Karrierekiller: 5 Themen, die du auf der Arbeit nie ansprechen solltest

Diese Themen solltest du in der Arbeitswelt unbedingt meiden, wenn du deiner Karriere keine Steine in den Weg legen möchtest.

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Erfolgreiche Menschen gehen meistens mit Selbstsicherheit und angenehmer Ruhe durch die Welt. Hören zu, lachen über gute Scherze oder unterstützen auch einmal, wenn bei einem Kollegen etwas nicht so recht klappen will. Kurz: Sie sind charismatisch. Mit dem Thema Charisma und wie dieses entsteht, haben wir uns in einem vorangegangen Artikel schon einmal beschäftigt, dabei jedoch vorerst noch einen wichtigen Aspekt ausgelassen, der ebenfalls zu einer angenehmen Ausstrahlung und damit zum Erfolg im Beruf beiträgt: den Geheimnissen.

Beobachten wir die Kommunikation erfolgreicher Menschen mit ihren Kollegen wird schnell klar, dass diese Team Building betreiben, ohne dabei jedoch zu viel von sich preiszugeben. Denn wer einen unüberlegten Seelen-Striptease hinlegt, bremst seine Karriere stark aus.

Kommunikation auf Zehenspitzen

Eine Verbindung unter Kollegen sorgt nicht nur für ein angenehmes Arbeitsklima, es hilft auch beim Netzwerken und bei dem Erklimmen weiterer Karrierestufen. Vorausgesetzt natürlich, bei dem unverbindlichen Plausch mit dem Team werden nicht die falschen Themen angeschnitten. Vor allem Geschichten aus dem Privatleben beherbergen oft ungeahnte Stolperfallen, die schnell zu einem Problem werden können, wenn es darum geht, im Job voran zu kommen. „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert“, klingt zwar schön, entspricht aber nicht der Wahrheit.

Vorsicht also vor peinlichen Anekdoten aus der Jugend oder vom feuchten letzten Wochenende. Unter solchen Stories leidet häufig die Seriosität, denn die Kollegen werden dich fortan mit anderen Augen sehen und diesen Blick auch nie wieder ändern. Auch Launenschwankungen sollten so klein wie möglich ausfallen. Nichts ist in der Karriere gefährlicher, als zu offenbaren, dass man mit dem aktuellen Job unzufrieden ist. Lässt sich an der Situation nichts ändern, ist es besser, sich einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Doch Vorsicht! Auch hierüber zu reden ist ein Spiel mit dem Feuer. Zu schnell ist ein übereiliger Kollege mit diesen Informationen zum Chef gelaufen – und was einmal ausgesprochen ist, kann nicht immer rückgängig gemacht werden.

Fünf Themen mit Konfliktpotential

Gespräche fördern das Wir-Gefühl eines Teams, überbrücken auch mal ruhige Zeiten im Arbeitsalltag und sorgen für Atempausen im Gehirn. Einige Themen solltest du jedoch strikt meiden, denn sie bieten Konfliktpotential und sorgen für schlechte Stimmung und ein vergiftetes Arbeitsklima. Im Folgenden orientieren wir uns an den Empfehlungen von Dr. Travis Bradberry, Buchautor und Experte auf dem Gebiet Emotionale Intelligenz.

