Der Weg zur Größe? Vier Tagesroutinen bedeutender Berühmtheiten

Was ebnet einem den Pfad zum Erfolg? Bloßes Talent oder doch die eigene Struktur? Wir zeigen dir vier Zeitpläne erfolgreicher Personen und inwiefern diese helfen.

© Heather Zabriskie - Unsplash, Toni Gau

Wer das meiste aus seinem Tag herausholen möchte, sollte diesen strukturieren. Das ist kein Geheimnis, viele von uns scheinen einer Tagesroutine zu folgen, wenn teils auch nur unbewusst. Meist verläuft diese wie folgt: Wir stehen um sieben auf, es gibt Frühstück, um acht folgt die Arbeit, um sechs haben wir Schluss und irgendwann gibt es auch noch das Abendessen. Routiniert mag dies sein, doch strukturiert? Eher weniger. Wie wichtig eine gute Tagesstruktur sein kann, haben bereits viele bedeutende Personen innerhalb der Geschichte der Menschheit dargelegt – und vier von ihnen wollen wir dir zeigen.

Zur Systematik

Bevor wir uns allerdings den Tagesabläufen sowie den dahinter befindlichen Personen widmen, möchte ich noch die hier angewandte Systematik erklären. Unterteilt wird in zwei Kategorien: Tag- und Nachtmenschen. Manch einer ist produktiver, wenn er bereits morgens aus den Federn kommt, andere blühen erst auf, wenn sie noch die Nachtstunden miterleben können. Folglich stellen wir je zwei dementsprechende Tagesabläufe vor. Des Weiteren sei gesagt, dass diese natürlich strikt befolgt, doch genauso nur als etwaige Richtlinien verstanden werden können. Es ist also vollkommen legitim, an den Zeitplänen persönliche Änderungen vorzunehmen (und teils ist dies eventuell auch empfehlenswert). Jedem der Tagesabläufe ist eine Grafik zum Selbstausprobieren beigelegt, welche du downloaden und natürlich auch teilen kannst. Im Anschluss erklären wir, inwiefern und für wen diese Tagesabläufe geeignet sind, was man daraus lernen kann.

Tagesabläufe für Morgenmenschen

Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagt man so schön, und auch die folgenden Personen scheinen sich dies zu Herzen genommen zu haben. Regelrechte Frühaufsteher, welche den Tag motiviert starten und nicht etwa in die Kategorie „Morgenmuffel“ fallen. Doch was sind effektive Zeitpläne für eben solche?

Benjamin Franklin

Der Gründervater war neben seiner politischen Aktivität ebenfalls als Drucker, Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Erfinder tätig. Damit man in so vielen Arealen so viel erreichen kann, bedarf es einer gelungenen Tagesstruktur – und diese ist glücklicherweise sehr gut überliefert worden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, dachte sich wohl auch Franklin, der bereits um fünf Uhr morgens aufstand. © Toni Gau, OnlineMarketing.de

Die ersten Stunden seines Tages verbrachte Franklin mit vielerlei Überlegung und der Frage: Was soll ich heute Gutes tun? Dieses System benannte Franklin als Powerful Goodness und es ist die zentrale Idee seines Tagesplanes, denn am Abend folgt dementsprechend die Frage: Was habe ich heute Gutes getan? Ab acht Uhr begann Franklin für mehrere Stunden zu arbeiten, nahm sich darauf eine Lesepause, arbeitete weiter und nahm seine Abendroutine in Angriff.

Für die High-Achiever unter euch, ist das eine ausgezeichnete Routine. Erfahrungsberichten zufolge ist es zunächst schwer sich an Franklins Tagesablauf anzupassen. Insbesondere das frühe Aufstehen sei schwierig, doch sobald man sich daran gewöhnt, stellt man enorme Energieschübe in den frühen Stunden fest. Vor allem die beiden zentralen Fragen Franklins sollen überaus hilfreich sein. Da Franklin ganztägig sein Ziel vor Augen behält, erfährt man außerdem einen Schub der eigenen Arbeitsmoral. Gesagt sei dennoch, dass auch der Gründervater sich nicht jeden Tag an seine eigene Routine hielt, da zur Umsetzung dieser viel Selbstdisziplin von Nöten ist. Es ist also in Ordnung, wenn man die Routine vielleicht mal einen Tag schleifen lässt. Außerdem ist in Franklins Zeitplan kein Training oder derartiges vorgesehen – wer also aktiv Sport betreibt, müsste gegebenenfalls umplanen. Wichtig zu erwähnen ist ebenfalls, dass der Gründervater als reicher Mann in einer Zeit lebte, wo Bedienstete nicht unüblich waren. Ergo musste er sich auch weder Frühstück noch andere Mahlzeiten selbst zubereiten, geschweige denn den Haushalt machen. Das sind alles Faktoren, welche man berücksichtigen sollte.

