Fabulous Fail – Was Fab falsch gemacht hat

Fab, einst der Internetriese im Bereich von Fashion- und Designkonsum, liegt endgültig am Boden. Was hat dem Unternehmen gefehlt, um mehr zu sein, als bloß ein Trend?

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Es ist gerade zwei Jahre her, dass Mitgründer Jason Goldberg mit dem Geld der Investoren Fab erneut umstrukturieren und zum angesagten Shop umkrempeln wollte. 325 Millionen hat das Unternehmen geschluckt, geblieben sind nur noch knappe 15 Millionen für die Fab buchstäblich verscheuert wurde. Wie konnten all die Pläne sich derart negativ verselbstständigen? Warum hat es das einst so vielversprechende Start-Up nicht zum langfristig erfolgreichen Unternehmen gebracht?

Das erste Anzeichen gab es bereits vor der Gründung von Fab, denn schon 2010 hatte Mitgründer Jason Goldberg die Suchmaschine Jobster auf dem Gewissen. Die Investoren bei Fab sahen ihm diesen Fehler nach und schaufelten fleißig Geld in die aufstrebenden Ideen Goldbergs, bei denen jedoch ganz entscheidende Punkte außer Acht gelassen wurden:

Verwirkliche nicht zu viel auf einmal

Die Entwicklung einer Idee zum erfolgreichen Unternehmen, dessen Aktualität und Ausbau, sollte immer Schritt für Schritt erfolgen. Goldberg nahm sich vor, einen klassischen Onlineshop zu verwirklichen. Das hätte fürs Erste gereicht, doch es kam die Idee, ein eigenes Warenhaus zu eröffnen sowie das dazugehörige Label mit Produkten zu verwirklichen. Für die Details bleibt bei so einem Tempo kaum Zeit mehr, was beim Aufbau eines funktionierenden Geschäftes fatal ist.

Bleib bei denen Wurzeln

Einst war Fab eine Gay-Plattform, auf der sich irgendwann auch spezielle Designangebote tummelten. Drei Mal wurde diese Grundidee umgestoßen, vom Onlineshop für Designer, zum eigenen Label bis hin zum Möbel-Anbieter reformiert. Von der Grundidee, die Fab den eigentlichen Erfolg als etwas Besonderem beschert hatte, blieb wenig übrig. Die Fans der ersten Stunde wanderten ab und Fab war nur noch eine Hülle seiner selbst.

Habe einen langen Atem

Wie die ständige Umwandlung zeigt, war Goldberg eher Freund kurzfristiger Umsetzung von Ideen. Deren Bestand ist meist ebenso kurzfristig, da nicht an den Details gefeilt wird, die deren Nachhaltigkeit sichern. Eine Marke etabliert sich meist erst über einen längeren Zeitraum, in dem sie durch positives Feedback von sich reden macht und ein entsprechendes Image schafft.

Zu guter Letzt war es auch ein Fehler der Investoren, die immer wieder Geld für all die Veränderungen zur Verfügung stellten: Wer das Geld stets hat, lernt nicht, sich den Erfolg selbst zu erarbeiten. Das gilt für einen Gründer wie das Unternehmen an sich. Wirklich fundiert ist, was sich selbst finanzieren kann und kein Extra-Geld von außen braucht. Aber das heißt eben auch: Harte Arbeit und viel, viel Zeit!

Quelle: fastcompany

Über Svenja Hirsch

Svenja Hirsch

Svenja alias "Frau Hirsch" ist freiberufliche Autorin aus Hamburg und hat u. a. für die Welt Hamburg, Szene Hamburg und die [email protected] geschrieben. Neben Kurzgeschichten und Konzepten tippt sie nun auch Artikel rund um die Karrierewelt auf OnlineMarketing.de.

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