  1. Politik und Religion: Beide Themen sind eng mit der eigenen Identität verknüpft. Das bedeutet, greifst du einen Standpunkt eines Kollegen an, verletzt du damit automatisch sein Ich-Gefühl. Sprich diese Themen daher besser nicht an und schweige mit einem freundlichen Lächeln, wenn sie von anderer Seite auf den Tisch gebracht werden.
  2. Die Inkompetenz anderer Kollegen: Ein Sprichwort lautet, dass alles, was man verteilt, irgendwann auf einen selbst zurückfällt. Nicht nur deswegen sollten die Fehler eines Anderen nie das Thema eines Gruppengesprächs sein. Es offenbart den Lästerer als schlechten und nicht loyalen Menschen.
  3. Bettgeflüster: Sex hat man, oder man hat ihn nicht, aber er hat nichts bei der Arbeit zu suchen – auch nicht in Form von Erzählungen. Das Beste, was dabei herauskommen kann, ist unbehagliches Schweigen. Im schlimmsten Fall verliert man das Gesicht.
  4. Geschäftsgeheimnisse früherer Arbeitgeber: Wieder einmal ist Loyalität das Stichwort. Zwar kann es durchaus noch in Ordnung sein, in einem Nebensatz fallen zu lassen, dass einem der neue Job deutlich besser gefällt als der alte, niemals jedoch sollten Geschäftsgeheimnisse ausgeplaudert werden. Das schadet nicht nur deiner zukünftigen Karriere – wenn es rauskommt, drohen auch ernste, juristische Konsequenzen.
  5. Endlose Gespräche über persönliche Leiden: So hart es klingen mag – ein Mensch, der immer jammert und sich mit nahezu beängstigender Leidenschaft in der Schilderung seiner Wehwehchen verliert, setzt weitere Sargnägel für seine Karriere. Zu schnell gilt er als wenig belastbar und wehleidig.

Habt ihr weitere Themen, die ihr am Arbeitsplatz unbedingt meidet? Verratet uns eure No-Gos in den Kommentaren.

Quelle: Inc

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

7 Gedanken zu „Karrierekiller: 5 Themen, die du auf der Arbeit nie ansprechen solltest

  1. Andy

    Travis Bradberry ist Amerikaner, und die Unternehmenskultur in den USA ist durchaus anders als in Deutschland. Daher lassen sich seine Thesen nicht so einfach übertragen. Also keine Panik; auch im Job immer schön die eigene Identität wahren.

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  2. Thomas

    Das A und O eines guten Mitarbeiters ist für Vorgesetzte seine Produktivität. Da wird manches Fehlverhalten gerne “übersehen”.

    Die Frage ist jetzt: Wie steigert man die Produktivität?

    Genau hier liegt jetzt die Aufgabe des Vorgesetzten. Es hat sich immer wieder bewiesen, dass Mitarbeiter in einem Umfeld, in dem sie sich wohl fühlen, am meisten leisten. Also ist es wohl die Hauptaufgabe des Vorgesetzten, für ein angenehmes Betriebsklima zu sorgen und Mitarbeiter auf positive Weise zu Motivieren.

    Druck erzeugt nur Gegendruck (ein physikalisches Prinzip, das auch hier gilt).

    Das heißt nicht, dass ständig gefeiert wird (Dann würde man ja auch nicht mehr dazu kommen, die eigentlich wichtigen Dinge zu erledigen). Jedoch ein freundliches Wort, eine Anerkennung und nicht nur von oben herab Anweisungen zu geben, hilft wohl viel mehr, als nur über jeden Fehler lang und breit seinen Unmut zu äußern.

    Ansprechen sollte man den Fehler, jedoch nicht um den anderen herunter zu putzen, sondern ihn mit guten Tipps unterstützen, den Fehler künftig zu vermeiden.

    In einem solchen Umfeld können dann in vertrauter Umgebung auch mal Themen angesprochen werden, die sonst vielleicht tabu wären. Es kommt aber immer auf die Vertrautheit der Personen und den Umgang miteinander an. Manches ist in einem beruflichen Umfeld tatsächlich nicht immer angeraten.

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  3. Matthias Pfützner

    Dem schließe ich mich auch an: Wenn ich mich mit meinen Kollegen nicht über die Dinge unterhalten darf, die mir wichtig sind, weil ich sonst damit “anecken” würde (ich nehme hier mal Politik und Religion, weil sie oben als “Verbotsthema” aufgeführt wurden, und auch von den Vorkommentatoren benannt wurden), dann kommen wir ganz nahe an “Denkverbote” ran. Dann sind alle Errungenschaften des späten 20.-Jahrhunderts urplötzlich nichts mehr wert, und wir handeln nur noch “vorhersehbar” und “angepasst”.

    Nein, in solchen Firmen will ich nicht arbeiten, und das erste, was ich tun würde, wenn ich in einer solchen Firma wäre, wäre, mir einen neuen Arbeitgeber zu suchen.