Nichtsdestoweniger ist dies ein exzellenter Tagesablauf für diejenigen, welche jeden Tag ihr Bestes geben wollen – ob für sich selbst oder die Mitmenschen, wie Franklin selbst es ebenfalls beabsichtigte. Es schadet allerdings nicht, den Tagesplan eventuell eine Stunde nach hinten zu verschieben.

Frida Kahlo

Die Malerin gehört wohl weiterhin zu einer der bekanntesten aus ganz Mexiko. Berühmt wurde sie nicht nur nur wegen ihrer Malereien und insbesondere Selbstbildnissen, sondern auch aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme als Folge eines Busunfalls. Nichtsdestoweniger, oder vielleicht genau deswegen, widmete Kahlo ihrem Leben ganz der Kunst und sich selbst, wie sich auch in ihrem Tagesablauf zeigt – und hierin liegt womöglich schon der Schlüssel ihres Erfolges.

Frida Kahlo widmete sich ganz der Kunst – und das zeigt auch ihr Zeitplan. © Toni Gau, OnlineMarketing.de

Kahlo stand früh am Morgen auf und begab sich danach sofort zur „La Esmeralda“. Der Kunstschule, an welcher sie unterrichtete. Essen und Arbeitsweg schien sie dabei interessanterweise zu kombinieren. Nach der Arbeit widmete sie sich ihrem Essen und sonstigen Aufgaben, gefolgt vom Malen. Einen ruhigen, doch dennoch kreativen und vielleicht auch inspirierenden Abschluss peilte Kahlo mittels eines Films oder Theaterbesuches an.

Wie auch im Falle der Malerin eignet sich dieser Zeitplan gut für diejenigen, welche für eine Sache einzig und allein brennen. Ob für das Zeichnen, Schreiben, allgemeinen Produzieren von Content oder Sonstiges, ist hierbei vollkommen egal. Doch lässt sich diese Routine nicht nur auf kreative Interessen anwenden. Wer sich sagte, ich mache meine Leidenschaft zum Beruf und dieser nicht nur professionell sondern auch im Privaten nachgeht, hat in diesem Zeitplan eventuell seine ideale Vorlage.

Man muss natürlich anmerken, dass Frida Kahlo der Routine nach nur etwa vier bis fünf Stunden unterrichtet hat, während die meisten von uns etwa acht Stunden arbeiten. Genauso ging Kahlo allerdings auch für etwa vier Stunden ins Kino, wovon man bereits zwei streichen könnte ausgehend von einer standardisierten Filmlänge von zwei Stunden, zumal man dank Netflix auch problemlos auf der Couch einen Film schauen kann. Auch dem Malen ging sie für fünf Stunden nach, was man eventuell auf drei reduzieren mag. Insgesamt ändert das nichts daran, dass dieser Plan es einem ermöglicht, die eigenen Fähigkeiten in einem ausgewählten Interessenfeld weitestgehend auszubauen, insofern dieses sowohl im Job als auch Privaten vertreten ist.

Tagesabläufe für Nachtmenschen

Doch nicht jeder von uns ist dafür geeignet, bereits in der Früh das Bett zu verlassen. Was oftmals in einer Frühaufstehergesellschaft stigmatisiert wird, ist eigentlich vollkommen menschlich; wenn dein Körper dir sagt, dass dies noch nicht die Zeit ist, zu der er funktioniert, dann ist es nur richtig, ihm Gehör zu schenken und einen dementsprechenden Tagesrhythmus auszuleben.

Coco Chanel

Die von der Modedesignerin errichtete Marke ist bis heute ein regelrechtes Imperium in ihrer Branche. Als Frau zu Zeiten Chanels etwas in dieser Größe zu errichten, ist bereits für sich überaus respektabel. Natürlich bedarf es hierfür eines gewissen Talents, doch ist Chanels Lebensweise keineswegs weniger grundlegend für ihren Erfolg.

Spät auf den Beinen und Arbeit bis in die Nacht – für Chanel hat es funktioniert. © Toni Gau, OnlineMarketing.de

Wie dem Zeitplan zu entnehmen ist, hatte Chanel eine strenge Arbeitsmanier. Um 13 Uhr begann ihr Tag und erst spätabends fand sie ihre Ruhe. Wobei hierzu gesagt sein muss, dass Chanel als Leiterin eines Modeunternehmens dieser Größe nie so richtig Zeit für sich hatte. Bekanntermaßen hielt das die Pariserin allerdings nicht davon ab ihren Spaß zu haben. Von allen hier vorgestellten Zeitplänen, ist dies der wohl stringenteste. In vielen Arealen unterscheidet er sich gar nicht mal so sehr vom uns bekannten, doch ist er vielmehr an Chanels eigene Bedürfnisse angepasst.

