Digitale Transformation: In 5 Schritten zur erfolgreichen Unternehmensstrategie

Noch immer fehlt es Entscheidern in KMU häufig am notwendigen Know-how, um festzulegen, wo sie mit der Transformation ihrer Organisationen beginnen und welche Technologien sich für ihre Ziele eignen. Diese 5 Tipps liefern ihnen hilfreiche Ansätze.

Hand tippt auf digitalen Screen mit Grafik

© Evangeline Shaw - Unsplash

Die Diskussion um die Digitalisierung wird heute oftmals von einem wahren Buzzword-Reigen geprägt – vor allem im Mittelstand: Nicht selten fallen dabei Begriffe wie Inkubation, Big Data, Blockchain oder digitale Ökosysteme. Doch diese zweifellos nützlichen Technologien und Ansätze sind in den Gesprächen oft nicht in Kontext gesetzt und es fehlt der strategische Zusammenhang. Man bekommt dann das Gefühl, die einzelnen Maßnahmen hätten einen Selbstzweck und könnten für sich alleine zum Erfolg führen. Neben diesen Themen scheint es wenig zu geben, was Platz für einen Austausch böte. Dabei sind insbesondere die Bereiche Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung interessant, da sie die Basis für jede nachhaltige Veränderung in Unternehmen darstellen. Klar, diese Themen klingen natürlich nicht so spektakulär wie KI oder Blockchain, bieten aber ein vergleichsweise höheres Potenzial für eine stringente, digitale Gesamtstrategie.

One size fits all‘-Ansätze haben keine Chance

Mittelständische Unternehmer und Geschäftsführer sollten langsam erkennen, dass es keine Digitalisierung von der Stange gibt. Dafür unterscheiden sich die Ziele, Organisationsstrukturen und Führungspersönlichkeiten in den einzelnen Unternehmen zu sehr. Und auch die verschiedenen Branchen haben teils unterschiedliche Herausforderungen, die sie bewältigen müssen. Daher benötigen Entscheider erst einmal eine klare Idee davon, wie die Digitalisierung ihre Geschäftsmodelle und ihre Prozesse verändern wird und wie diese Veränderungen positiv auf die Geschäftsziele einzahlen können.

Erfolg misst sich an der Sinnhaftigkeit

Einziger Gradmesser für den Erfolg der Digitalisierung ist die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. Denn nicht alles, was relevant klingt, ist auch sinnvoll. Und doch zeigen viele Mittelständler gerade hier ein starkes Defizit: Anstatt ihren Digitalisierungsprozess und die damit einhergehenden Ziele strategisch zu planen, verfallen sie häufig in Aktionismus. Das Ergebnis: Insellösungen und Stückwerk ohne ganzheitliche Vision. Das ist fatal, denn dadurch geben Verantwortliche die Fäden aus der Hand und sind in der Digitalisierung strenggenommen nicht wirklich handlungsfähig.

Ein weiteres Manko solcher Vorgehensweisen ist, dass oftmals nicht alle Handlungsfelder der Digitalisierung betrachtet werden. Dabei ist gerade diese Betrachtung von essenzieller Bedeutung. Schließlich sehen die konkreten Lösungen völlig verschieden aus – abhängig davon, wofür die Digitalisierung eingesetzt werden soll: zur Stützung des Kerngeschäfts, zur Entwicklung transformativer Geschäftsmodelle oder zum Aufbau disruptiver Geschäftsmodelle.

Der Weg zur erfolgreichen Digitalstrategie

Im Kern und über alle Zielvorgaben hinweg können sich Entscheider in mittelständischen Unternehmen aber an folgenden fünf Schritten auf dem Weg zur individuellen Digitalstrategie orientieren:

Schritt 1: Den Markt analysieren

Zu Beginn sollten Verantwortliche immer den aktuellen Zustand des eigenen Unternehmens und die zugrundeliegende Marktentwicklung untersuchen. Dabei gilt es, folgende Fragen zu beantworten: Was kann das Unternehmen, das Team, die Infrastruktur? Und was nicht? Welche Chancen und Risiken (durch Disruption und Wettbewerb) kommen auf uns zu? Sind die IT-Systeme skalierbar genug? Aus den Antworten lassen sich dann strategische Maßnahmen ableiten.

Schritt 2: Die Mitarbeiter mitnehmen

Aufbauend auf den Ergebnissen aus Schritt 1 sollten Möglichkeiten entwickelt werden, um alle Mitarbeiter auf die nun beginnende Reise der Transformation mitzunehmen. Es ist essenziell, ein gemeinsames Verständnis zu etablieren, warum es genau in diese Richtung geht und nicht in eine andere.

Schritt 3: Zielsetzungen definieren

Digitalisierungsentscheider sollten als nächstes folgende Grundsatzfrage beantworten:

Welche positiven und negativen Effekte hat die Digitalisierung auf das Unternehmen oder das Geschäftsmodell?

Das erleichtert es, strategische Ansätze in eine kohärente und sinnhafte Digitalstrategie zu übersetzen. Danach können spezifische Maßnahmenpakete definiert werden, die sinnhaft auf die gesteckten Ziele einzahlen.

Schritt 4: In kleinen Schritten zum Ziel

Ist das Ziel definiert, sollten Verantwortliche im Digitalisierungsprozess Schritt für Schritt das Vorgehen und einzelne Projekte planen und priorisieren sowie die Verantwortlichkeiten festlegen. Was benötigt wird, ist eine konkrete und verbindliche Roadmap.

Schritt 5: An die Arbeit

Sind die Ziele und die nächsten Schritte dann definiert und an die Belegschaft kommuniziert, kann es endlich losgehen. Dem Projekt Digitalisierung steht nun nichts mehr im Wege.

Unternehmenslenker, die sich an diesen fünf Schritten orientieren, können verhältnismäßig schnell und effizient eine sinnhafte, nachhaltige und holistische Digitalstrategie entwickeln und implementieren, die auf ihre Geschäftsziele einzahlt.

Über Philipp Wachter

https://www.wdp.de/

Philipp Wachter ist Gründer und Geschäftsführer der wdp GmbH, einer führenden Strategie- und Umsetzungsberatung für digitale Geschäftsmodelle und digitale Transformation. Als erfahrener Stratege und Digitalexperte hilft er seit über einem Jahrzehnt mittelständischen Unternehmen dabei, die digitale Transformation erfolgreich zu meistern. Seine Schwerpunkte liegen in Digitalstrategien, Change Management, Digital Leadership und Organisationsentwicklung.