Gefeuert – Wie entlassen große Unternehmen wie Google oder Facebook ihre Mitarbeiter?

Große Konzerne entlassen ihre Mitarbeiter oft von einem auf den anderen Tag – zu ihrer Sicherheit. Warum das so ist und wie die Vorgehensweise aussieht.

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Es ist der Albtraum  eines jeden Angestellten: Plötzlich und ohne Vorwarnung ohne Job dazustehen. Schon lange hat sich herumgesprochen, dass nicht immer schlechte Leistungen der Grund sind, wieso man eine Firma von heute auf morgen verlassen muss. Die Gründe sind weitaus vielfältiger und eine fristgerechte oder fristlose Kündigung nicht immer gerechtfertigt.

Auch wer in Großunternehmen wie Facebook, Google, Apple oder anderen arbeitet, sitzt nicht zwangsläufig im Trockenen und muss nicht um seinen Job fürchten. Quora beschäftigte nun die Frage, wie die Riesen der Branche Entlassungen handeln.

Unverhofft kommt oft

Quora gab Freiwilligen die Möglichkeit, anonym oder frei heraus ihre eigene Entlassungsgeschichte zu erzählen. Ein wiederkehrendes Muster dabei: Die Entlassungen aus großen Unternehmen kamen für die Betroffenen oft unerwartet, von einem Tag auf den anderen. Ein plötzlicher Telefonanruf und die Bestellung zum Chef und dem HR-Manager läutete meist das Ende in der entsprechenden Firma ein. Wieder andere erfuhren auf fast kuriose Weise davon, dass sie nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten –  sie kamen am Morgen wie gewohnt zur Arbeit, nur um festzustellen, dass ihre Security Card, die in großen Unternehmen oft eingesetzt wird, ihnen keinen Einlass mehr gewährte. Die Technik wusste also vor den Angestellten, dass sie nicht mehr hier beschäftigt sind.

Doch nicht für jeden kommt die Entlassung überraschend. Ein Ex-Angestellter von Microsoft berichtete auf Quora zum Beispiel, dass vor allem Kollegen mit einer hohen Stellung im Sales Bereich und damit auch einem hohen Gehalt, auf einem angesägten Fahnenmast saßen. Die Kündigung folgte laut diesem anonymen Ex-Angestellten schrittweise. Meist bekam der Betroffene ein Jahr nach seiner letzten Beförderung eine sehr niedrige Bewertung. Ein Warnschuss quasi, der Eingeweihten bereits ein erstes Zeichen gab, dass es Zeit war sich nach einem neuen Job umzusehen. Im zweiten Jahr dann, wurde besagter Angestellter im Sales Bereich in den meisten Fällen wegen „schlechter Leistungen“ gekündigt.

Die Entlassungs-Prozedur

Einen bestehenden Vertrag kann in der Regel keiner ohne weiteres aufheben. Dennoch haben große und auch kleine Unternehmen häufig Mittel und Wege, einen unerwünscht gewordenen Angestellten auch anders loszuwerden – gelegentlich auch mit an den Haaren herbeigezogenen Gründen. Eine fristlose Kündigung ist in Deutschland nur unter sehr genau definierten Bedingungen möglich, in den USA aber, aufgrund der dort nicht vorhandenen, gesetzlichen Kündigungsfrist, Gang und Gäbe. Hier heißt es „hire & fire“, was bedeutet, dass man jemanden am gleichen Tag einstellen und wieder entlassen kann. Eine Vorwarnung gibt es für die amerikanischen Kollegen bei Facebook, Google und Co. in den aller seltensten Fällen. Stattdessen werden sie oft gleich nach dem Gespräch mitsamt Security zu ihrem Schreibtisch geführt, dürfen ihre Sachen packen und dann das Unternehmen für immer verlassen. Amerika verfolgt diese Strategie vor allem aus Angst vor Rache eines gefeuerten Angestellten.

Doch auch deutsche Unternehmen schützen sich vor Schaden, wenn sie jemanden entlassen. Auch bei fristgerechter Kündigung werden entlassene Angestellte für die Zeit bis zum tatsächlichen Ende des Beschäftigungsverhältnisses freigestellt.

Egal ob Deutschland oder die USA, eine Kündigung ist für jeden Angestellten ein Schock und kann sicher auch zu einem Stolperstein in der Karriere werden. Dennoch gilt: Jedes Ende ist ein neuer Anfang – und in Fällen wie diesen meistens der Anfang von etwas Besserem.

Quelle: Quora

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

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