    Hier auf Xing gab es vor gar nicht allzulanger Zeit einen tollen Verweis auf einen guten Artikel, der beschreibt, was erfolgreiche Firmen im 21.-Jahrhundert ausmacht:

    Es war NICHT das Einstellen von Spitzenkräften, sondern es war ein offenes Arbeitsklima, in dem jeder alles sagen darf, und auch sagt, denn nur so kann heute in komplexen Umgebungen sichergestellt werden, dass alle Alternativen und Ideen berücksichtigt werden können.

    Angepasstheit führt nur zu Angst, und ein Beispiel dafür sehen wir in Deutschland: VW zahlt nun für die Angepasstheit seiner Mitarbeiter mehrere Milliarden Euro Strafe! Hätte es dort ein offenes und ehrliches Arbeitsklima gegeben, wäre #Dieselgate nie passiert, und VW hätte heute genug Geld “übrig”, um wieder “das Auto” mit “Vorsprung durch Technik” zu werden (und Tesla z.B. hätte es nie soweit schaffen können).

    Also: Diese ewigen Predikten nach “angepasstem Verhalten” sind leider nicht die Lösungen für Probleme des 21.-Jahrhunderts, sondern nur der Ausdruck von Unfähigkeit, sich mit komplexen und komplizierten Situationen auseinandersetzen zu wollen und zu können, und sich nach einem “starken Leitbild” zu sehnen, das alles richten wird.

    Schade, dass unsere Jugend anscheinend sich wieder mehr nach “Führung” sehnt, als die Chancen der Individualität zu sehen…

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  4. Sven Buschmann

    Wirklixh ein sinnloser Artikel. Die Themen,, die man auf der Arbeit anspricht, sind natürlich auch insbesondere vom Vertrauensgrad zum hiesigen Gegenüber, der jeweiligen Situation und dem eigenen Stand in der Unternehmung abhängig.

    Ich hab’s wirklich satt immer diese Artikel mit Aufruf zur Angepasstheit zu lesen. Tut mir leid, aber mit so einer Einstellung kommt man leider nicht weit im Leben oder bleibt immer die graue Maus.

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    1. Horst Wacker

      Gebe Ihnen absolut meine Zustimmung.
      Kuschen und brav sein, ist heute mehr denn je Thema und gewünscht.
      Ob dies in vielerlei Hinsicht gut für das Unternehmen selbst ist, steht offen.
      Loyalität zum Unternehmen absolutes “ja”, aber keine eigene Meinung haben eindeutig nein.
      Diese Faktoren hängen dann wieder entscheident vom Verhalten des Arbeitgebers ab, inwiefern man zu den Mitarbeitern loyal ist und sich deren gegenüber verhält !
      Es werden viele Fehler in der Personalführung gemacht, die negative Erscheinungen nur allzu gerne fördern und solche Umstände hervorrufen.
      Bin alt genug um so manchen Wandel in den Unternehmen wahrzunehmen und zu erkennen, wobei die Stimmung in vielen Betrieben immer mehr in keine positive Richtungen geht.
      Floskeln wie Wertschätzung, Erfahrung und Pflege der Mitarbeiter, welche das angebliche Kapital darstellen, kann man zur Genüge lesen.
      Letztlich stellen sich leider andere Faktoren dann real dar, welche mit diesen Fakten nichts gemein haben.
      Graue Mäuse sind somit leider die gewünschten Arbeitnehmer, da diese meist jung, gut ausgebildet und Berufserfahrung in einem haben müssen.
      Motivation im “Chaka” – Sinn ist vorrangig und was hat man nicht alles für Möglichkeiten, bei Fleiss, uneingeschränkter Arbeitsweise – alles zu erreichen :)
      Ob dies der Markt und das Unternehmen aufgrund der Struktur hergibt, ist Nebensache.

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    2. Annette

      Finde ich auch. Mag ja grundsätzlich was dran sein. Es gibt schon genug peinliche Opportunisten und Lobbyisten.

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