die vorangehende Grafik zeigt. Und sobald auch beim letzten Unternehmen der Groschen gefallen ist, werden sich Gehälter und Repräsentation angleichen. Zumindest bleibt das zu hoffen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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