Dadurch, dass dieser Ablauf dem uns bekannten acht Stunden Tag so ähnlich ist, lässt er sich auch recht einfach in unseren Alltag implementieren. Beachtenswert ist allerdings, dass Chanel fast zehn Stunden Schlaf beanspruchte – die meisten von uns greifen hierbei wohl auf weniger zurück. Das erlaubte ihr konzentrierter und energetischer zu arbeiten. Die strikte Unterteilung des Tages ist außerdem exemplarisch, um den Fokus aufrecht zu halten, insofern, dass man sich nicht sagen muss, man müsse später noch dies und das tun, da alle Arbeit mit einem Mal vollzogen wird. Der Morgen ist außerdem vergleichsweise ruhig und ermöglicht einen entspannten Tageseinstieg. Eignen tut sich dieser Tagesplan für all diejenigen, welche in der Arbeit ihre große Liebe fanden und nur ungerne mit Müdigkeit kämpfen. Er ermöglicht eine gesunde Produktivität mit ausreichend Pausen, sodass man sich nicht überanstrengt. Viel Freizeit bleibt allerdings nicht über.

Franz Kafka

Apropos Überanstrengung: Franz Kafka. Der deutschsprachige Schriftsteller hatte neben Franklin den wohl anstrengendsten Tagesrhythmus, weshalb auch hier direkt der Ratschlag erfolgt, bei Durchführung einige Änderungen vorzunehmen. Bereits Freunde und Familie rieten ihm hierzu, doch habe der Schriftsteller sich strikt geweigert, da es seiner Aussage nach nicht anders ginge. In Wahrheit war er allerdings wohl einfach zu stolz, wenn wir auch dieser Arbeitsmoral einige der wichtigsten Werke der deutschsprachigen Literatur verdanken.

Kafka führte einen sogenannten Biphasen Schlafrhythmus, mit welchem er seine Produktivität maximieren wollte (Mit einem Klick gelangst du zum Vollbild). © Toni Gau, OnlineMarketing.de

Nun kann man sich natürlich fragen, inwiefern bei Kafka denn die Rede von einem Nachtmenschen sein kann, wenn sein Tag um acht Uhr morgens beginnt. Ganz einfach: Dafür arbeitete er teils auch bis sechs Uhr morgens die Nacht hindurch. Der Autor griff auf insgesamt zwei Schlafphasen zurück, welche in ihrer Gesamtdauer in der Regel zwischen sechs und zehn Stunden betrugen. Ein sogenannter Biphasischer Schlafzyklus. Seiner Gesundheit wegen nahm Kafka sich allerdings auch zwischendurch Zeit für Sport – etwas, das sich von den anderen Zeitplänen bisher nicht behaupten lässt (wenn auch Frida Kahlo sich aufgrund ihrer Gesundheit durchaus körperlich betätigte).

Es ist wie gesagt sehr zu empfehlen, Änderungen an dieser Routine vorzunehmen, da er doch vergleichsweise extrem ist mit intensiven Arbeitsphasen und wenig Schlaf. Geeignet ist er für solche, die eine Balance zwischen privater und beruflicher Arbeit finden müssen. Kafka etablierte diesen Plan ebenfalls, da er tagsüber einem gewöhnlichen Job nachging und Zeit für seine Literatur schaffen musste. Dennoch erhöht dieser Tagesablauf insbesondere für Nachtmenschen die Produktivität und wer sich in einer Berufsfalle gefangen sieht, obwohl die Leidenschaft doch ganz woanders liegt, findet hier vielleicht vorläufig seine perfekte Arbeitsweise. In diesem Fall solle man aber bestenfalls auf sich Acht geben und nicht wie Kafka etwa bis zwei Stunden vor Arbeitsbeginnen schreiben.

Der eigene Rhythmus

Es ist spaßig und empfehlenswert mal solch einen Tagesrhythmus wie in den hier genannten Beispielen für eine Woche auszuprobieren. Es erfüllt einen mit neuem Respekt für die jeweilige Person und gibt ein besseres Verständnis dafür, was es braucht, um Großes zu leisten. Dennoch, wie auch die vier Zeitpläne veranschaulichen, funktioniert jeder Mensch unterschiedlich und es ist sinnvoll sich zu fragen, wie man seinen eigenen Tag bestmöglich strukturieren kann. Wie man ihn am besten startet, beendet und die Arbeit unterteilt. Die hier vorgeführten Zeitpläne sind also durchaus effektive Richtlinien und sofern es denn gut funktioniert, kann man diese auch gänzlich übernehmen. Es gibt tatsächlich überraschend viele Leute, welche auf die Routine Franklins nahezu schwören. Man kann sich ein Beispiel an ihnen nehmen, doch wer das Bestmögliche aus seinen eigenen Tag machen möchte, sollte eventuell erwägen eine eigene Routine anzufertigen, wie so viele erfolgreiche Menschen vor uns es bereits taten. Den Erfolg mindern tut es allemal nicht, geschweige denn sich etwas Inspiration zu suchen – und bekanntermaßen lernt man am effektivsten von den Besten.

 

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und unterstützt OnlineMarketing.de als Redakteur und Grafiker.

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